HWK-Umfrage

Das Handwerk in Bayerisch-Schwaben ist gedämpft

HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHATSLEBEN SCHWABEN
Der Großteil des Handwerks in der Region ist mit der wirtschaftlichen Lage aktuell zufrieden. Dennoch gibt es Eintrübungen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der HWK Schwaben. Jetzt geht sie der Frage nach: Ist die Hochphase des Handwerks beendet?

Der Höhenflug im Handwerk hat im vierten Quartal 2019 einen Dämpfer erhalten. Die Umsatz- und Auftragsentwicklung hat an Schubkraft verloren. Dennoch hält die Mehrheit der schwäbischen Handwerksunternehmen an ihrem Optimismus fest. Wie schon im Vorquartal bewerten 94 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage mit gut oder befriedigend. Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) erklärte: „Es scheint, dass Deutschland eine Rezession abwenden konnte. Dennoch muss die Politik alles unternehmen, um die Konjunktur zu stützen. Dazu gehören Steuererleichterungen für die Mitte sowie mehr öffentliche Investitionen in Bildung und Infrastruktur.“ Ein Jahr zuvor lag der Anteil der zufriedenen Unternehmen nur bei 91 Prozent.

Unzufriedenheit bei Metallbauern

In den beschäftigungsstarken Bau- und Ausbauhandwerken laufen die Geschäfte weiter positiv: 96 Prozent der Baufirmen sind mit ihrer Situation zufrieden, ähnlich gut schneidet das Kfz-Handwerk ab. Aus den konsumorientierten Handwerken, besonders von den Bäckern oder Metzgern, kommen ebenfalls positive Rückmeldungen. Skeptischer fallen die Beurteilungen dagegen bei den gewerblichen Zulieferern, wie zum Beispiel den Metallbauern, aus. 14 Prozent bezeichnen ihre Lage als schlecht, lediglich 86 Prozent sind zufrieden.

Die Auftragsreichweite geht inzwischen auf 9,0 Wochen zurück. Im Vorquartal lag sie noch knapp eine halbe Woche höher. Die höchsten Werte melden weiterhin die Bau- und Ausbauhandwerke mit knapp 11 Wochen. Auch die Aufträge werden gesamt gesehen weniger: Lediglich 16 Prozent der Firmen verzeichnen ein Auftragsplus. Im Vorquartal waren es noch 20 Prozent. Gleichzeitig berichten 20 Prozent über einen Rückgang an Neuaufträgen. Besonders betroffen sind – saisonal bedingt – Betriebe aus dem Bauhauptgewerbe – 25 Prozent – sowie die gewerblichen Zulieferer. Hier sind es 29 Prozent.

Der Ausblick ist verhalten optimistisch

Ist das Ende der konjunkturellen Hochphase im Handwerk nun eingeläutet? Für die Bau- und Ausbauhandwerke und die konsumorientierten Gewerke, gelte das keineswegs, erklärte die HWK. Allerdings spüren die gewerblichen Dienstleister und Zulieferer aus dem Handwerk den Abwärtssog der Industrie. Der Ausblick auf die kommenden Monate sei daher verhalten optimistisch. 12 Prozent der Betriebe glauben an eine Verbesserung ihrer Geschäftslage – 77 Prozent gehen davon aus, dass sich an ihrer Situation nichts ändern wird. Mit einer wirtschaftlichen Verschlechterung kalkulieren dagegen 11 Prozent. Umsätze und Auftragseingänge werden sich nach Einschätzung der Unternehmen nur mit zögerlichem Schwung entwickeln. 22 Prozent planen mit einem Umsatzplus, weitere 62 Prozent gehen von gleichbleibend hohen Umsätzen aus. 91 Prozent der Betriebe wollen außerdem die Zahl ihrer Beschäftigten konstant halten oder noch zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

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Die Auftragsreichweite geht inzwischen auf 9,0 Wochen zurück. Im Vorquartal lag sie noch knapp eine halbe Woche höher. Die höchsten Werte melden weiterhin die Bau- und Ausbauhandwerke mit knapp 11 Wochen. Auch die Aufträge werden gesamt gesehen weniger: Lediglich 16 Prozent der Firmen verzeichnen ein Auftragsplus. Im Vorquartal waren es noch 20 Prozent. Gleichzeitig berichten 20 Prozent über einen Rückgang an Neuaufträgen. Besonders betroffen sind – saisonal bedingt – Betriebe aus dem Bauhauptgewerbe – 25 Prozent – sowie die gewerblichen Zulieferer. Hier sind es 29 Prozent.

Der Ausblick ist verhalten optimistisch

Ist das Ende der konjunkturellen Hochphase im Handwerk nun eingeläutet? Für die Bau- und Ausbauhandwerke und die konsumorientierten Gewerke, gelte das keineswegs, erklärte die HWK. Allerdings spüren die gewerblichen Dienstleister und Zulieferer aus dem Handwerk den Abwärtssog der Industrie. Der Ausblick auf die kommenden Monate sei daher verhalten optimistisch. 12 Prozent der Betriebe glauben an eine Verbesserung ihrer Geschäftslage – 77 Prozent gehen davon aus, dass sich an ihrer Situation nichts ändern wird. Mit einer wirtschaftlichen Verschlechterung kalkulieren dagegen 11 Prozent. Umsätze und Auftragseingänge werden sich nach Einschätzung der Unternehmen nur mit zögerlichem Schwung entwickeln. 22 Prozent planen mit einem Umsatzplus, weitere 62 Prozent gehen von gleichbleibend hohen Umsätzen aus. 91 Prozent der Betriebe wollen außerdem die Zahl ihrer Beschäftigten konstant halten oder noch zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

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