Kommentar

Medienpreis Augsburg 2018: Berechtigte Dekadenz?

Die Preisträger des Augsburger Medienpreis 2018. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Alle zwei Jahre vergibt das Medienforum die Auszeichnung „Augsburger Medienpreis“ an lokale Medienschaffer. 2018 feierten 2.000 Gäste die Preisverleihung – zu übertrieben für die Fuggerstadt?

„Irgendwas mit Medien“ lautet der Berufswunsch vieler junger Menschen. Was daraus werden kann, zeigten die Gewinner des Augsburger Medienpreises. Mit Daniel Biskup, Dominik Scherer, Wolfgang Oberressl und Ralf Wengenmayr gewannen vier herausragende Medienmacher – oder vielmehr Künstler – in den Kategorien Bild, Ton, Wort und Ehrenpreis. Michael „Bully“ Herbig als Laudator und Stargast machte die Runde perfekt. Eine starke Entwicklung – oder nur Dekadenz?

Sie alle sind weit über die Grenzen Bayerisch-Schwabens bekannt, tragen Augsburg in die Welt und bringen die Welt nach Augsburg. Mit diesen Preisen sagen die Kollegen aus der Heimat Danke. Danke, für mutige Entscheidungen. Danke, für weite Wege. Danke, für die Inspiration. Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Stadt so viele kreative Kinder hervor bringt. BR-Moderatorin Brigitte Theile machte es deutlich: „Augsburg muss nicht mehr nach München schauen.“

Das galt auch für die Feier an sich. Den ganzen Abend verdankten die Gäste ehrenamtlichem Engagement. Zwei Jahre dauern die Vorbereitungen bis 2.000 Gäste einen Gala-Abend genießen können. Ein abwechslungsreiches Angebot drinnen wie draußen, gute Musik und lockere Stimmung. Vorstand Eiko Trausch scherzte im Vorfeld bereits, nächstes Mal nur eine Party zu schmeißen, statt Preise zu vergeben.

Fast das schlagendste Argument für den Erfolg des Medienpreises: ein kurzweiliges Programm. Umrahmt mit den Mundart-Liedern von Stefan Leonhardsberger und Martin Schmid wurde die Bühnen-Show nicht künstlich in die Länge gezogen. Nichts ist schlimmer für ein Publikum, als ein Sprecher, der das Mikrophon nicht mehr aus der Hand gibt. Tatsächlich hatte Theile eher das Problem, dass Daniel Biskup es für nicht mehr als ein zwei Sätze behalten wollte. Sympathisch.

Ging es vielen um sehen und gesehen werden? Ja. Hat sich Augsburg selbst gefeiert? Ganz bestimmt. Der Augsburger Medienpreis ist dennoch keine Preisverleihung im klassischen Stil. Viel mehr treffen sich gute Freunde und alte Bekannte in der Heimat. Alles was dazu auf der Bühne gefehlt hat, war ein großes Sofa wie bei „Wetten, dass..?“. Auch wenn es wohl schwer wird, 2020 wieder solch berühmte Gesichter auf die Bühne zu holen, hege ich keinen Zweifel, es könnte an zu wenig Engagement scheitern. Augsburg hat sich bei seinen Medienmachern bedankt. Nun sind wir wieder an der Reihe, Künstler zu sein.

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„Irgendwas mit Medien“ lautet der Berufswunsch vieler junger Menschen. Was daraus werden kann, zeigten die Gewinner des Augsburger Medienpreises. Mit Daniel Biskup, Dominik Scherer, Wolfgang Oberressl und Ralf Wengenmayr gewannen vier herausragende Medienmacher – oder vielmehr Künstler – in den Kategorien Bild, Ton, Wort und Ehrenpreis. Michael „Bully“ Herbig als Laudator und Stargast machte die Runde perfekt. Eine starke Entwicklung – oder nur Dekadenz?

Sie alle sind weit über die Grenzen Bayerisch-Schwabens bekannt, tragen Augsburg in die Welt und bringen die Welt nach Augsburg. Mit diesen Preisen sagen die Kollegen aus der Heimat Danke. Danke, für mutige Entscheidungen. Danke, für weite Wege. Danke, für die Inspiration. Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Stadt so viele kreative Kinder hervor bringt. BR-Moderatorin Brigitte Theile machte es deutlich: „Augsburg muss nicht mehr nach München schauen.“

Das galt auch für die Feier an sich. Den ganzen Abend verdankten die Gäste ehrenamtlichem Engagement. Zwei Jahre dauern die Vorbereitungen bis 2.000 Gäste einen Gala-Abend genießen können. Ein abwechslungsreiches Angebot drinnen wie draußen, gute Musik und lockere Stimmung. Vorstand Eiko Trausch scherzte im Vorfeld bereits, nächstes Mal nur eine Party zu schmeißen, statt Preise zu vergeben.

Fast das schlagendste Argument für den Erfolg des Medienpreises: ein kurzweiliges Programm. Umrahmt mit den Mundart-Liedern von Stefan Leonhardsberger und Martin Schmid wurde die Bühnen-Show nicht künstlich in die Länge gezogen. Nichts ist schlimmer für ein Publikum, als ein Sprecher, der das Mikrophon nicht mehr aus der Hand gibt. Tatsächlich hatte Theile eher das Problem, dass Daniel Biskup es für nicht mehr als ein zwei Sätze behalten wollte. Sympathisch.

Ging es vielen um sehen und gesehen werden? Ja. Hat sich Augsburg selbst gefeiert? Ganz bestimmt. Der Augsburger Medienpreis ist dennoch keine Preisverleihung im klassischen Stil. Viel mehr treffen sich gute Freunde und alte Bekannte in der Heimat. Alles was dazu auf der Bühne gefehlt hat, war ein großes Sofa wie bei „Wetten, dass..?“. Auch wenn es wohl schwer wird, 2020 wieder solch berühmte Gesichter auf die Bühne zu holen, hege ich keinen Zweifel, es könnte an zu wenig Engagement scheitern. Augsburg hat sich bei seinen Medienmachern bedankt. Nun sind wir wieder an der Reihe, Künstler zu sein.

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