Interview

Das hat Alessandro Cacciola mit der Andreas Schmid Logistik vor

Dem Gersthofer Unternehmen Andreas Schmid Logistik AG steht ein großer Wandel bevor. Wir haben Alessandro Cacciola, Vorstand der Andreas Schmid Logistik, gefragt, was sich verändert und wieso der Logistiker umfirmiert.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wo soll die Reise der Andreas Schmid Logistik hingehen?

Alessandro Cacciola: Das Unternehmen ist sehr stark am Standort verwurzelt und etabliert. Es muss sich jetzt aber – wie viele andere auch – bewegen. Dieser Wandel wird nun mit dem neuen Management und der Anpassung der Strategie initiiert. Unsere Aufgabe ist es jetzt, die Andreas Schmid Logistik zukunftsfähig zu machen und international aufzustellen.

Wie kann man sich das vorstellen?

Wir wollen als Unternehmen größer, stärker und jünger werden. Dies können wir nur durch eine klare Struktur, eine zielgerichtete Strategie und eine stringente CI erreichen. Wir richten die Marke internationaler und offener aus. Die Ausrichtung wird moderner, puristischer und eben jünger.

Im Zuge des Rebrandings wird die Andreas Schmid Logistik AG zur Andreas Schmid Group. Wir stellen die Andreas Schmid Group am 4. Juni 2019 zum ersten Mal offiziell auf der transport logistic in München auf unserem Stand in der Halle A5 vor.

Warum der neue Name?

Zum einen ist der Name international  besser einsetzbar und zum anderen können wir unsere Tochter Quentia GmbH und das Andreas Schmid LAB klar unter dem Dach der Gruppe ansiedeln. Wir sind weiterhin vor allem ein Logistikunternehmen, aber wie bisher auch, eben nicht ausschließlich.

Was ändert sich sonst noch?

Mittelfristig wird alles an den neuen Kurs angepasst. Das beginnt schon mit Kleinigkeiten. Beispielsweise werden schwarze Bretter durch Displays ersetzt und Papier, wo möglich, durch digitale Substitute. Es geht darum, dass wir auf ganzer Ebene mit dem neuen Design und dem neuen Setup das unterstreichen, was wir vorleben wollen: den Aufbruch in das neue Zeitalter – internationaler und digitaler.

Wird es nicht schwierig, diese Veränderungen unter den Mitarbeitern umzusetzen?

Die Mitarbeiter sind von Anfang an mit eingebunden und aktiv an den Prozessen beteiligt. Wir pflegen einen modernen offenen Führungsstil und eine offene Unternehmenskultur. Die Mitarbeiter werden proaktiv informiert und sind dazu eingeladen, eigene Ideen einzubringen. Das nimmt eventuelle Zweifel und stärkt die Gemeinschaft. Es ist bereits eine positive Stimmung zu spüren, da jedem bewusst ist, dass diese Schritte notwendig sind und viele bereits darauf gewartet haben. Weiterhin werden wir, wie im letzten Interview bereits angesprochen, ein professionelles Personalmanagement aufbauen, das das Ziel verfolgt, möglichst jedem einzelnen eine persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen.

Neu ist jetzt auch ein gemeinsamer Strategieplan für die folgenden Jahre, welchen wir aktuell erstellen. Auf diesem Plan basierend werden wir in den kommenden Wochen einzelne Projekte definieren und  konkrete Aufgaben ableiten, die den einzelnen Kollegen zugewiesen werden können. Wir arbeiten also bereits gemeinsam an der Veränderung und der Zukunft!

Was steht denn konkret in diesem Strategieplan?

Alles will ich natürlich nicht verraten, da es auch ein paar Überraschungen geben wird. Im Wesentlichen wollen wir unsere Geschäftsfelder ausweiten und diversifizieren. Mit ausweiten ist gemeint, dass wir unsere Dienstleistungen, die wir im Ballungsgebiet Augsburg durchführen, theoretisch auch überall in Europa und weltweit umsetzen könnten. Außerdem wollen wir unser Dienstleistungsangebot in der Spedition diversifizieren und mit neuen Produkten an den Markt gehen. Da wird es die eine oder andere Neuerung geben. Wir haben uns zusätzlich zum Ziel gesetzt, in der Luft und Seefracht langfristig weiter zu wachsen. In diesem Zusammenhang schließen wir nicht aus, weitere Niederlassungen zu gründen. Diese könnten sogar interkontinental sein.

Unser IT-Dienstleistungs-Portfolio der Quentia wird weiter ausgebaut werden. Und wir arbeiten in der Kontraktlogistik an neuen Produkten und digitalen Lösungen. Mit value added Services sind wir heute schon teilweise weit über die reine Lagerung und den Transport an der Wertschöpfung hinaus beteiligt.

Neben all den Veränderungen: Wie steht es denn um die Digitalisierung?

Anders als viele andere, die das Thema rein über eine interne Projektgruppe anpacken, haben wir ein Lab gegründet: das Andreas Schmid Lab. Ich bezeichne diesen Vorgang gerne als den Bau eines Hybridantriebs, weil wir einerseits weiterhin mit unserem soliden Motor unterwegs sind und kein Risiko eingehen. Andererseits haben wir jetzt ein neues Aggregat „angebaut“, das in bestimmten Situationen das Hauptaggregat unterstützt und durch Impulse von außen innovativer und leistungsfähiger macht. Wenn man das Thema Zukunft und Digitalisierung also wirklich ernst nimmt, bedarf es eben genau solcher Vorgehensweisen, um Betriebsblindheit vorzubeugen und den Prozess zu beschleunigen.  

Hierfür  arbeiten wir nicht nur mit Universitäten und Forschungsinstituten zusammen, sondern unterstützen auch aktiv Startups. Ziel ist es, uns an bis zu drei Startups pro Jahr zu beteiligen-, im Andreas Schmid Lab in Augsburg-Haunstetten zu fördern und in „Coworking Space Manier“ mit anderen zusammenzubringen. Mit einem ersten Startup arbeiten wir bereits zusammen und mit weiteren sind wir in Gesprächen. Dort sollen dann die Ideen sprudeln, neue Geschäftsfelder aufgetan und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Dabei reichen die Möglichkeiten weit über die aktuelle Vorstellungskraft hinaus, da die Entwicklungen so wahnsinnig schnell sind und es viele junge mutige Gründer gibt die zudem super kreativ sind. Das überrascht mich immer wieder aufs Neue.

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wo soll die Reise der Andreas Schmid Logistik hingehen?

Alessandro Cacciola: Das Unternehmen ist sehr stark am Standort verwurzelt und etabliert. Es muss sich jetzt aber – wie viele andere auch – bewegen. Dieser Wandel wird nun mit dem neuen Management und der Anpassung der Strategie initiiert. Unsere Aufgabe ist es jetzt, die Andreas Schmid Logistik zukunftsfähig zu machen und international aufzustellen.

Wie kann man sich das vorstellen?

Wir wollen als Unternehmen größer, stärker und jünger werden. Dies können wir nur durch eine klare Struktur, eine zielgerichtete Strategie und eine stringente CI erreichen. Wir richten die Marke internationaler und offener aus. Die Ausrichtung wird moderner, puristischer und eben jünger.

Im Zuge des Rebrandings wird die Andreas Schmid Logistik AG zur Andreas Schmid Group. Wir stellen die Andreas Schmid Group am 4. Juni 2019 zum ersten Mal offiziell auf der transport logistic in München auf unserem Stand in der Halle A5 vor.

Warum der neue Name?

Zum einen ist der Name international  besser einsetzbar und zum anderen können wir unsere Tochter Quentia GmbH und das Andreas Schmid LAB klar unter dem Dach der Gruppe ansiedeln. Wir sind weiterhin vor allem ein Logistikunternehmen, aber wie bisher auch, eben nicht ausschließlich.

Was ändert sich sonst noch?

Mittelfristig wird alles an den neuen Kurs angepasst. Das beginnt schon mit Kleinigkeiten. Beispielsweise werden schwarze Bretter durch Displays ersetzt und Papier, wo möglich, durch digitale Substitute. Es geht darum, dass wir auf ganzer Ebene mit dem neuen Design und dem neuen Setup das unterstreichen, was wir vorleben wollen: den Aufbruch in das neue Zeitalter – internationaler und digitaler.

Wird es nicht schwierig, diese Veränderungen unter den Mitarbeitern umzusetzen?

Die Mitarbeiter sind von Anfang an mit eingebunden und aktiv an den Prozessen beteiligt. Wir pflegen einen modernen offenen Führungsstil und eine offene Unternehmenskultur. Die Mitarbeiter werden proaktiv informiert und sind dazu eingeladen, eigene Ideen einzubringen. Das nimmt eventuelle Zweifel und stärkt die Gemeinschaft. Es ist bereits eine positive Stimmung zu spüren, da jedem bewusst ist, dass diese Schritte notwendig sind und viele bereits darauf gewartet haben. Weiterhin werden wir, wie im letzten Interview bereits angesprochen, ein professionelles Personalmanagement aufbauen, das das Ziel verfolgt, möglichst jedem einzelnen eine persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen.

Neu ist jetzt auch ein gemeinsamer Strategieplan für die folgenden Jahre, welchen wir aktuell erstellen. Auf diesem Plan basierend werden wir in den kommenden Wochen einzelne Projekte definieren und  konkrete Aufgaben ableiten, die den einzelnen Kollegen zugewiesen werden können. Wir arbeiten also bereits gemeinsam an der Veränderung und der Zukunft!

Was steht denn konkret in diesem Strategieplan?

Alles will ich natürlich nicht verraten, da es auch ein paar Überraschungen geben wird. Im Wesentlichen wollen wir unsere Geschäftsfelder ausweiten und diversifizieren. Mit ausweiten ist gemeint, dass wir unsere Dienstleistungen, die wir im Ballungsgebiet Augsburg durchführen, theoretisch auch überall in Europa und weltweit umsetzen könnten. Außerdem wollen wir unser Dienstleistungsangebot in der Spedition diversifizieren und mit neuen Produkten an den Markt gehen. Da wird es die eine oder andere Neuerung geben. Wir haben uns zusätzlich zum Ziel gesetzt, in der Luft und Seefracht langfristig weiter zu wachsen. In diesem Zusammenhang schließen wir nicht aus, weitere Niederlassungen zu gründen. Diese könnten sogar interkontinental sein.

Unser IT-Dienstleistungs-Portfolio der Quentia wird weiter ausgebaut werden. Und wir arbeiten in der Kontraktlogistik an neuen Produkten und digitalen Lösungen. Mit value added Services sind wir heute schon teilweise weit über die reine Lagerung und den Transport an der Wertschöpfung hinaus beteiligt.

Neben all den Veränderungen: Wie steht es denn um die Digitalisierung?

Anders als viele andere, die das Thema rein über eine interne Projektgruppe anpacken, haben wir ein Lab gegründet: das Andreas Schmid Lab. Ich bezeichne diesen Vorgang gerne als den Bau eines Hybridantriebs, weil wir einerseits weiterhin mit unserem soliden Motor unterwegs sind und kein Risiko eingehen. Andererseits haben wir jetzt ein neues Aggregat „angebaut“, das in bestimmten Situationen das Hauptaggregat unterstützt und durch Impulse von außen innovativer und leistungsfähiger macht. Wenn man das Thema Zukunft und Digitalisierung also wirklich ernst nimmt, bedarf es eben genau solcher Vorgehensweisen, um Betriebsblindheit vorzubeugen und den Prozess zu beschleunigen.  

Hierfür  arbeiten wir nicht nur mit Universitäten und Forschungsinstituten zusammen, sondern unterstützen auch aktiv Startups. Ziel ist es, uns an bis zu drei Startups pro Jahr zu beteiligen-, im Andreas Schmid Lab in Augsburg-Haunstetten zu fördern und in „Coworking Space Manier“ mit anderen zusammenzubringen. Mit einem ersten Startup arbeiten wir bereits zusammen und mit weiteren sind wir in Gesprächen. Dort sollen dann die Ideen sprudeln, neue Geschäftsfelder aufgetan und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Dabei reichen die Möglichkeiten weit über die aktuelle Vorstellungskraft hinaus, da die Entwicklungen so wahnsinnig schnell sind und es viele junge mutige Gründer gibt die zudem super kreativ sind. Das überrascht mich immer wieder aufs Neue.

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