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2011 war ein gutes Jahr für die Wirtschaft im Landkreis Aichach-Friedberg. Das legen die Zahlen aus der Konjunkturumfrage der IHK Schwaben nahe. Die Ergebnisse beziehen sich auf die ersten neun Monate des Jahres. Die Geschäftslage wird überwiegend als gut bis befriedigend bewertet. Zudem erwarten Unternehmen, dass das hohe Geschäftsniveau noch eine Weile anhält. „Die Konjunktur-Sonne hat für den Landkreis dieses Jahr gestrahlt“, freut sich Herbert Scheel. Scheel ist IHK-Vizepräsident und Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Aichach-Friedberg. „Für die zweite Hälfte des Jahres waren die Unternehmen gar nicht so optimistisch, aber die nun vorliegenden Zahlen sind sehr positiv geprägt.“
Alle Branchen mit guten Ergebnissen
So konnten viele Firmen nicht nur ihr hohes Auftragsniveau halten, sondern einige sogar noch steigern. Eine negative Entwicklung musste nur ein geringer Bruchteil der befragten Unternehmen verzeichnen. Die Kapazitäts-Auslastung in den Betrieben hat sich noch verbessert. Der Anteil der Betriebe, die sich als nicht ausreichend ausgelastet bezeichnen, hat sich im Vergleich zur Frühjahrsumfrage halbiert. Der Wert beträgt nun nicht einmal mehr zehn Prozent. „Sehr erfreulich an diesem Konjunktur-Aufschwung ist, dass wirklich alle Branchen daran teilhaben. Nicht nur die Industrie, die in Schwaben traditionell einen recht guten Stand hat, kann glänzen. Auch der Handel gibt uns sehr erfreuliche Rückmeldungen“, berichtet Scheel aus den Umfrage-Ergebnissen.
Wichtiger Wirtschaftsfaktor: Die Stimmung in der Bevölkerung
Die Umsatzsteigerungen, gerade im Einzelhandel, ließen sich durch die allgemeine gute Stimmung in der Bevölkerung erklären, so Scheel. „Ein bedeutendes konjunkturelles Element ist immer der psychologische Faktor. Wenn die Menschen ein gutes Gefühl haben und sich sicher fühlen, dann sind sie eher bereit, Ausgaben auch größeren Ausmaßes zu tätigen. Genau dieses Phänomen finden wir derzeit vor.“ Für das Weihnachtsgeschäft, so prognostiziert Scheel, könne der Handel sicherlich noch ein Umsatzplus verbuchen.
Konsumfreude dank Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt
„Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist für den Arbeitnehmer hervorragend. Fachkräfte sind schon kaum mehr zu finden. In bestimmten Branchen können sich die Arbeitnehmer inzwischen ihren Arbeitsplatz wirklich aussuchen. Dies verleiht Sicherheit und animiert den ein oder anderen, mehr als in den vergangenen Jahren auszugeben.“
Schulden-Krise Griechenlands schockt Deutschland nicht
Diese Sicherheit beim Endverbraucher konnte bislang auch nicht beeinträchtigt werden, führt Scheel weiter. Nicht einmal durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten in Folge der Staatsschulden-Krise Griechenlands. „Diese Krise wird zwar durchaus wahrgenommen, aber hat real bei uns noch nicht durchgeschlagen. Was jedoch nicht heißen soll, dass die Gefahr schon vollkommen gebannt wäre. Zwar sieht es momentan so aus, als ob das Schlimmste verhindert worden wäre, aber wirklich sicher kann sich niemand sein. Wir können nur feststellen, was uns die Unternehmen rückmelden. Daraus schließen wir, dass sich diese Krise bislang noch nicht stark auf Unternehmen und Verbraucher ausgewirkt hat.“
Veränderung der Geschäftslage 2012?
Was die Perspektiven für die kommenden Monate betrifft, sind die Betriebe durchaus etwas vorsichtiger geworden. Große Wachstumsschübe werden nicht erwartet, allerdings auch keine Einbrüche. Über zwei Drittel der befragten Unternehmer gehen von keiner Veränderung ihrer Geschäftslage aus. Entsprechend werden auch bei der Kapazitäts-Auslastung sowie bei der Beschäftigtenzahl keine großen Veränderungen erwartet.
EU- und die Euroländer müssen stabil gehalten werden
Positiv zu werten ist außerdem, dass Investitionen noch nicht zurückgefahren werden. „Dies kann sich jedoch schnell ändern, wenn die europäische oder auch weltwirtschaftliche Lage sich drastisch ändern sollte“, gibt Vizepräsident Scheel zu bedenken. „Gerade was Investitionen betrifft, reagieren die Unternehmen sehr sensibel auf äußere Einwirkungen, wie sie etwa eine Ausweitung der Schuldenkrise auf andere EU-Länder darstellen würde. Schließlich handelt es sich bei Investitionen oft um sehr hohe Beträge, die auf viele Jahre angelegt sind. Da muss ein gewisses Vertrauen in eine stabile Entwicklung vorhanden sein. Deshalb auch der Appell an die Entscheidungsträger, alles dafür zu tun, um die EU- und die Euroländer stabil zu halten“, so Scheel.