A³ Wirtschaftsdialog

Best Practice Beispiel MAN: Firmen-Geschichte greifbar machen

Sven Schmidt, Dr. Jan Dietrich Müller, Andreas Thiel, Verena Ellenberger, Dr. Ingo Stader. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Wenn es um Unternehmens-Kommunikation geht, können die Verantwortlichen auf verschiedene Mittel und Wege zurückgreifen. Ein oft unterschätztes oder vernachlässigtes Instrument ist dabei die eigene Unternehmensgeschichte. Wie sich diese verwerten lässt und welches Potenzial darin steckt, war Thema des A³ Wirtschaftsdialogs bei MAN in Augsburg.

„Die Heritage Kommunikation hat einen festen Platz bei uns“, betonte Dr. Jan Dietrich Müller, Leiter Group Communications & Marketing bei der Augsburger MAN Diesel & Turbo SE. Wie zentral dieses verankert ist, konnten die Teilnehmer bereits am Verantsaltungsort selbst erkennen: Dem MAN Diesel & Turbo Museum. Dieses ist fester Bestandteil jeder Werksführung, wie der Kommunikations-Leiter erklärte.

„In Geschichte steckt wirklich Potenzial“

Das Unternehmen setzt dabei ganz gezielt auf seine Geschichte als Alleinstellungsmerkmal. „Die eigene Geschichte ist immer einzigartig“, bekräftigte auch Dr. phil Ingo Stader von der H&C Stader GmbH. „In Geschichte steckt wirklich Potenzial, das es gilt, zu nutzen.“ Dies tut MAN am Augsburger Werk beispielsweise auch durch eine Gedenkstätte am Aufstellungsort des ersten Diesel Motors. Damit zeigt MAN: „Der Kunde ist hier beim Original.“

A3 Wirtschaftsdialog bei der MAN Diesel & Turbo SE

175 Jahre MAN in Augsburg

Das Diesel-Erbe feierte MAN auch im Rahmen der Kampagne „175 Jahre MAN in Augsburg“ über verschiedene Aktionen wie Straßenbahn-Werbung, eine interne Grill-Aktion und ein Bürgerfest auf dem Rathausplatz. Damit sollte die ganze Stadt die Möglichkeit bekommen, das Traditions-Unternehmen kennenzulernen. Neben neuen einmaligen Aktionen wurden aber auch bestehende Arrangements und Sponsoring-Vereinbarungen gebündelt und verlängert.

Stader: Geschichte sollte dauerhaft präsent sein

Sich nur auf Jubiläen zu konzentrieren, sei jedoch zu wenig, ist Stader überzeugt. Ein Unternehmen müsse Geschichte dauerhaft erlebbar machen und dafür nach Anknüpfungspunkten von früher zu heute suchen. Bei MAN gibt es dazu ein 1,5 Millionen Dokumente umfassendes Archiv zur Firmengeschichte. Auf dieses greifen auch Historiker regelmäßig zurück, wie Dr. Jan Dietrich Müller berichtete.

Mit Heritage Kommunikation Skandalen begegnen

Mit der Kampagne „Home of the Diesel Enginge“ (zu Deutsch „Heimat des Diesel Motors“) begegnete MAN Diesel & Turbo außerdem dem Dieselskandals von VW. Auch hier nutzte das Unternehmen sein geschichtliches Erbe. Das Unternehmen wollte Rudolf Diesel „als den Revolutionär zeigen, der er war“. Virtuell flankiert nutzt MAN zudem den Leitspruch des Diesel-Vaters – Wollen ist Können – um die Zukunftsstrategie nach außen zu kommunizieren. Dr. phil. Ingo Stader betonte in diesem Zusammenhang, dass historische Authentizität Glaubwürdigkeit garantieren würde.

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