Marketing-Club Augsburg/ Hochschule Augsburg

Dr. Dornach: „Marketing ist noch nicht im Mittelstand angekommen“

 Dr. Bernd Dornach bei seinem Vortrag "Renaissance des Marketing". Foto: B4B SCHWABEN
Prof. Dr. Uhl, Florian Möckel, Dr. Dornach, Prof. Dr. Riegl, Marketing-Club Augsburg. Foto: B4B SCHWABEN

Mit Bildergalerie: Beim zweiten Teil der Vortragsreihe „Marketing intensiv“ des Marketing-Club Augsburg erläuterte Referent Dr. Bernd Dornach seine These, warum nicht das Marketing, sondern mittelständische Unternehmen sich weiterentwickeln müssen. Dazu zeigte er an aktuellen Beispielen elementare Marketing-Fehler auf und stellte sein „kompromissloses 8-Punkte-Sofortprogramm“ für eine professionelle Marketingstrategie vor.

von Kathrin Lüders, Online-Redaktion

Impressionen der Veranstaltung finden Sie in unserer Bildergalerie.

Die zweite Veranstaltung der dreiteiligen Reihe „Marketing intensiv“, initiiert vom Marketing-Club Augsburg (MCA), lockte erneut zahlreiche Unternehmer und Brancheninteressierte in die Hochschule Augsburg. „Renaissance des Marketing“, war das Thema des Abends. Darüber referierte Dr. Bernd W. Dornach, Spezialist für strategisches Marketing im Mittelstand, der gleich zu Beginn Bezug auf den auf den Vortrag der letzten „Marketing intensiv“ Veranstaltung, von Prof. Dr. Gerhard Riegl nahm. Seiner Ansicht nach müsse sich nämlich nicht das Marketing selbst grundlegend verändern. Die alten Lehrbücher hätten sehr wohl noch Bestand. Vielmehr sei Marketing einfach nie richtig im Mittelstand angekommen.

Dr. Dornach: „Weltbild hat im Marketing alles falsch gemacht, was man falsch machen kann“

„Gutes Marketing zeigt sich in diesen Zeiten, wo die Wirtschaft und die dort agierenden Menschen unkalkulierbar sind“, führte Dornach seine These fort. Dabei würde deutlich, dass nicht etwa die Instrumente des klassischen Marketings überholt seien: „Alles, was wir brauchen, war schon einmal da. Man muss es nur richtig anwenden!“ Wo dies nicht geglückt wäre, zeigte er an aktuellen Beispielen auf. So führte er unter anderem die Verlagsgruppe Weltbild an, die im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden musste. Dort hätte man, so Dornach, in schwierigen Zeiten ausgerechnet am falschen Ende, dem Marketing gespart. „Das einzige, was Weltbild gemacht hat war, seine Kernkompetenz wegen Größenwahns aufzugeben“, führte er sehr direkt seine Überlegungen aus. Statt auf Amazon zu reagieren und an Alleinstellungsmerkmalen zu arbeiten, hätte man an Werbung, Katalogen und Mitarbeitern gespart – ein Schritt, in dem Dornach den Grund für das Scheitern der Verlagsgruppe sieht.

Ähnlich grundsätzliche Fehler sieht er in der Marketingstrategie der Karstadt-Warenhäuser. Einsparungen bei der räumlichen Ausstattung und den Mitarbeitern und eine fehlende klare Linie im Sortiment hätten zu den wirtschaftlichen Probleme der Warenhäuser geführt.

Dr. Dornach schlägt „kompromissloses 8-Punkte-Sofortprogramm“ als Marketing-Erfolgsrezept vor

Mit diesen drastischen Beispielen wolle er aufzeigen, wo heutzutage die größten Fehler im Marketing gemacht werden: „In Zeiten der großen Herausforderungen, wie der Beschleunigung und der erhöhten Transparenz durch das Internet, sowie der Informationsflut ist es der falsche Weg an Werbung oder Mitarbeitern zu sparen“. Vielmehr müsse man sich jetzt auf die bewährten Handwerkszeuge des klassischen Marketings besinnen. Diese fasste Dr. Dornach in der Checkliste seines „kompromisslosen 8-Punkte-Sofortprogramms“ zusammen.

Dabei handelt es sich um elementare Fragen, denen sich, nach Dornachs Auffassung, jeder Unternehmer zur Erarbeitung seiner Marketingstrategie eingehend beschäftigen sollte. Im ersten Schritt geht es dabei um die Strategie. „Wer keine Antwort auf die Frage, ‚Was hat meine Firma, das andere nicht haben‘ geben kann, sollte seine Geschäftsidee grundsätzlich überdenken“, hob Dornach die Bedeutung des Alleinstellungsmerkmals eines Unternehmens hervor. Im zweiten Schritt geht es um Selbstreflektion: die Eigenmotivation des Unternehmers und seine Managementfähigkeiten.

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Unternehmer sollten "internes Marketing" nicht unterschätzen

Damit einher geht auch der dritte Teil von Dornachs Programm: Erfolgsfaktor Mitarbeiter. Unternehmer sollten sich fragen, wie Mitarbeiter ihren Arbeitgeber wohl im privaten Umfeld bewerten. „Erfahrungen, erzählt beim Stammtisch oder im Kreise der Familie haben den höchsten Glaubwürdigkeitsfaktor“, stellt Dornach klar. Darum sei es besonders wichtig, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen, deren Identifikation mit dem Unternehmen zu stärken und sie zu motivieren. Im vierten Schritt hinterfragt das Programm den Dienstleistungscharakter eines Unternehmens, eben jene Fähigkeit Kundenwünsche zu erkennen und dadurch „kostenlose und dennoch unbezahlbare Servicedienstleistungen“ anzubieten. Weitere Erfolgsfaktoren sind ein funktionierendes Kooperationsnetzwerk, ein gut durchdachter Kommunikations-, bzw. Werbeplan mit entsprechender Kontrolle der Marketingaktivitäten, sowie eine Strategie zum Umgang mit Weiterempfehlungen.*

Durch die ehrliche Auseinandersetzung mit dem 8-Punkteprogramm könnten Unternehmer erkennen, wo ihre Marketing-Defizite liegen und diese entsprechend optimieren. Ein Patentrezept für die perfekte Marketingstrategie hingegen, so Dr. Dornach, gebe es bis dato nicht. Diese müsse jedes Unternehmen individuell für sein Geschäftsfeld und seine Kunden selbst finden und unermüdlich dabei bleiben.

Das Fazit des Abends:

  • „Ohne Offline-Marketing ist Online-Marketing verloren“
    Klassisches Marketing hat nach wie vor große Bedeutung.
  • Be different or die: Streben Sie maximale Alleinstellung an!“
    Was haben Sie, das andere nicht haben? Was macht Ihre Firma zu etwas Besonderem?
  • „Lassen Sie Ihren Kunden ein Leben lang nicht mehr allein“
    Einen Kunden zu halten ist immer leichter, als einen neuen zu gewinnen. Bleiben Sie mit Ihren Kunden im Gespräch, holen Sie Feedback ein!

Weitere Vorträge der Reihe „Marketing intensiv“

Am 12. März 2015 findet die nächste Veranstaltung „Marketing intensiv“ an der Hochschule Augsburg statt. Dort wird Prof. Dr. Manfred Uhl, Prodekan Hochschule Augsburg, zum Thema „Die Marke ist Tod – es lebe die Marke!“ referieren. Mitglieder des Marketing-Club Augsburg und Studierende der Hochschule Augsburg können sich kostenfrei zur Teilnahme anmelden. Andere Interessierte können für einen Gastbeitrag von 25,- Euro an den Veranstaltungen teilnehmen. Anmeldung und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Marketing-Club Augsburg.

*Die vollständige Checkliste des „kompromisslosen 8-Punkte-Sofortprogramms“ von Dr. Bernd W. Dornach kann auf dessen Webseite eingesehen werden.

Marketing-Club Augsburg: Zweiter "Marketing intensiv" Abend an der Hochschule Augsburg
Marketing-Club Augsburg: Zweiter "Marketing intensiv" Abend an der Hochschule Augsburg. Foto: B4B SCHWABEN
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von Kathrin Lüders, Online-Redaktion

Impressionen der Veranstaltung finden Sie in unserer Bildergalerie.

Die zweite Veranstaltung der dreiteiligen Reihe „Marketing intensiv“, initiiert vom Marketing-Club Augsburg (MCA), lockte erneut zahlreiche Unternehmer und Brancheninteressierte in die Hochschule Augsburg. „Renaissance des Marketing“, war das Thema des Abends. Darüber referierte Dr. Bernd W. Dornach, Spezialist für strategisches Marketing im Mittelstand, der gleich zu Beginn Bezug auf den auf den Vortrag der letzten „Marketing intensiv“ Veranstaltung, von Prof. Dr. Gerhard Riegl nahm. Seiner Ansicht nach müsse sich nämlich nicht das Marketing selbst grundlegend verändern. Die alten Lehrbücher hätten sehr wohl noch Bestand. Vielmehr sei Marketing einfach nie richtig im Mittelstand angekommen.

Dr. Dornach: „Weltbild hat im Marketing alles falsch gemacht, was man falsch machen kann“

„Gutes Marketing zeigt sich in diesen Zeiten, wo die Wirtschaft und die dort agierenden Menschen unkalkulierbar sind“, führte Dornach seine These fort. Dabei würde deutlich, dass nicht etwa die Instrumente des klassischen Marketings überholt seien: „Alles, was wir brauchen, war schon einmal da. Man muss es nur richtig anwenden!“ Wo dies nicht geglückt wäre, zeigte er an aktuellen Beispielen auf. So führte er unter anderem die Verlagsgruppe Weltbild an, die im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden musste. Dort hätte man, so Dornach, in schwierigen Zeiten ausgerechnet am falschen Ende, dem Marketing gespart. „Das einzige, was Weltbild gemacht hat war, seine Kernkompetenz wegen Größenwahns aufzugeben“, führte er sehr direkt seine Überlegungen aus. Statt auf Amazon zu reagieren und an Alleinstellungsmerkmalen zu arbeiten, hätte man an Werbung, Katalogen und Mitarbeitern gespart – ein Schritt, in dem Dornach den Grund für das Scheitern der Verlagsgruppe sieht.

Ähnlich grundsätzliche Fehler sieht er in der Marketingstrategie der Karstadt-Warenhäuser. Einsparungen bei der räumlichen Ausstattung und den Mitarbeitern und eine fehlende klare Linie im Sortiment hätten zu den wirtschaftlichen Probleme der Warenhäuser geführt.

Dr. Dornach schlägt „kompromissloses 8-Punkte-Sofortprogramm“ als Marketing-Erfolgsrezept vor

Mit diesen drastischen Beispielen wolle er aufzeigen, wo heutzutage die größten Fehler im Marketing gemacht werden: „In Zeiten der großen Herausforderungen, wie der Beschleunigung und der erhöhten Transparenz durch das Internet, sowie der Informationsflut ist es der falsche Weg an Werbung oder Mitarbeitern zu sparen“. Vielmehr müsse man sich jetzt auf die bewährten Handwerkszeuge des klassischen Marketings besinnen. Diese fasste Dr. Dornach in der Checkliste seines „kompromisslosen 8-Punkte-Sofortprogramms“ zusammen.

Dabei handelt es sich um elementare Fragen, denen sich, nach Dornachs Auffassung, jeder Unternehmer zur Erarbeitung seiner Marketingstrategie eingehend beschäftigen sollte. Im ersten Schritt geht es dabei um die Strategie. „Wer keine Antwort auf die Frage, ‚Was hat meine Firma, das andere nicht haben‘ geben kann, sollte seine Geschäftsidee grundsätzlich überdenken“, hob Dornach die Bedeutung des Alleinstellungsmerkmals eines Unternehmens hervor. Im zweiten Schritt geht es um Selbstreflektion: die Eigenmotivation des Unternehmers und seine Managementfähigkeiten.

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Unternehmer sollten "internes Marketing" nicht unterschätzen

Damit einher geht auch der dritte Teil von Dornachs Programm: Erfolgsfaktor Mitarbeiter. Unternehmer sollten sich fragen, wie Mitarbeiter ihren Arbeitgeber wohl im privaten Umfeld bewerten. „Erfahrungen, erzählt beim Stammtisch oder im Kreise der Familie haben den höchsten Glaubwürdigkeitsfaktor“, stellt Dornach klar. Darum sei es besonders wichtig, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen, deren Identifikation mit dem Unternehmen zu stärken und sie zu motivieren. Im vierten Schritt hinterfragt das Programm den Dienstleistungscharakter eines Unternehmens, eben jene Fähigkeit Kundenwünsche zu erkennen und dadurch „kostenlose und dennoch unbezahlbare Servicedienstleistungen“ anzubieten. Weitere Erfolgsfaktoren sind ein funktionierendes Kooperationsnetzwerk, ein gut durchdachter Kommunikations-, bzw. Werbeplan mit entsprechender Kontrolle der Marketingaktivitäten, sowie eine Strategie zum Umgang mit Weiterempfehlungen.*

Durch die ehrliche Auseinandersetzung mit dem 8-Punkteprogramm könnten Unternehmer erkennen, wo ihre Marketing-Defizite liegen und diese entsprechend optimieren. Ein Patentrezept für die perfekte Marketingstrategie hingegen, so Dr. Dornach, gebe es bis dato nicht. Diese müsse jedes Unternehmen individuell für sein Geschäftsfeld und seine Kunden selbst finden und unermüdlich dabei bleiben.

Das Fazit des Abends:

  • „Ohne Offline-Marketing ist Online-Marketing verloren“
    Klassisches Marketing hat nach wie vor große Bedeutung.
  • Be different or die: Streben Sie maximale Alleinstellung an!“
    Was haben Sie, das andere nicht haben? Was macht Ihre Firma zu etwas Besonderem?
  • „Lassen Sie Ihren Kunden ein Leben lang nicht mehr allein“
    Einen Kunden zu halten ist immer leichter, als einen neuen zu gewinnen. Bleiben Sie mit Ihren Kunden im Gespräch, holen Sie Feedback ein!

Weitere Vorträge der Reihe „Marketing intensiv“

Am 12. März 2015 findet die nächste Veranstaltung „Marketing intensiv“ an der Hochschule Augsburg statt. Dort wird Prof. Dr. Manfred Uhl, Prodekan Hochschule Augsburg, zum Thema „Die Marke ist Tod – es lebe die Marke!“ referieren. Mitglieder des Marketing-Club Augsburg und Studierende der Hochschule Augsburg können sich kostenfrei zur Teilnahme anmelden. Andere Interessierte können für einen Gastbeitrag von 25,- Euro an den Veranstaltungen teilnehmen. Anmeldung und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Marketing-Club Augsburg.

*Die vollständige Checkliste des „kompromisslosen 8-Punkte-Sofortprogramms“ von Dr. Bernd W. Dornach kann auf dessen Webseite eingesehen werden.

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Marketing-Club Augsburg: Zweiter "Marketing intensiv" Abend an der Hochschule Augsburg. Foto: B4B SCHWABEN
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