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Augsburger KI-Produktionsnetzwerk erhält Hermann-Schmidt-Preis 2025
Auszeichnung

Augsburger KI-Produktionsnetzwerk erhält Hermann-Schmidt-Preis 2025

(v.l.n.r.:) Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser (Präsident, Bundesinstitut für Berufsbildung), Volker Zimmermann (stv. Hauptgeschäf
(v.l.n.r.:) Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser (Präsident, Bundesinstitut für Berufsbildung), Volker Zimmermann (stv. Hauptgeschäftsführer, HWK für Schwaben), Dr. Marietta Menner (Leitung KI-Bildungsprogramm, Universität Augsburg), Dr. Christian A. Fischer (stv. Leiter Bereich Berufliche Bildung, IHK Schwaben), Dr. Bernd Rupprecht (Bundesministerium Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend) Foto: BIBB/Tobias Vollmer

Das KI-Zusatzzertifikat des KI-Produktionsnetzwerks an der Universität Augsburg ist mit dem Hermann-Schmidt-Preis 2025 ausgezeichnet worden. Das Weiterbildungsangebot verbindet berufliche Ausbildung mit anwendungsnaher KI-Kompetenz.

Das KI-Produktionsnetzwerk der Universität Augsburg hat für sein „KI-Zusatzzertifikat für Auszubildende“ eine bundesweite Auszeichnung erhalten. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) verlieh dem Projekt am Ende Januar den Hermann-Schmidt-Preis 2025. Die Jury würdigte damit ein Bildungsangebot, das jungen Menschen aus Industrie und Handwerk einen strukturierten Einstieg in den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion ermöglichen möchte. Der mit 3.000 Euro verbundene Preis stand in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt „Künstliche Intelligenz in der beruflichen Bildung – Innovationen für Aus- und Weiterbildung“.

Brücke zwischen Ausbildung, Wissenschaft und Wirtschaft

Das Zertifikatsangebot wird seit zwei Jahren vom KI-Produktionsnetzwerk der Universität Augsburg umgesetzt. Ziel ist es, Auszubildenden frühzeitig grundlegende Kompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu vermitteln und deren praktische Einsatzmöglichkeiten greifbar zu machen. Nach Einschätzung der Programmverantwortlichen versteht sich das Projekt nicht als rein akademisches Angebot, sondern als Transferinstrument für die betriebliche Praxis. Die Leiterin des KI-Bildungsprogramms und Augusta-Preisträgerin Dr. Marietta Menner betont den gesellschaftlichen Anspruch des Ansatzes. „Als Universität verstehen wir Bildung als gesellschaftliche Verantwortung, nicht nur für Studierende, sondern auch für die Fachkräfte von morgen. Mit unserem KI-Zertifikat für Auszubildende schlagen wir eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“, so Menner.

Kooperation mit Kammern als Erfolgsfaktor

Entwickelt wurde das KI-Zusatzzertifikat gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Schwaben sowie der Handwerkskammer für Schwaben. Seit dem Start des Regelbetriebs im Frühjahr 2024 haben knapp 500 Auszubildende aus 164 Unternehmen an dem Kurs teilgenommen. Die Jury des Hermann-Schmidt-Preises würdigte insbesondere diesen Wissenstransfer sowie die enge Verzahnung von beruflicher Bildung, Forschung und betrieblicher Anwendung.

Aus Sicht der IHK Schwaben leistet das Zertifikat einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation der Unternehmen. „Die Auszubildenden erleben in den Lehrgängen, dass KI nicht abstrakt oder kompliziert sein muss, sondern ihnen im Arbeitsalltag ganz konkret hilft. Diese frühe Praxiserfahrung stärkt ihr Selbstvertrauen und macht sie zu aktiven Gestaltern der digitalen Transformation“, erklärt Dr. Christian Fischer, der stellvertretende Leiter des Bereichs Berufliche Bildung bei der IHK Schwaben.

Relevanz für Industrie und Handwerk

Auch das Handwerk profitiert aus Sicht der Handwerkskammer für Schwaben von dem Qualifizierungsangebot. Die vermittelten Grundlagen ermöglichen es den Auszubildenden, KI-Anwendungen im Betrieb mitzugestalten und weiterzuentwickeln. KI biete auch dem Handwerk große Chancen, angefangen bei der Kundenkommunikation über Planung und Organisation bis zur Produktion und Fertigung. „Die jungen Menschen, die mit dem Zertifikat grundlegende KI-Kompetenzen erwerben, werden in ihren Ausbildungsbetrieben dadurch zu wichtigen Unterstützern bei der Entwicklung von Anwendungsmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz“, bestätigt Volker Zimmermann, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der HWK für Schwaben.

Aufbau des Zertifikatskurses

Der Kurs beginnt mit einem interaktiv konzipierten Online-Modul, in dem Grundlagen der Künstlichen Intelligenz mit Fokus auf Produktionsprozesse vermittelt werden. Nach einem integrierten Wissenstest folgen zwei Präsenztage an der Universität Augsburg. Dort arbeiten die Teilnehmenden in einer speziell für das Zertifikat eingerichteten KI-Lernumgebung an praxisnahen Anwendungen.

Der Hermann-Schmidt-Preis wird seit 1996 vom Bundesinstitut für Berufsbildung vergeben. Ziel ist es, innovative Konzepte in der beruflichen Bildung sichtbar zu machen und als übertragbare Modelle zu fördern. Namensgeber ist der frühere BIBB-Präsident Prof. Dr. Hermann Schmidt. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Bildungskonferenz „Zukunft gestalten: Künstliche Intelligenz in der beruflichen Bildung“ am Ende Januar vor mehr als 150 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Praxis in Bonn statt.

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