Kommentar

Streitthema Innenstadt: Klaffende Leere oder Überlebens-Künstler?

Symbolbild. Foto: Rebecca Weingarten / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Ob es um Leerstände, Parkplätze oder Klagen geht: Bei den Themen, die den Einzelhandel bewegen, kochen die Gefühle hoch. Doch wie schlimm ist die Lage in Augsburg wirklich?

Der Einzelhandel ist ein hartes Pflaster. Hier ist es wie so oft in unserer kapitalistisch geprägten Welt: Die Kleinen trifft es immer am stärksten. Das ist mehr als nur bedauerlich. Läden, die teilweise jahrzehntelang die Innenstadt prägten, verschwinden.

Aber stimmt diese Wahrnehmung auch? Tatsache ist: Es gibt Probleme, die den Einzelhändlern das Leben schwer machen und die sich auch nicht wegdiskutieren lassen. Die zunehmende Schwierigkeit für Kunden, Parkplätze zu finden, gehört dazu sicherlich ebenso wie der digitale Wandel oder steigende Mieten. Hinzu kommen Leerstände in exponierten Lagen, welche das Gefühl, das der Augsburger Einzelhandel vor dem Aus steht, verschlimmern: Das ehemalige Woolworth-Gebäude in der Annastraße springt jeden halbwegs aufmerksamen Beobachter bei diesem Thema ja geradezu an.

Doch die gefühlte Wahrheit und die tatsächliche Entwicklung klaffen weit auseinander. So gibt es gar keinen überdurchschnittlich hohen Leerstand in Augsburg. Anfang dieses Jahres wurde in der Innenstadt, also in der Haupt-Einkaufslage, eine Quote von 3,4 Prozent gemessen. Dies gilt im bayernweiten Vergleich als guter Wert. Und es gibt auch Einzelhändler, die sich den Herausforderungen erfolgreich stellen.

Ein gutes Beispiel dafür ist Rübsamen. Das Modehaus ist seit über 100 Jahren in der Karolinenstraße zu finden und gilt als Augsburger Institution. Dabei hat sich Rübsamen immer wieder neu erfinden müssen. Einzelhändler müssen viel dafür tun, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Rübsamen hat das erkannt und erfolgreich umgesetzt. So ist das Modehaus auch in der City-Galerie zu finden und übrigens auch im Internet. Gleiches gilt für Feinkost Kahn, um auch ein Beispiel aus der Gastronomie zu nennen: Statt sich auf ein Standbein zu verlassen, ist das Familienunternehmen breit aufgestellt. Beide Beispiele zeigen, dass ein Überleben in der Augsburger Innenstadt durchaus möglich ist.

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Der Einzelhandel ist ein hartes Pflaster. Hier ist es wie so oft in unserer kapitalistisch geprägten Welt: Die Kleinen trifft es immer am stärksten. Das ist mehr als nur bedauerlich. Läden, die teilweise jahrzehntelang die Innenstadt prägten, verschwinden.

Aber stimmt diese Wahrnehmung auch? Tatsache ist: Es gibt Probleme, die den Einzelhändlern das Leben schwer machen und die sich auch nicht wegdiskutieren lassen. Die zunehmende Schwierigkeit für Kunden, Parkplätze zu finden, gehört dazu sicherlich ebenso wie der digitale Wandel oder steigende Mieten. Hinzu kommen Leerstände in exponierten Lagen, welche das Gefühl, das der Augsburger Einzelhandel vor dem Aus steht, verschlimmern: Das ehemalige Woolworth-Gebäude in der Annastraße springt jeden halbwegs aufmerksamen Beobachter bei diesem Thema ja geradezu an.

Doch die gefühlte Wahrheit und die tatsächliche Entwicklung klaffen weit auseinander. So gibt es gar keinen überdurchschnittlich hohen Leerstand in Augsburg. Anfang dieses Jahres wurde in der Innenstadt, also in der Haupt-Einkaufslage, eine Quote von 3,4 Prozent gemessen. Dies gilt im bayernweiten Vergleich als guter Wert. Und es gibt auch Einzelhändler, die sich den Herausforderungen erfolgreich stellen.

Ein gutes Beispiel dafür ist Rübsamen. Das Modehaus ist seit über 100 Jahren in der Karolinenstraße zu finden und gilt als Augsburger Institution. Dabei hat sich Rübsamen immer wieder neu erfinden müssen. Einzelhändler müssen viel dafür tun, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Rübsamen hat das erkannt und erfolgreich umgesetzt. So ist das Modehaus auch in der City-Galerie zu finden und übrigens auch im Internet. Gleiches gilt für Feinkost Kahn, um auch ein Beispiel aus der Gastronomie zu nennen: Statt sich auf ein Standbein zu verlassen, ist das Familienunternehmen breit aufgestellt. Beide Beispiele zeigen, dass ein Überleben in der Augsburger Innenstadt durchaus möglich ist.

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