
Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.
In der derzeitigen Situation kann man kaum glauben, dass es möglich ist, sein Vermögen sicher anzulegen. Die Finanz- und Eurokrise, gemeinsam mit der weltweit stotternden Konjunktur, machen es nicht leicht, die richtige Strategie zu finden. Das stellt sich vielen Privatanlegern doch die Frage, ob es überhaupt noch einen Königsweg gibt, das eigene Vermögen zu sichern oder gar zu vermehren? Ein Risiko will derzeit aber kein Anleger eingehen? Walter Schwinghammer, Experte für Vermögensmanagement bei der Bank für Tirol und Vorarlberg AG (BTV), gibt nun konkrete Tipps.
Tipp 1: Auf dem Teppich bleiben
Laut Walter Schwinghammer sollte man sich in der aktuellen Situation von unrealistischen Renditeerwartungen frei machen. „Wir erleben derzeit eine der ausgeprägtesten Niedrigzinsphasen, die es je gegeben hat. Vor diesem Hintergrund sind Renditen, wie sie noch vor zehn Jahren üblich waren, nicht zu erwirtschaften. Zumindest nicht, wenn man keine unkalkulierbaren Risiken eingehen möchte.“ erklärt Schwinghammer. Für Privatanleger sollte das wichtigste Ziel derzeit der Vermögenserhalt sein. Konkret bedeutet dies, das eigene Kapital möglichst krisenfest zu machen. Zumindest die Inflationsrate sollte geschlagen werden.
Tipp 2: Grundpfeiler für den Vermögenserhalt: Unternehmensanleihen, dividendenstarke Aktien und überschaubare Laufzeiten
Grundpfeiler des Depots sollten Anleihen guter Bonität sein: Angesichts der dürftigen Renditen von Staatsobligationen seien Unternehmensanleihen eine gute Alternative. Ein gesunder Mix verschiedener Laufzeiten, Branchen und Regionen hilft, das Risiko zu minimieren. Schwellenländer sollten hier durchaus auch ihren Platz haben, aber nur zu maximal 10 bis 15 Prozent. Bei allen Anlageformen gilt: Die mittlere Fälligkeitsstruktur im Depot beachten. Sie sollte bei Anleihen zwischen drei und vier Jahren liegen. Mit diesen Laufzeiten können Zins- und Wechselkursentwicklungen besser abgefedert werden und man hat die nötige Flexibilität, um nachzusteuern, wenn sich die Rahmenbedingungen deutlich ändern. Diese verlässliche Basis kann dann mit einem gewissen Anteil von idealerweise dividendenstarken Aktien kombiniert werden.
Tipp 3: Mehrere Joker sind besser als nur ein Trumpf
Wen besonders die Staatsschulden- und Eurokrise beunruhigt, der sollte sein Geld in eine ganze Reihe stabiler Währungen diversifizieren, und zwar in Länder, die bestimmte Kriterien erfüllen: Sie sollten vor allem ein geringes Haushaltsdefizit aufweisen, ein gesundes BIP-Wachstum haben und eine Währung, die sich über viele Jahre hinweg stabil entwickelt hat. Dazu zählen neben der Schweiz zum Beispiel Schweden, Neuseeland, Australien und Norwegen. Und auch bei den Anlageformen in den Währungen dieser Länder gilt: Diversifizieren ist besser als konzentrieren. Es sollten sowohl Aktien als auch Staats- und Unternehmensanleihen dabei sein. Einzelne Branchen sollten nicht zu stark übergewichtet werden.
Tipp 4: Finger weg von überteuerten Immobilien
„Ich versuche lediglich ängstlich zu sein, wenn andere gierig sind, und gierig zu sein, wenn andere ängstlich sind“. So fasste Warren Buffett seine Anlagestrategie zusammen. Von Immobilien würde er derzeit wohl abraten, denn verschiedene Befragungen von Privatanlegern in Mitteleuropa ergeben ein deutliches Bild: Immobilien stehen weit oben in der Gunst, während Aktien eine untergeordnete Rolle spielen. Diese unterschiedlichen Vorlieben zeigen sich in der Preisentwicklung. Immobilien kosten heute viel mehr als vor Beginn der Finanzkrise, während Aktien immer noch deutlich unter dem Niveau von 2008 liegen. Für einen antizyklischen Anleger spricht deshalb viel für einen positiven Blick auf die Börsen. Allzu beherzt sollte der Griff ins Depot dennoch nicht sein. Bei einer verantwortungsvollen Vermögensanlage sind Aktien nur ein Standbein von mehreren, die sorgfältig kombiniert und nach Ländern, Branchen und Währungen austariert werden sollten.