Unternehmerfrühstück

Augsburg: Darum ist Digitalisierung für kleine Firmen eine Chance

D. Ratzinger, J. Hacquin, D. Hartmann, C. Berger, S. Kauf-Schraml und Dr. S. Richler. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Der digitale Wandel und die Ressourceneffizienz gehen oftmals Hand in Hand. Davon profitieren insbesondere kleine Unternehmen. Warum das der Fall ist, wurde auf dem Unternehmerfrühstück im Bayerischen Landesamt für Umwelt am 12. Dezember in Augsburg deutlich.

Das Unternehmerfrühstück war eine gemeinsame Veranstaltung des des Ressourceneffizienz-Zentrums Bayern (REZ) am Bayerischen Landesamt für Umwelt, des Umweltcluster Bayern und der Industrie- und Handelskammern in Bayern (BIHK). Zur Begrüßung verwies Dr. Simone Richler, Leiterin des REZ, auf die große Bedeutung des Themas Ressourceneffizienz für bayerische Unternehmen und die große Chance, die sich durch die Digitalisierung ergibt. „Digitalisierung heißt nichts anderes als mit Daten zu arbeiten“, erklärte im Anschluss Prof. Dr. Dierk Hartmann von der Fakultät für Maschinenbau an der Hochschule Kempten. „Im Grunde geht es darum, Daten zu sammeln, zu strukturieren und zu analysieren. Am Schluss können sie dann in Form von neuen Prozessen im Unternehmen umgesetzt werden“, so Hartmann weiter.

„Zentrale Themen der Digitalisierung sind vor allem ‚mehr Web‘ und ‚mehr Mobilität‘“

Werden ebendiese Prozesse im Unternehmen etabliert, eröffnet dies neue Möglichkeiten im Betrieb. Damit gehen jedoch auch Risiken einher. Was Unternehmen beachten müssen, nahm Dr. Stephanie Kauf-Schraml aus der zweiten Unternehmergeneration der Schraml GmbH in den Fokus. „Zentrale Themen der Digitalisierung sind vor allem ‚mehr Web‘ und ‚mehr Mobilität‘. Ist beispielsweise ein Anlagenbetreiber gerade unterwegs, kann er mit seinem mobilen Gerät den Status der Anlagen überprüfen. Selbstverständlich gehen damit auch wieder erhöhte Sicherheitsrisiken einher. Als absoluter Basisschutz sollten deshalb alle Programme immer auf dem aktuellsten Stand sein – zögern Sie mit Updates nicht zu lange“, appellierte Kauf-Schraml.

„Kleinere Unternehmen sind unfassbar agil“

An die Vorträge schloss eine Podiumsdiskussion zwischen den Referenten an. Sie setzten sich mit dem Thema „Digitale Lösungen in produzierenden Unternehmen als Ansatz für mehr Materialeffizienz“ auseinander. „Kleinere Unternehmen sind unfassbar agil. Wenn alle Mitarbeiter dabei sind, kann in nur einem halben Jahr sehr viel erreicht werden. Große Unternehmen sind in diesem Bereich vergleichsweise träge und können nur sehr langsam digitalisiert werden“, betonte Christoph Berger vom Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Augsburg.

Landesamt für Umwelt veranstaltet Unternehmerfrühstück

„Es ist wichtig, kleine Schritte zu gehen“

Kauf-Schraml ergänzte: „Es ist wichtig, kleine Schritte zu gehen. Man muss das große Ziel im Blick behalten, aber man kann die Beschäftigten nur bei kleinen Projekten mitnehmen.“ Dabei sei es für den Erfolg der Digitalisierung grundlegend, dass die Mitarbeiter den Prozess unterstützen. Zahlreiche Unternehmen setzen bei der Digitalisierung auf die Zusammenarbeit mit jungen Startups. „Gute Kontakte stehen immer im Zentrum. Gerade die Zusammenarbeit mit jungen Unternehmen ist wichtig. Noch wichtiger ist es aber, Interesse am digitalen Wandel zu haben“, erklärte Prof. Dr. Dierk Hartmann.

Mehr Ressourceneffizienz durch Digitalisierung

Das Interesse an der Digitalisierung und daran, Ressourcen zu sparen, gehen dabei meist Hand in Hand. „Viele Unternehmen haben schon einen Verdacht, an welchen Stellen zu viel Material und Ressourcen verbraucht werden, können dies aber nicht belegen“, so Berger. Durch die zusätzlichen Daten, die im Zuge der Digitalisierung erfasst werden, können die betroffenen Unternehmensbereiche ausfindig gemacht werden und der Betrieb kann entsprechend reagieren.

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