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In Nürnberg prämierten die bayerischen Sparkassen 2019 zum 17. Mal die Gewinner des Bayerischen Gründerpreises. Unter diesen war auch das Fritz-Felsenstein-Haus. Das Zentrum für Menschen mit Körper- oder Mehrfachbehinderung sitzt in Königsbrunn. 1968 gegründet feierte es letztes Jahr sein 50jähriges Bestehen. Seit Anfang an betreut wird der Verein von der Stadtsparkasse Augsburg.
Feierstunde in Augsburg
Dass der Fritz-Felsenstein-Haus e.V. nun den Sonderpreis erhielt sei „ein echtes Highlight, auch für unserer Stadtsparkasse“, freute sich SSKA Vorstand Dr. Walter Eschle bei einer Pressekonferenz in Augsburg. Die Partner hatten zu einer kleinen Feierstunde in das Dachcafé von Fritz & Jack geladen.
Das Wohn-Projekt Fritz & Jack
Fritz & Jack ist ein weiteres „besonderes Projekt“ des Fritz-Felsenstein-Hauses. Das Kompetenzzentrum richtet derzeit im ehemaligen St. Jakobsstifts 24 Ein-Personen-Appartements im Südflügel des Gebäudes her. Diese werden zu gleichen Teilen an Menschen mit und ohne Behinderung vermietet. Ziel des Inklusiven Wohnprojekts ist eine gelebte Nachbarschaft, in der die Bewohner ohne Behinderung mindestens 5 Wochenstunden Assistenzarbeit leisten. Im Juli 2019 sind die ersten 8 Einheiten bezugsfertig. Wie schon bei vielen Projekten zuvor, hat sich hier auch die Stadtsparkasse Augsburg beim Umbau engagiert.
„Man wird ja selten als Sozialer für Unternehmerisches geehrt“
Freude über den Gründerpreis gab es auch bei den Verantwortlichen des Fritz-Felsenstein-Hauses. Gregor Beck, Michael Amberg und Werner Zahn nahmen die Auszeichnung „stellvertretend für alle Mitarbeiter entgegen“, wie Beck betonte. „Man wird ja selten als Sozialer für Unternehmerisches geehrt“, erklärte er weiter. Die Auszeichnung sei eine ganz besondere Anerkennung der Arbeit „im Dienst der Menschen mit Behinderung“.
Beck: Zu wenig Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung
Diese Arbeit verrichtet der Verein in Kooperation mit vielen Partnern. Mit der Hochschule Augsburg werde gemeinsam an Assistenz-Systemen für Menschen mit Körper- oder Mehrfachbehinderung gearbeitet. Auch mit dem Leiter der neuen Sozial-Pädagogischen Fakultät der HS stehe Beck im engen Kontakt. „Das größte Manko ist der Bereich Arbeit“, erzählt er derweil. Zwar sei das Fritz-Felsenstein-Haus gerade im schulischen Bereich sehr stark aufgestellt und beschäftige auch eine Mitarbeiterin zur Vermittlung von Praktika und Ausbildungsplätzen für Behinderte. Doch das Angebot ist nur sehr dürftig. „Es wäre problemlos möglich dies Menschen in Arbeit zu bringen. Es braucht nur umdenken“, so Beck. Gerade das Umbauen von Arbeitsplätzen und Ähnliches könne komplett finanziert werden lassen.
Weiteres Problem: Eigener Wohnraum für Behinderte
Mit Fritz & Jack arbeitet das Fritz-Felsenstein-Haus derzeit intensiv am Ausbau der ambulanten Betreuung von Menschen mit Behinderung. Beck zu Folge könnte die Hälfte der Betroffenen außerhalb einer stationären Wohnheim-Gruppe – mit Unterstützung – leben. Doch das Wohnungsangebot ist wie bei den Arbeitsplätzen nur sehr beschränkt. Die 12 Appartements im Fritz & Jack sind bereits vermietet. Neben den Mietern ohne Behinderung für die restlichen 12 Wohneinheiten, kümmern sich auch Mitarbeiter der Tochter gGmbH PAsst! um die Menschen dort. PAsst! ist der erste Assistenzdienst der Körperbehinderte Menschen in eigenen Wohnungen betreut.