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Diese FOM-Studentin möchte eine Vorreiterrolle einnehmen
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Berufliche Bildung

Diese FOM-Studentin möchte eine Vorreiterrolle einnehmen

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Viktoria Fisel, FOM Studentin aus Augsburg. Foto: Rudolf Langemann
Michael Ermark B4B Wirtschaftsleben Schwaben vmm Wirtschaftsverlag
Von Michael Ermark

Viktoria Fisel will sich nicht aufhalten lassen. Trotz großer Schicksalsschläge hat sie einen Karrierestart hingelegt, welcher Beruf und Studium vereint hat. Damit möchte sie nun auch andere junge Menschen motivieren.

Das Studium ist ihr heilig. Parallel zu ihrer Karriere in der Modebranche studierte Viktoria Anna Maria Fisel an der Augsburger FOM, der Hochschule für Berufstätige. Erst absolvierte sie den Bachelor in „Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie“, aktuell steckt sie in den letzten Zügen ihres Master-Studiums „Wirtschaftspsychologie & Beratung“.

Die Modeschule in München war einst das große Ziel von Viktoria Fisel. Nach ihrem Abitur bewarb sie sich dort – und wurde angenommen. Doch da ihre Eltern in der Zwischenzeit pflegebedürftig geworden waren, konnten sie ihr die Modeschule nicht finanzieren. Ihr Traum war geplatzt. Den Kopf hängen zu lassen, kam für die Augsburgerin jedoch nicht infrage. Sie schwenkte um und schrieb sich an der Augsburger Uni für Kunstgeschichte ein. Da sie die Liebe zur Mode nicht losließ, suchte sich die junge Frau einen Aushilfsjob bei einer großen Textileinzelhandelskette. Diese Arbeit war nach eigenen Worten „genau ihr Ding“ und so erhielt sie schon bald ein reizvolles Angebot: Vollzeitjob mit Abteilungsverantwortung und rückwirkender interner Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau.


Aufstieg durch Studium
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„In dem Job konnte ich das tun, was mir wirklich Spaß machte“, beschreibt Viktoria Fisel ihre damalige Situation. Sie zögerte nicht und brach ihr Studium ab, obwohl ihr Vater, ein Gymnasiallehrer, davon überhaupt nicht begeistert war. Dass er in seiner Einschätzung nicht ganz falsch lag, merkte Viktoria zwei Jahre später. Der akademische Anspruch fehlte. Ihr damaliger Freund studierte neben dem Job an der Augsburger FOM, der Hochschule für Berufstätige. Das imponierte ihr. „Ich dachte mir, wenn er das schafft, dann schaffe ich das auch.“ Gesagt, getan. Als die FOM in Augsburg 2014 erstmals den Bachelor-Studiengang „Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie“ startete, gehörte Viktoria zum Premierenjahrgang. Die Studieninhalte passten perfekt zu ihrem Job als Storemanagerin. „Plötzlich waren Theorie und Praxis eins, da konnte ich richtig in die Vollen gehen“, erinnert sie sich. Sie stieg zur Leiterin einer Augsburger Modefiliale auf. Rasch folgte die Leitung eines zweiten und dritten Standortes – gemäß ihrem Lebensmotto „Mit Freude und Temperament kommt man am schnellsten voran“.


Wie ein Schicksalsschlag die Lebensgestaltung veränderte
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Doch dann kam es zu einer folgenschweren Wendung in ihrem noch jungen Leben. Kurz vor dem Abschluss ihres Studiums starben Viktorias Eltern. Beide innerhalb eines Monats. Ihr Leben wurde komplett auf den Kopf gestellt. Sie musste viele Entscheidungen treffen, hatte zu wenig Zeit für Beruf und Studium, dazu kam die finanzielle Unsicherheit. Ein Entschluss musste her: Job oder Studium? „Einen Job bekomme ich immer wieder“, dachte sich die Augsburgerin. Ihr Studium hingegen wollte sie keinesfalls unterbrechen, „sonst wäre es vorbei gewesen“. So entschied sich die FOM Studentin, aus der Modebranche auszusteigen und sich voll auf ihren Bachelor-Abschluss zu konzentrieren. Um wegen des ausfallenden Gehalts nicht auch noch in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, schloss sie einen Bankkredit ab. „Das Studium gab mir Halt in dieser schweren Zeit und ich wusste, es ist sinnhaft, deshalb wollte ich es abgesichert haben, egal was passiert“, so die Augsburgerin. Von ihren Mitstudierenden sowie ihren Professorinnen und Professoren erfuhr sie großartige Unterstützung. „Sie gaben mir so viel Rückhalt, dass ich selbst die Klausuren kurz nach der Beerdigung meisterte“, erinnert sie sich.


Wie bekommt Viktoria Fisel Studium und Führungspositionen untern einen Hut?
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Im darauffolgenden Jahr begann sie dann  – inzwischen wieder als Storemanagerin im Einzelhandel aktiv – ein weiteres berufsbegleitendes Studium: den Master-Studiengang „Wirtschaftspsychologie & Beratung“, erneut ein Premierenjahrgang der Augsburger FOM. In mehr als elf Jahren als Führungskraft in der Textileinzelhandelsbranche nahm die Frau mit den vielen Tattoos oft eine Vorreiterrolle an und führte bis dato unbekannte Dinge erfolgreich ein: „Ich musste oft für meinen akademischen Anspruch kämpfen und beweisen, dass er zum Erfolg führt. Aber auch dafür, dass ich Führungsposition und Studium gut unter einen Hut bekomme“, berichtet sie. Wieviel Power und perfektes Zeitmanagement sie dabei an den Tag legt, zeigt auch ihre Entscheidung, zusätzlich zu Job und Studium eine Weiterbildung im Bereich Businesstraining/Coaching zu machen. Viktoria Fisel: „Alles was ich tue, mache ich mit Herzenswärme, Freude, Motivation und Energie, weshalb mir viele Dinge gar nicht wie Arbeit vorkommen.“

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