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Augsburger Unternehmen Go-Ahead zieht Zwischenbilanz im Allgäu
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Schienenverkehr

Augsburger Unternehmen Go-Ahead zieht Zwischenbilanz im Allgäu

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Ein Zug des Go-Ahead Eisenbahnunternehmens. Bild: Go-Ahead.
Von Ellen Köhler

Nach 100 Tagen des Betriebs auf der Strecke von Lindau nach München zieht das Augsburger Eisenbahnunternehmen Go-Ahead ein erstes Fazit. Was bereits erreicht wurde und in welchen Bereichen noch Verbesserungsbedarf herrscht.

Seit dem 12. Dezember betreibt Go-Ahead Bayern im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und des Verkehrsministeriums von Baden-Württemberg den Regionalverkehr auf der Strecke von Lindau über Memmingen nach München.


Der Geschäftsführer zeigt sich zufrieden

 „Der Start ist gut gelungen“, freut sich Geschäftsführer Fabian Amini. „Es gab kleinere Anlaufschwierigkeiten. Das war leider nicht ganz zu vermeiden, denn nicht alles kann vom ersten Tag an perfekt sein. Inzwischen sind wir routinierter geworden, und die Abläufe haben sich gut eingespielt. Der Zugverkehr ist stetig pünktlicher und stabiler geworden, und ich bin stolz auf das gesamte Team, das mit Feuereifer daran gearbeitet hat, gut zu starten.“

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Wenige Verspätungen und Ausfälle

Go-Ahead Bayern stellt fest, dass inzwischen rund 90 Prozent der Züge im sogenannten E-Netz Allgäu pünktlich unterwegs sind, gemessen am branchenüblichen Wert von weniger als sechs Minuten Verspätung. Weniger als ein Prozent der Züge ist ausgefallen – zum Beispiel, weil Streckensperrungen einen Zugverkehr unmöglich gemacht haben; das ist ein vergleichsweise niedriger Wert.


Verbesserungen im Betrieb und Pünktlichkeit

Auch die Auftraggeber äußern sich zufrieden. „Die BEG hat die Betriebsaufnahme im E-Netz Allgäu eng begleitet. Nach 100 Tagen im Betrieb geht der Trend in die richtige Richtung. Die Neufahrzeuge laufen stabil und die Tests im Rahmen unseres Messsystems Servicequalität sind sehr vielversprechend gestartet. Die Pünktlichkeit der Züge ist zwar noch ausbaufähig – auch hier ist aber eine positive Gesamtentwicklung zu beobachten. Wir befinden uns derzeit in intensiven Gesprächen mit Go-Ahead und dem Infrastrukturbetreiber DB Netz AG, um weitere Verbesserungen im Betrieb und bei der Pünktlichkeit zu erreichen,“ erläutert Thomas Prechtl, Sprecher der BEG-Geschäftsführung.


Die Infrastruktur macht Probleme

Schwierigkeiten bereitet die Infrastruktur – also die Schienen, die Bahnhofsanlagen und alles, was dazugehört. Es zeigt sich auch hier im so genannten E-Netz Allgäu, dass die Infrastruktur viel zu knapp bemessen und auch zu störanfällig ist. Sobald irgendetwas nicht planmäßig verläuft, gibt es kaum Spielraum, um das auszugleichen – so sind dann schnell auch andere Züge verspätet, und Fahrgäste verpassen womöglich ihre Anschlüsse.


 Die Bundespolitik muss handeln

 „Wir stellen fest, dass fast 80 Prozent unserer Verspätungen Ursachen haben, die wir nicht beeinflussen können. Ob ein Sturmschaden mit auf den Schienen, ein Bahnübergang, an dem die Schranken nicht schließen, oder lange, eingleisige Streckenabschnitte, die belegt sind: Unsere Züge müssen in solchen Fällen stehenbleiben“, schildert Amini das Problem. Er sieht die Bundespolitik in der Pflicht: als Eigentümerin der Schienen und Stationen, die vielerorts dringend ausgebaut und modernisiert werden müssen, aber auch als Gesetzgeberin, die die zahlreichen Gesetze und Regularien verabschiedet, die das Verkehrsmittel Eisenbahn manchmal schwerfällig und unflexibel machen.

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Fehlende Abstellgleise führen zu Problemen

Ein weiterer Punkt: Morgens fahren viele Menschen nach München, abends möchten sie zurück ins Allgäu. In der Zeit dazwischen werden nicht so viele Züge gebraucht, und sie werden abgestellt. Die dafür nötigen Abstellgleise fehlen in und um München, und auch an anderen Orten. Die Folge ist derzeit, dass überzählige Zugteile morgens leer ins Allgäu bewegt werden müssen und am Nachmittag wieder leer nach München, damit sie dann dort für die Fahrgäste wieder zur Verfügung stehen. „Es würde uns und dem gesamten Eisenbahnsystem in der Region sehr helfen, wenn es mehr Abstellmöglichkeiten geben würde, in München und auch an anderen Orten", sagt Amini.


Stau auf der Schiene

Ab Geltendorf in Richtung München gibt es nur zwei Gleise, die Go-Ahead sich mit der S-Bahn, dem Fernverkehr von und nach Zürich, dem Güterverkehr und weiteren Eisenbahnunternehmen teilen muss – da kommt es schnell mal zum Stau auf der Schiene. „Wir würden unsere Fahrgäste gerne pünktlich ans Ziel bringen, doch leider ist das nicht immer zu schaffen“, bedauert Amini. „Wir sehen sehr deutlich, dass sich die Verspätungen in beiden Richtungen im über 100 Kilometer langen, nur eingleisigen Abschnitt Hergatz – Buchloe aufbauen, und dasselbe beobachten wir beim Flaschenhals vor dem Münchener Hauptbahnhof. Hier ist die Bundespolitik in der Pflicht, ihr eigenes Schienennetz und ihre Stationen so herzurichten und auszubauen, dass die von ihr selbst gewünschte Verkehrsverlagerung auf die Schiene auch möglich wird.“


Lob und Zuspruch

Abgesehen von den eigenen Erfahrungen und Eindrücken bekommt Go-Ahead Bayern immer wieder Rückmeldungen zum Betriebsstart. „Uns freut natürlich sehr, dass wir da auch viel Lob erhalten, sowohl von Fachleuten als auch von Fahrgästen“, sagt Amini. „Unser ganzes Team ist sehr motiviert und engagiert bei der Sache, und das merkt man auch.“

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