Interview

Ariane Grandel: Eine Petition „um nicht vergessen zu werden“

Ariane Grandel ist Geschäftsführerin der Augsburger Cosmetic Gallery und gleichzeitig mitverantwortlich für das Familienunternehmen Dr. Grandel GmbH. Aufgrund der Auflagen zur Corona-Krise, die es den Kosmetikinstituten aktuell noch nicht gestatten zu öffnen, hat sie eine Petition ins Leben gerufen.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Friseure dürfen vor den Kosmetikinstituten wieder ihre Türen öffnen. Sie haben deshalb eine Petition ins Leben gerufen. Welches Ziel verfolgen Sie damit?

Ariane Grandel: Unsere Befürchtung war und ist weiterhin, dass die Fachkosmetikerin bei den Wiedereröffnungen übersehen wird. Das Kosmetikhandwerk wird leider in verschiedenen Bereichen immer nur als „Anhang" geführt, es gibt keine eigene Kammer, Innung oder Lobby, die das Handwerk der Kosmetik eigenständig vertritt. Ziel meiner Petition ist daher, dass wir uns Gehör verschaffen, um nicht vergessen zu werden. Und die Befürchtung war nicht unberechtigt, wie man unschwer erkennen kann. Lediglich unsere Kollegen des Friseurhandwerks dürfen am 4.5. wieder öffnen. Kosmetiker, Nagelstudios und Fußpfleger sind von der Regierung bisher nicht berücksichtigt.

Wie würden Sie die Petition begründen?

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In der gesamten Branche herrscht völliges Unverständnis, dass die Institute geschlossen bleiben müssen. Selbst die Kollegen des Friseurhandwerks pflichten uns bei, dass die Kosmetikerinnen öffnen sollten. In der Kosmetik wird von Haus aus die Hygiene großgeschrieben. Laut den Bundesverordnungen unterliegen wir seit jeher vollkommen anderen Standards als das Friseurhandwerk, nämlich jenen hohen Standards, wie man sie aus Tattoo- und Piercingstudios oder von Fußpflegern beziehungsweise Podologen kennt. Desinfektion, Sterilisation, Schutzkleidung sind hier an der Tagesordnung und müssen penibel eingehalten werden. Daher gibt es keine tragbare Begründung, warum die Kosmetikinstitute weiterhin geschlossen bleiben sollten. Abstände zu anderen Kunden, verschärfte Hygienemaßnahmen in Gemeinschaftsbereichen, das Tragen von Schutzkleidung und weitere Vorlagen können sofort umgesetzt werden.

Wie sind bisher die Reaktionen auf Ihre Petition?

Ich bekomme so viele Zuschriften von betroffenen Kosmetikerinnen, nicht nur von Dr. Grandel Kunden, auch von Mitbewerbern. Ebenso erreichen mich Nachrichten von Kollegen des Friseurhandwerks oder der Fußpflege, oder auch von Endkunden, die endlich wieder zu ihrer Kosmetikerin gehen wollen. Jeder einzelne pusht und motiviert uns. Dennoch hoffe ich, dass die Petition weiter regen Anklang findet und so viele Personen als möglich unsere Bitte um Wiedereröffnung mit ihrer Stimme unterstützen. Die Existenzen sind so stark bedroht, dass der gesamte Berufszweig der Kosmetik in Gefahr ist.

Im Homeoffice muss man sich nicht schminken – und wenn man das Duschen mal sein lässt, merkt es auch keiner. Legen die Menschen in der Krise weniger Wert auf Kosmetik?

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Nun, ich kann nur von meinen Kollegen sprechen, die in jeder Videokonferenz adrett und zurechtgemacht in die Kamera strahlen. Diejenigen, mit denen ich bisweilen nur telefonischen Kontakt hatte berichten mir, dass sie nun die Zeit nutzen, sich ausgiebig auch auf die innerliche und äußerliche Gesundheit zu konzentrieren. Mein Anschein ist, dass wir in dieser Zeit der Belastung ein erhöhtes Bedürfnis nach Selbstpflege und Selbstliebe haben. Und genau dies ist in meinen Augen der richtige Weg, diesen massiven Druck, der auf unserer Welt lastet, auszuhalten: Sich selbst die Wertschätzung entgegenbringen, indem man hochwertige Kosmetik verwendet, auf seine Ernährung achtet und Sport betreibt. Das ist jedenfalls in meinem Umfeld spürbar angestiegen.

Lässt sich beim Kosmetiker das Ansteckungsrisiko denn überhaupt deutlich minimieren?

Absolut. Unsere Cosmetic Gallery hat bereits ein ausgeklügeltes System entwickelt, mit welchem wir die Dienstleistungskosmetik sofort wieder aufnehmen könnten. Kunden können zeitversetzt einbestellt werden, sodass sie sich nicht über den Weg laufen. Schutzkleidung wie Masken sind mittlerweile auch wieder problemlos zu erhalten, die großen Maskenhersteller haben zuerst die medizinischen Einrichtungen versorgt und nun sind auch professionelle Schutzmasken wieder am freien Markt verfügbar. Wichtig ist nur, dass die Kosmetikerin eine entsprechende Schutzmaske trägt, welche sie selbst und die Kundschaft zugleich schützt. Im Fall der Kosmetikerin sind das die sogenannten FFP-Masken. Hier kann sichergestellt werden, dass keine Tröpfcheninfektion von Statten geht. Außerdem ist es wichtig, die Hände zu waschen und desinfizieren bevor man die Kundschaft berührt. Von einer desinfizierten Hand kann keine Gefahr ausgehen.

Haben Sie Bedenken, dass manche Kunden vorerst den Besuch im Studio aus Angst vor Ansteckungen meiden werden?

Interessanterweise rufen bei uns laufend Kunden der Cosmetic Gallery an, um sich ihren vereinbarten Termin bestätigen zu lassen. Es herrscht völliges Unverständnis, dass wir nicht, wie die Friseure, auch ab dem 4. Mai wieder behandeln dürfen. Einige gehen davon aus, dass ihr Termin im Mai wie vereinbart bestehen bleibt. Daran ist erkennbar, dass die Kundschaft wirklich unbesorgt ist und wieder zur Behandlung kommen möchte. Kunden, die regelmäßig zur Kosmetikerin gehen, wissen um die hohen Hygienestandards und fühlen sich sicher. 

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Friseure dürfen vor den Kosmetikinstituten wieder ihre Türen öffnen. Sie haben deshalb eine Petition ins Leben gerufen. Welches Ziel verfolgen Sie damit?

Ariane Grandel: Unsere Befürchtung war und ist weiterhin, dass die Fachkosmetikerin bei den Wiedereröffnungen übersehen wird. Das Kosmetikhandwerk wird leider in verschiedenen Bereichen immer nur als „Anhang" geführt, es gibt keine eigene Kammer, Innung oder Lobby, die das Handwerk der Kosmetik eigenständig vertritt. Ziel meiner Petition ist daher, dass wir uns Gehör verschaffen, um nicht vergessen zu werden. Und die Befürchtung war nicht unberechtigt, wie man unschwer erkennen kann. Lediglich unsere Kollegen des Friseurhandwerks dürfen am 4.5. wieder öffnen. Kosmetiker, Nagelstudios und Fußpfleger sind von der Regierung bisher nicht berücksichtigt.

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In der gesamten Branche herrscht völliges Unverständnis, dass die Institute geschlossen bleiben müssen. Selbst die Kollegen des Friseurhandwerks pflichten uns bei, dass die Kosmetikerinnen öffnen sollten. In der Kosmetik wird von Haus aus die Hygiene großgeschrieben. Laut den Bundesverordnungen unterliegen wir seit jeher vollkommen anderen Standards als das Friseurhandwerk, nämlich jenen hohen Standards, wie man sie aus Tattoo- und Piercingstudios oder von Fußpflegern beziehungsweise Podologen kennt. Desinfektion, Sterilisation, Schutzkleidung sind hier an der Tagesordnung und müssen penibel eingehalten werden. Daher gibt es keine tragbare Begründung, warum die Kosmetikinstitute weiterhin geschlossen bleiben sollten. Abstände zu anderen Kunden, verschärfte Hygienemaßnahmen in Gemeinschaftsbereichen, das Tragen von Schutzkleidung und weitere Vorlagen können sofort umgesetzt werden.

Wie sind bisher die Reaktionen auf Ihre Petition?

Ich bekomme so viele Zuschriften von betroffenen Kosmetikerinnen, nicht nur von Dr. Grandel Kunden, auch von Mitbewerbern. Ebenso erreichen mich Nachrichten von Kollegen des Friseurhandwerks oder der Fußpflege, oder auch von Endkunden, die endlich wieder zu ihrer Kosmetikerin gehen wollen. Jeder einzelne pusht und motiviert uns. Dennoch hoffe ich, dass die Petition weiter regen Anklang findet und so viele Personen als möglich unsere Bitte um Wiedereröffnung mit ihrer Stimme unterstützen. Die Existenzen sind so stark bedroht, dass der gesamte Berufszweig der Kosmetik in Gefahr ist.

Im Homeoffice muss man sich nicht schminken – und wenn man das Duschen mal sein lässt, merkt es auch keiner. Legen die Menschen in der Krise weniger Wert auf Kosmetik?

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Nun, ich kann nur von meinen Kollegen sprechen, die in jeder Videokonferenz adrett und zurechtgemacht in die Kamera strahlen. Diejenigen, mit denen ich bisweilen nur telefonischen Kontakt hatte berichten mir, dass sie nun die Zeit nutzen, sich ausgiebig auch auf die innerliche und äußerliche Gesundheit zu konzentrieren. Mein Anschein ist, dass wir in dieser Zeit der Belastung ein erhöhtes Bedürfnis nach Selbstpflege und Selbstliebe haben. Und genau dies ist in meinen Augen der richtige Weg, diesen massiven Druck, der auf unserer Welt lastet, auszuhalten: Sich selbst die Wertschätzung entgegenbringen, indem man hochwertige Kosmetik verwendet, auf seine Ernährung achtet und Sport betreibt. Das ist jedenfalls in meinem Umfeld spürbar angestiegen.

Lässt sich beim Kosmetiker das Ansteckungsrisiko denn überhaupt deutlich minimieren?

Absolut. Unsere Cosmetic Gallery hat bereits ein ausgeklügeltes System entwickelt, mit welchem wir die Dienstleistungskosmetik sofort wieder aufnehmen könnten. Kunden können zeitversetzt einbestellt werden, sodass sie sich nicht über den Weg laufen. Schutzkleidung wie Masken sind mittlerweile auch wieder problemlos zu erhalten, die großen Maskenhersteller haben zuerst die medizinischen Einrichtungen versorgt und nun sind auch professionelle Schutzmasken wieder am freien Markt verfügbar. Wichtig ist nur, dass die Kosmetikerin eine entsprechende Schutzmaske trägt, welche sie selbst und die Kundschaft zugleich schützt. Im Fall der Kosmetikerin sind das die sogenannten FFP-Masken. Hier kann sichergestellt werden, dass keine Tröpfcheninfektion von Statten geht. Außerdem ist es wichtig, die Hände zu waschen und desinfizieren bevor man die Kundschaft berührt. Von einer desinfizierten Hand kann keine Gefahr ausgehen.

Haben Sie Bedenken, dass manche Kunden vorerst den Besuch im Studio aus Angst vor Ansteckungen meiden werden?

Interessanterweise rufen bei uns laufend Kunden der Cosmetic Gallery an, um sich ihren vereinbarten Termin bestätigen zu lassen. Es herrscht völliges Unverständnis, dass wir nicht, wie die Friseure, auch ab dem 4. Mai wieder behandeln dürfen. Einige gehen davon aus, dass ihr Termin im Mai wie vereinbart bestehen bleibt. Daran ist erkennbar, dass die Kundschaft wirklich unbesorgt ist und wieder zur Behandlung kommen möchte. Kunden, die regelmäßig zur Kosmetikerin gehen, wissen um die hohen Hygienestandards und fühlen sich sicher. 

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