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Stefan Kratochwill, CEO der Strabag SE, Mutterkonzern der Ed. Züblin AG, war kürzlich in Aichach bei Züblin Timber zu Gast. Bei seinem Besuch ging es vor allem darum, wie Gebäude künftig industriell und gleichzeitig ressourcenschonend gefertigt werden können.
Zunächst zeigten die Standortverantwortlichen, Christian Scholz und Simon Pfeffer, sowie Michael Stiegeler, Direktionsleitung aus Ulm, CEO Kratochwill die Abläufe im Werk. Die strategische Ausrichtung von Strabag „Work On Progress“, kurz WOP, strebt einen Wandel hin zu klimaschonenderen Baumethoden an. Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, nehme die passgenaue Vorfertigung von Holzbauteilen am bayerisch-schwäbischen Standort eine wichtige Rolle ein. Laut eines Rankings des Wirtschaftsmagazins Capital gilt das Züblin Timber wegen dieser Spezialisierung auf den konstruktiven Holzbau als eines der innovativsten Unternehmen der Region.
Bei einem Rundgang durch die Hallen begutachteten die Teilnehmer die einzelnen Schritte der Fertigung. Im Mittelpunkt stand dabei das serielle Bausystem „Moleno“, das Holz und Beton zu einer festen Tragstruktur verbindet. Nach Angaben des Unternehmens lassen sich mit diesen standardisierten Bauteilen die Baukosten senken und Bauzeiten um bis zu 40 Prozent verkürzen. Kratochwill betont, dass die Module durch eine Mischung aus „lokaler Wertschöpfung, moderner Technologie und starkem Handwerk – getragen von über 300 Kolleg:innen“ entstehen. Sie alle vereine eine „gemeinsame Leidenschaft für Holz und die Begeisterung für zukunftsfähige Fertigungsstraßen“ führt er weiter aus.
Den Abschluss des Termins bildete die Besichtigung einer Baustelle im benachbarten Augsburg. Im Stadtteil Haunstetten entstehen in der sogenannten Igewo-Siedlung aktuell sechs dreistöckige Gebäude mit insgesamt 54 Wohneinheiten in Holz-Hybrid-Bauweise. Hierfür werde der Standard Gebäudetyp-e mit dem beschriebenen Moleno-Bausystem kombiniert. Die Montage der knapp 2.500 Quadratmeter großen Außenwände wurde im Frühjahr 2026 abgeschlossen.
Nicht nur die Konzernspitze, auch die Politik zeigte zuletzt Interesse an den Produktionsstätten. So informierte sich der bayerische Minister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter, kürzlich ebenfalls bei Züblin Timber über die Potenziale der industriellen Vorfertigung.