Kommentar zur Leiser-Schließung

Augsburger Einzelhändler könnten mehr voneinander lernen

Leiser verlässt den Standort in der Augsburger Innenstadt. Foto: Rebecca Weingarten / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Mit Leiser verliert die Augsburger Innenstadt schon wieder einen Traditionshändler in zentraler Lage. Das ist bedauerlich – vor allem, weil mehr für den Standort hätte getan werden können, findet unsere Redakteurin Rebecca Weingarten.

Im Frühjahr dieses Jahres startete für Leiser das dritte Schutzschirm-Verfahren innerhalb weniger Jahre. Bereits zuvor musste eine Filiale in Augsburg schließen, damals am Moritzplatz. Nun ist klar, dass das Schuhfachgeschäft auch den Standort in der Annastraße verlassen wird.

Für die Innenstadt ist das sehr schade. Nicht etwa, weil es wichtig ist, dass es möglichst viele Schuhgeschäfte in Augsburg gibt. Vielmehr geht es darum, dass das Stadtbild erneut einen alteingesessenen Händler verliert und das in sehr zentraler Lage. Zu denken gibt hier auch, dass die Schließung der Filiale vielleicht hätte verhindert werden können.

Denn um die Kunden in die Läden zu locken, müssen sich die Händler etwas einfallen lassen. Hier könnten viele sicherlich mehr tun. So nutzt der Online-Handel geschickt die Bequemlichkeit der Kunden für sich. Auch Leiser hätte hier Chancen gehabt, um das Beispiel noch einmal aufzugreifen. So hätte der Standort in Augsburg nicht nur den Eingang Richtung Annastraße, sondern auch den Richtung Stadtbücherei nutzen können. Da Leiser auf natürlichem Weg vom Ernst-Reuter-Parkhaus in die Innenstadt liegt, hätte dieser Schritt die Laufkundschaft sicherlich erhöht. Andere Geschäfte wie Thalia, Karstadt oder TK Maxx machen das Konzept bereits länger vor. Sie nutzen ihre Eingänge ganz gezielt, um die potentielle Kunden anzusprechen.

Gerade am Beispiel der Buchhandlung Thalia wird zudem deutlich: Läden, die unaufdringlich Aufenthaltswert schaffen, ziehen Menschen wie magisch an. Auch lange Öffnungszeiten machen es Kunden leichter, das Angebot des stationären Handels zu nutzen. Gleiches gilt für Aktionen, die Mehrwert bieten oder Online-Shops, die das Angebot des stationären Handels ergänzen.

Es gibt im Einzelhandel bereits zahlreiche Konzepte, die gut funktionieren. Doch wer hier seine Chancen nicht nutzt, hat es schwer.

Leiser verlässt den Standort in der Augsburger Innenstadt. Foto: Rebecca Weingarten / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
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Mit Leiser verliert die Augsburger Innenstadt schon wieder einen Traditionshändler in zentraler Lage. Das ist bedauerlich – vor allem, weil mehr für den Standort hätte getan werden können, findet unsere Redakteurin Rebecca Weingarten.

Im Frühjahr dieses Jahres startete für Leiser das dritte Schutzschirm-Verfahren innerhalb weniger Jahre. Bereits zuvor musste eine Filiale in Augsburg schließen, damals am Moritzplatz. Nun ist klar, dass das Schuhfachgeschäft auch den Standort in der Annastraße verlassen wird.

Für die Innenstadt ist das sehr schade. Nicht etwa, weil es wichtig ist, dass es möglichst viele Schuhgeschäfte in Augsburg gibt. Vielmehr geht es darum, dass das Stadtbild erneut einen alteingesessenen Händler verliert und das in sehr zentraler Lage. Zu denken gibt hier auch, dass die Schließung der Filiale vielleicht hätte verhindert werden können.

Denn um die Kunden in die Läden zu locken, müssen sich die Händler etwas einfallen lassen. Hier könnten viele sicherlich mehr tun. So nutzt der Online-Handel geschickt die Bequemlichkeit der Kunden für sich. Auch Leiser hätte hier Chancen gehabt, um das Beispiel noch einmal aufzugreifen. So hätte der Standort in Augsburg nicht nur den Eingang Richtung Annastraße, sondern auch den Richtung Stadtbücherei nutzen können. Da Leiser auf natürlichem Weg vom Ernst-Reuter-Parkhaus in die Innenstadt liegt, hätte dieser Schritt die Laufkundschaft sicherlich erhöht. Andere Geschäfte wie Thalia, Karstadt oder TK Maxx machen das Konzept bereits länger vor. Sie nutzen ihre Eingänge ganz gezielt, um die potentielle Kunden anzusprechen.

Gerade am Beispiel der Buchhandlung Thalia wird zudem deutlich: Läden, die unaufdringlich Aufenthaltswert schaffen, ziehen Menschen wie magisch an. Auch lange Öffnungszeiten machen es Kunden leichter, das Angebot des stationären Handels zu nutzen. Gleiches gilt für Aktionen, die Mehrwert bieten oder Online-Shops, die das Angebot des stationären Handels ergänzen.

Es gibt im Einzelhandel bereits zahlreiche Konzepte, die gut funktionieren. Doch wer hier seine Chancen nicht nutzt, hat es schwer.

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