Interview

Ariane Grandel: „Corona wird Kosmetikinstitute in Ruin treiben“

Ariane Grandel ist Geschäftsführerin der Augsburger Cosmetic Gallery und gleichzeitig mitverantwortlich für das Familienunternehmen Dr. Grandel GmbH. Im Interview verrät sie, wie sich die Corona-Krise auf die beiden Unternehmen auswirkt.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Ariane Grandel, Sie sind Geschäftsführerin der Cosmetic Gallery in Augsburg. Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat die Corona-Krise auf Ihr Unternehmen?

Ariane Grandel: Die Corona-Krise wirkt sich immens auf unser Institut, die Cosmetic Gallery aus. Wie die anderen Einzelhändler auch, mussten wir unser Institut seit Mitte März geschlossen halten. Der Umsatz bricht weg, unsere Kunden haben keine Betreuung mehr. Glücklicherweise durften wir am 27.04.2020 endlich den Einzelhandel öffnen und diese wieder persönlich beraten. Wann die Behandlung wieder stattfinden darf, steht derzeit noch in den Sternen. Wie fatal sich die andauernde Schließung des Kosmetikhandwerks auswirkt, ist auch noch nicht genau vorherzusagen. Wir müssen aber davon ausgehen, dass Corona einige Kosmetikinstitute in den Ruin treiben wird.

Sie haben außerdem Verantwortung im Familienunternehmen Dr. Grandel übernommen. Wie wirkt sich die Situation hier aus?

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Unser Familienunternehmen, die Dr. Grandel GmbH, fußt glücklicherweise auf verschiedenen Standbeinen. Neben der professionellen Kosmetikproduktion sind wir seit Anbeginn auch Experten in der Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln. Daher verteilt sich unser Kerngeschäft auf die Bereiche Kosmetikinstitute, Fachhandel wie Apotheken und Reformhäuser sowie den Onlinehandel. Das ist unser Glück in der derzeitigen Krise. 

Die Produktion der Kosmetik ist leicht zurück gegangen. Dafür stieg die Nachfrage im Bereich der Food Supplements stark an. Produkte zur Immunstärkung sind derzeit sehr gefragt. Dies führt glücklicherweise in unserem Hause dazu, dass wir bisher keine Ausfälle haben und alle Mitarbeiter wie gewohnt ihrer Beschäftigung nachgehen können. 

Wird die Krise Ihr Unternehmen dauerhaft verändern?

Intern, besonders im Bereich der Produktion und Laboratorien, wird sich für unsere Mitarbeiter sicherlich nicht allzu viel verändern. Die hohen Hygienestandards sind schon immer Bestandteil unseres Hauses und daher ist diesbezüglich keine große Umstellung nötig. Lediglich die Abstandsregelungen waren anfangs schwer zu verinnerlichen. Beispielsweise im Bereich der Kommissionierung, in der alle Kollegen herum sausen und die Bestellungen zusammenpacken, bedurfte es etwas Eingewöhnung. Die Damen und Herren waren beispielsweise gezwungen zu warten, bis der entsprechende Gang oder das Regal frei waren. Glücklicherweise sorgte das eher für Heiterkeit und viel Gelächter. Aber auch dies hat sich in den vergangenen Wochen vorbildlich eingespielt.

Am Markt wird sich im Onlinebereich sicher einiges tun. Unser e-Shop wurde in den letzten Wochen extrem stark frequentiert und man sieht, wie gut die Entscheidung meines Vaters vor einigen Jahren war, das Augenmerk auch auf den Onlinehandel zu legen. 

Dass die Krise jedes Unternehmen dauerhaft verändern wird ist klar. Wie genau das bei uns aussehen wird ist noch schwierig zu prognostizieren. Eines jedenfalls kann ich aus den vergangenen Wochen bereits sagen: einige Mitarbeiter konnten in den Bereich des Homeoffice hineinschnuppern und sind meist davon überzeugt, dass das Arbeiten im Büro eine völlig andere Qualität darstellt als daheim. Und zwar bezogen auf die Sozialkontakte und den schnelleren, besseren Austausch. Der Unterschied ist stark spürbar, wenn man vor Ort ist und sich mit den Kollegen auf eine Tasse Kaffee trifft oder schnell den Kopf in die Tür steckt. Die Absprachen von Angesicht zu Angesicht machen die Qualität der Zusammenarbeit aus. 

Wie gehen die Mitarbeiter mit der Situation um?

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In den letzten Wochen wurde ich von zahlreichen Kollegen angesprochen, die sich dafür bedankt haben, dass sie bei uns arbeiten dürfen. Das Gefühl, bei einem sicheren Arbeitgeber beheimatet zu sein, ist unbezahlbar. Diese persönlichen Gespräche haben mich sehr berührt. Sicherheit und einigermaßen geregelter Ablauf sind genau das, was uns allen Halt gibt in solch einer schweren Krise. Dieser Umgang untereinander und die Wertschätzung, DAS bedeutet für mich Familienunternehmen.

Wie wichtig sind Social-Media-Kanäle für die Kosmetikbranche in der Krise? Greifen Sie derzeit darauf zurück?

Unsere Kanäle werden ständig bespielt. Wir versuchen, neben Infos über Produkte, momentan auch etwas Freude und Leichtigkeit auszustrahlen. Einige Fans freuen sich, wenn sie lachende Gesichter sehen und positive Vibes erhalten. Das Virus einfach mal auszublenden, danach sehnen sich derzeit viele Menschen. Unser Kreativteam hat blendende Ideen und setzt diese voller Elan um.

Nicht zu vergessen sind auch die Serviceangebote im B2B Bereich. Unser hauseigenes Schulungszentrum betreut laufend unsere Bestandskunden weltweit. Unsere Trainerinnen drehen unermüdlich deutsche und englische Videos, die wir den Kunden auf unserem Portal zur Verfügung stellen. Die Fachinformationen werden meist in Seminaren vermittelt, da unser Kunden Wert auf persönlichen Kontakt legen. Da wir derzeit mit Reise- und Veranstaltungsverboten zu kämpfen haben bieten wir unseren Partnern diesen kostenlosen Service an. Er wird dankend angenommen.

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Die Produktion der Kosmetik ist leicht zurück gegangen. Dafür stieg die Nachfrage im Bereich der Food Supplements stark an. Produkte zur Immunstärkung sind derzeit sehr gefragt. Dies führt glücklicherweise in unserem Hause dazu, dass wir bisher keine Ausfälle haben und alle Mitarbeiter wie gewohnt ihrer Beschäftigung nachgehen können. 

Wird die Krise Ihr Unternehmen dauerhaft verändern?

Intern, besonders im Bereich der Produktion und Laboratorien, wird sich für unsere Mitarbeiter sicherlich nicht allzu viel verändern. Die hohen Hygienestandards sind schon immer Bestandteil unseres Hauses und daher ist diesbezüglich keine große Umstellung nötig. Lediglich die Abstandsregelungen waren anfangs schwer zu verinnerlichen. Beispielsweise im Bereich der Kommissionierung, in der alle Kollegen herum sausen und die Bestellungen zusammenpacken, bedurfte es etwas Eingewöhnung. Die Damen und Herren waren beispielsweise gezwungen zu warten, bis der entsprechende Gang oder das Regal frei waren. Glücklicherweise sorgte das eher für Heiterkeit und viel Gelächter. Aber auch dies hat sich in den vergangenen Wochen vorbildlich eingespielt.

Am Markt wird sich im Onlinebereich sicher einiges tun. Unser e-Shop wurde in den letzten Wochen extrem stark frequentiert und man sieht, wie gut die Entscheidung meines Vaters vor einigen Jahren war, das Augenmerk auch auf den Onlinehandel zu legen. 

Dass die Krise jedes Unternehmen dauerhaft verändern wird ist klar. Wie genau das bei uns aussehen wird ist noch schwierig zu prognostizieren. Eines jedenfalls kann ich aus den vergangenen Wochen bereits sagen: einige Mitarbeiter konnten in den Bereich des Homeoffice hineinschnuppern und sind meist davon überzeugt, dass das Arbeiten im Büro eine völlig andere Qualität darstellt als daheim. Und zwar bezogen auf die Sozialkontakte und den schnelleren, besseren Austausch. Der Unterschied ist stark spürbar, wenn man vor Ort ist und sich mit den Kollegen auf eine Tasse Kaffee trifft oder schnell den Kopf in die Tür steckt. Die Absprachen von Angesicht zu Angesicht machen die Qualität der Zusammenarbeit aus. 

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Wie wichtig sind Social-Media-Kanäle für die Kosmetikbranche in der Krise? Greifen Sie derzeit darauf zurück?

Unsere Kanäle werden ständig bespielt. Wir versuchen, neben Infos über Produkte, momentan auch etwas Freude und Leichtigkeit auszustrahlen. Einige Fans freuen sich, wenn sie lachende Gesichter sehen und positive Vibes erhalten. Das Virus einfach mal auszublenden, danach sehnen sich derzeit viele Menschen. Unser Kreativteam hat blendende Ideen und setzt diese voller Elan um.

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