Deutsche Bahn AG

Augsburg – Nürnberg: Stündliche Zugverbindung für Deutsche Bahn „wirtschaftlich nicht darstellbar“

Keine stündliche Verbindung nach Nürnberg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Der Fahrgastverband PRO BAHN wies vor einigen Tagen darauf hin, dass es noch immer keine stündliche IC oder ICE-Zugverbindung zwischen Augsburg und Nürnberg gibt. Die Deutsche Bahn AG erklärt auf Nachfrage unserer Redaktion, warum sich diese nicht für das Unternehmen rentiert.

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

„Augsburg und Nürnberg sind beides Ballungs- und Wirtschaftsräume, die auf der Schiene hervorragend verbunden sind. Der Zug schafft die Strecke mit einem Zwischenhalt in Donauwörth in 70 Minuten, mit dem Auto braucht man mindestens eine halbe Stunde länger“, so PRO BAHN-Sprecher Winfried Karg vergangene Woche. Das Streckennetz wäre also vorhanden, könnte laut PRO BAHN mit einer stündlichen Verbindung aber besser genutzt werden. Der frühere Ministerpräsident Edmund Stoiber, der bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu und der Chef der damaligen Deutschen Bundesbahn, Heinz Dürr, versprachen laut PRO BAHN damals eine stündliche Anbindung. Diese besteht bisher jedoch nicht.

Verbindung von München aus ist beliebter

Ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, woran das liegt: „Die in den 90er Jahren vom damaligen Bahnchef Heinz Dürr gemachten Äußerungen zur stündlichen Bedienung Augsburgs stammen aus einer Zeit, in der die Schnellfahrstrecke Nürnberg, Ingolstadt, München noch nicht in Betrieb war. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2006 hat diese Strecke eine extrem positive Entwicklung genommen und in ihrer Sogwirkung die Nachfrage über den rund 25 Minuten längeren Parallelweg über Augsburg entsprechend gemindert.“

Strecke kann sich nicht selbst finanzieren

Dazu kommen veränderte Rahmenbedingen. So gebe es einen starken Wettbewerb durch die Fernbus-Liberalisierung. Das Fernverkehr-Angebot der Deutschen Bahn wird zudem nicht vom Freistaat Bayern subventioniert, wie beispielsweise das Angebot im Regionalverkehr. Die Verbindungen müssen sich daher durch Fahrgeldeinnahmen finanzieren.

„DB Fernverkehr plant aber weiterhin, elf Zugpaare von Augsburg Richtung Norden anzubieten“

„Vor diesem Hintergrund ist im Fernverkehr ein Stundentakt Nürnberg-Augsburg mit der heutigen Reisendennachfrage wirtschaftlich nicht darstellbar“, heißt es von Seiten der Bahn. „DB Fernverkehr plant aber weiterhin, elf Zugpaare von Augsburg Richtung Norden anzubieten. Davon fahren die meisten Züge über Nürnberg, einzelne über die direkte Strecke via Ansbach nach Würzburg. Eine weitere Ausweitung des Fernverkehr-Zugangebotes geben die Fahrgastzahlen derzeit nicht her.“

PRO BAHN fordert, den Verkehrssektor auf die Schienen zu setzten

Der Fahrgastverband PRO BAHN begründet seine Forderungen derweil nicht nur auf dem gegebenen Versprechen. Für den schwäbischen Raum sei die Verbindung über Nürnberg hinaus in Richtung Berlin und Hamburg sehr wichtig. Im Gegenzug kämen viele Touristen und Geschäftsreisende nach Süden. „Klima- und Energiewende, die Stärkung des ländlichen Raums, weniger Abgase und Feinstaub, weniger Lärm und Flächenverbrauch – all diese Ziele der Politik sind nicht zu erreichen, wenn im Verkehrssektor nicht verstärkt auf die Schiene gesetzt wird“, so PRO BAHN-Sprecher Winfried Karg.

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„Augsburg und Nürnberg sind beides Ballungs- und Wirtschaftsräume, die auf der Schiene hervorragend verbunden sind. Der Zug schafft die Strecke mit einem Zwischenhalt in Donauwörth in 70 Minuten, mit dem Auto braucht man mindestens eine halbe Stunde länger“, so PRO BAHN-Sprecher Winfried Karg vergangene Woche. Das Streckennetz wäre also vorhanden, könnte laut PRO BAHN mit einer stündlichen Verbindung aber besser genutzt werden. Der frühere Ministerpräsident Edmund Stoiber, der bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu und der Chef der damaligen Deutschen Bundesbahn, Heinz Dürr, versprachen laut PRO BAHN damals eine stündliche Anbindung. Diese besteht bisher jedoch nicht.

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Ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, woran das liegt: „Die in den 90er Jahren vom damaligen Bahnchef Heinz Dürr gemachten Äußerungen zur stündlichen Bedienung Augsburgs stammen aus einer Zeit, in der die Schnellfahrstrecke Nürnberg, Ingolstadt, München noch nicht in Betrieb war. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2006 hat diese Strecke eine extrem positive Entwicklung genommen und in ihrer Sogwirkung die Nachfrage über den rund 25 Minuten längeren Parallelweg über Augsburg entsprechend gemindert.“

Strecke kann sich nicht selbst finanzieren

Dazu kommen veränderte Rahmenbedingen. So gebe es einen starken Wettbewerb durch die Fernbus-Liberalisierung. Das Fernverkehr-Angebot der Deutschen Bahn wird zudem nicht vom Freistaat Bayern subventioniert, wie beispielsweise das Angebot im Regionalverkehr. Die Verbindungen müssen sich daher durch Fahrgeldeinnahmen finanzieren.

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„Vor diesem Hintergrund ist im Fernverkehr ein Stundentakt Nürnberg-Augsburg mit der heutigen Reisendennachfrage wirtschaftlich nicht darstellbar“, heißt es von Seiten der Bahn. „DB Fernverkehr plant aber weiterhin, elf Zugpaare von Augsburg Richtung Norden anzubieten. Davon fahren die meisten Züge über Nürnberg, einzelne über die direkte Strecke via Ansbach nach Würzburg. Eine weitere Ausweitung des Fernverkehr-Zugangebotes geben die Fahrgastzahlen derzeit nicht her.“

PRO BAHN fordert, den Verkehrssektor auf die Schienen zu setzten

Der Fahrgastverband PRO BAHN begründet seine Forderungen derweil nicht nur auf dem gegebenen Versprechen. Für den schwäbischen Raum sei die Verbindung über Nürnberg hinaus in Richtung Berlin und Hamburg sehr wichtig. Im Gegenzug kämen viele Touristen und Geschäftsreisende nach Süden. „Klima- und Energiewende, die Stärkung des ländlichen Raums, weniger Abgase und Feinstaub, weniger Lärm und Flächenverbrauch – all diese Ziele der Politik sind nicht zu erreichen, wenn im Verkehrssektor nicht verstärkt auf die Schiene gesetzt wird“, so PRO BAHN-Sprecher Winfried Karg.

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