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Kommentar

Braucht Augsburg Supermärkte an jeder Ecke?

 Immer mehr Supermärkte ziehen in Augsburgs Innenstadt. Bildmontage: iStock/keport | vmm | B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Von Isabell Walter

In wenigen Tagen eröffnet REWE einen neuen Markt in der Frauentorstraße. Die nächsten Filialen stehen bereits in den Startlöchern. Aber muss wirklich schon am Supermarkt-Eingang der nächste Nahversorger in Sichtweite sein?

Jahrelang sind immer mehr Supermärkte auf die grüne Wiese gezogen. Sie punkten mit idealer Verkehrsanbindung und guten Parkmöglichkeiten. Oft sind sogar noch weitere Geschäfte des täglichen Bedarfs in unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelt. Drogerie-Märkte sind hier nur ein Beispiel von vielen. Klingt praktisch. Ist es auch. Und dennoch ist es an der Zeit umzudenken.

Das gilt vor allem für Innenstadtbereiche wie das Domviertel. Schon seit Jahren fehlt hier ein Geschäft, das die Bewohner mit Lebensmitteln versorgt. Das soll sich mit der Eröffnung des REWE City schon bald ändern. Nach jahrelanger Planung und Verzögerungen bei den Bauarbeiten sichert der Markt ab dem 28. Juni wieder die Nahversorgung des Quartiers. Im ehemaligen Fuggerstadt-Center am Bahnhof und dem früheren K&L-Gebäude am Königsplatz eröffnen ebenfalls schon bald neue REWE-Filialen. Der Standort in der Maximilianstraße, nur wenige hundert Meter weiter, bleibt dennoch bestehen. Er soll durch die neue Filiale entlastet werden.

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Denn momentan platzt das Geschäft aus allen Nähten. Der Grund dafür ist naheliegend. In der Nähe sind schlichtweg wenig Alternativen vorhanden. Ganze Stadtteile haben kaum einen Supermarkt in der Nähe. Das ist aber gerade in der Innenstadt keine Dauerlösung. Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt – allein im letzten Jahr zählte Augsburg 2.480 neue Einwohner – aber das Nahversorgungsangebot nicht nach. Diese Chance nutzt REWE. Die Supermarktkette bezieht leerstehende Ladenflächen und füllt die Versorgungslücken. Außerdem haben viele Innenstadtbewohner kein Auto, um zum großen Supermarkt auf der grünen Wiese zu fahren – und sie sollten auch keines haben müssen. Vor allem in Zeiten hoher Feinstaubbelastung ist jeder, der seine Einkäufe zu Fuß erledigen kann, ein Gewinn.

Nicht selten ist die Ansiedlung eines Supermarkts zudem Anlass für weitere Einzelhändler, ihre Geschäfte in der Nachbarschaft zu eröffnen. Das Prinzip ist einfach: Lebensmittel machen den Hauptanteil des täglichen Bedarfs aus. Entsprechend hochfrequentiert sind Supermärkte und deren unmittelbare Umgebung. Ideale Standorte für weitere Einzelhändler. Damit sichert ein Supermarkt nicht nur die Nahversorgung eines Quartiers, sondern kann auch ganze Stadtteile wiederbeleben.

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