Verkehr

Darum ist Stadtwerke Augsburg Chef Walter Casazza gegen E-Busse

Archiv. Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer Stadtwerke Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Bayernweit planen immer mehr Verkehrsbetriebe, auf E-Busse umzusteigen. In Augsburg bleibt es bei Erdgasbussen. Warum, erläutert swa Geschäftsführer Dr. Walter Casazza im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Warum steigen die Stadtwerke Augsburg nicht auf E-Busse um?

Walter Casazza: Elektrobusse sind derzeit etwa doppelt so teuer wie Erdgasbusse und vor allem nicht ökologischer. Sie müssen ja die Gesamtökobilanz betrachten. Und Elektrobusse sind für den dauerhaften Alltagsbetrieb noch nicht geeignet. Sie brauchen immer wieder Standzeiten zum Laden. Im Winter oder Sommer, wenn Heizung oder Klimaanlage laufen müssen, gehen die Reichweiten in den Keller. Manche Elektrobusse haben deshalb zusätzlich Dieselmotoren für die Heizung an Bord.

Was macht unsere Erdgas-Busse umweltfreundlich?

Elektrobusse sind derzeit vor allem wegen der Akkus ökologisch mehr als fragwürdig. Die Rohstoffe dafür werden unter ökologisch und sozial bedenklichen Rahmenbedingungen gewonnen, etwa Lithium in Südamerika mit nachhaltig negativen Auswirkungen für die Umwelt. Oder die Förderung von Kobalt im Kongo unter schier unmenschlichen Bedingungen und Kinderarbeit. Und wenn der Strom für die Elektrofahrzeuge nicht ausschließlich regenerativ erzeugt wird, ist Biogas sowieso im Vorteil. Es ist CO2-neutral und im Betrieb stickstoffarm, es wird in Deutschland aus landwirtschaftlichen Abfällen wie Stroh hergestellt und Feinstaub spielt bei Biogas, anders als bei Diesel, auch keine Rolle.

Was ist mit dem autonomen Bus für den Innovationspark – wird dieser elektrisch?

Der autonome Bus ist ein Pilotprojekt, das wir mit der entsprechenden Förderung im Innovationspark umsetzen wollen. Die Busse werden elektrisch betrieben und sehr viel kleiner als unsere großen Stadtbusse. Je größer und schwerer ein Fahrzeug ist, umso weniger Sinn macht derzeit noch der Elektroantrieb. Mit einer völlig neuen Akku-Technologie mag sich das ändern.

„E-Busse werden in einigen Jahren Standard auf Deutschlands Straßen und in München sein, wenn die derzeit noch vorhandenen Schwachstellen konsequent abgebaut werden“, prophezeit MVG-Chef Ingo Wortmann in einer Pressemeldung der Münchner Verkehrsgesellschaft. Sehen Sie das auch so?

Bis die angesprochenen Schwachstellen abgebaut sind, wird es noch eine ganze Zeit dauern. Und auch langfristig täten wir gut daran, nicht ausschließlich auf eine Antriebsart zu setzen, sondern auf einen Mix aus Elektro, Wasserstoff und Biogas.

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Walter Casazza: Elektrobusse sind derzeit etwa doppelt so teuer wie Erdgasbusse und vor allem nicht ökologischer. Sie müssen ja die Gesamtökobilanz betrachten. Und Elektrobusse sind für den dauerhaften Alltagsbetrieb noch nicht geeignet. Sie brauchen immer wieder Standzeiten zum Laden. Im Winter oder Sommer, wenn Heizung oder Klimaanlage laufen müssen, gehen die Reichweiten in den Keller. Manche Elektrobusse haben deshalb zusätzlich Dieselmotoren für die Heizung an Bord.

Was macht unsere Erdgas-Busse umweltfreundlich?

Elektrobusse sind derzeit vor allem wegen der Akkus ökologisch mehr als fragwürdig. Die Rohstoffe dafür werden unter ökologisch und sozial bedenklichen Rahmenbedingungen gewonnen, etwa Lithium in Südamerika mit nachhaltig negativen Auswirkungen für die Umwelt. Oder die Förderung von Kobalt im Kongo unter schier unmenschlichen Bedingungen und Kinderarbeit. Und wenn der Strom für die Elektrofahrzeuge nicht ausschließlich regenerativ erzeugt wird, ist Biogas sowieso im Vorteil. Es ist CO2-neutral und im Betrieb stickstoffarm, es wird in Deutschland aus landwirtschaftlichen Abfällen wie Stroh hergestellt und Feinstaub spielt bei Biogas, anders als bei Diesel, auch keine Rolle.

Was ist mit dem autonomen Bus für den Innovationspark – wird dieser elektrisch?

Der autonome Bus ist ein Pilotprojekt, das wir mit der entsprechenden Förderung im Innovationspark umsetzen wollen. Die Busse werden elektrisch betrieben und sehr viel kleiner als unsere großen Stadtbusse. Je größer und schwerer ein Fahrzeug ist, umso weniger Sinn macht derzeit noch der Elektroantrieb. Mit einer völlig neuen Akku-Technologie mag sich das ändern.

„E-Busse werden in einigen Jahren Standard auf Deutschlands Straßen und in München sein, wenn die derzeit noch vorhandenen Schwachstellen konsequent abgebaut werden“, prophezeit MVG-Chef Ingo Wortmann in einer Pressemeldung der Münchner Verkehrsgesellschaft. Sehen Sie das auch so?

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