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Bertram Brossardt: „Die Zahlen sind dramatisch“
Umfrage

Bertram Brossardt: „Die Zahlen sind dramatisch“

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw. Foto: vbw
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw. Foto: vbw

Die Corona-Krise ist auch in Bayerisch-Schwaben noch lange nicht durchgestanden. Das ist das Fazit der aktuellen Umfrage von bayme vbw. Wovor der bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt jetzt warnt.

Lediglich 17,9 Prozent der Betriebe der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (M+E) erwarten, Ende 2020 bereits wieder das Vorkrisenniveau in der Produktion erreicht zu haben. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage von bayme vbm bei der auch Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben befragt wurden. Für 54,1 Prozent der Befragten ist eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau derzeit jedoch noch nicht absehbar. „Über die Hälfte der Unternehmen leidet aktuell noch unter größeren Einschränkungen in der Produktion, jedes zweite davon ist sogar stark oder sehr stark betroffen“, kommentierte bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die aktuelle Umfrage der bayerischen M+E-Arbeitgeberverbände unter ihren Mitgliedsunternehmen und ergänzte: „Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht ausgestanden. Die Belastungen für die Wirtschaft sind enorm und die Perspektiven verhalten, wenn auch eine leichte Erholung eingesetzt hat.“

„Wir müssen aufpassen, dass wir international nicht abgehängt werden“

So ist die Kapazitätsauslastung von 64 Prozent im Juli auf 77 Prozent im Oktober gestiegen. „Eine erfreuliche Entwicklung, in der sich aber auch Nachholeffekte zeigen“, erklärte Brossardt. Laut Umfrage erwarten weiterhin rund zwei Drittel der Unternehmen einen Umsatzrückgang im Jahr 2020. Im Mittel liegt dieser bei 23 Prozent. „Das sind dramatische Zahlen. Der entgangene Gewinn fehlt schmerzlich bei Investitionen in die Zukunft. Wir müssen aufpassen, dass wir international nicht abgehängt werden. Politik und Tarifpartner sind nun gefragt, keine weiteren Belastungen, sondern Entlastungen für die Unternehmen zu schaffen“, resümierte Brossardt.

Kurzarbeit nach wie vor aktiv

Die Unternehmen in Bayerisch-Schwaben versuchen trotz der Krise die Beschäftigung zu sichern und nutzen dafür weiterhin in großem Umfang die Kurzarbeit. „53,9 Prozent der bayerischen M+E Unternehmen arbeiten aktuell kurz. In diesen Unternehmen sind rund 45 Prozent der Mitarbeiter betroffen. Das Instrument der Kurzarbeit verhindert einen größeren Beschäftigungsabbau und die Verlängerung bis Ende 2021 war die richtige Entscheidung“, kommentierte Brossardt. Laut Umfrage müssen dennoch 30,6 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiterzahl bis Ende 2020 reduzieren. 9,3 Prozent der Betriebe sehen sich außerdem dazu gezwungen, betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen. Auch im Verlauf des Jahres 2021 plant noch jedes vierte Unternehmen Beschäftigung zu verringern. „Mit Blick auf die bevorstehende Tarifrunde hoffen wir auf eine der Lage angemessene Forderung unseres Tarifpartners. Alles andere würde den Ernst der Situation verkennen“, schloss Brossardt.

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