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Die Anzahl der weiblichen Gründerinnen in Deutschland zeigt, dass es in diesem Bereich noch erheblichen Nachholbedarf gibt. Insgesamt bleibt der Anteil von Frauen, die ein eigenes Unternehmen gründen, im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen niedrig. Vielschichtige Faktoren sind dafür verantwortlich: Wer hat Zugang zu Netzwerken, Kapital und Mentoring? Wer bekommt Raum, seine Ideen zu testen, und wer wird von traditionellen Entscheidungsstrukturen beeinflusst?
Der Female Founders Monitor 2025 zeigt, dass der Gründerinnenanteil im Startup-Sektor erstmals seit Jahren sogar sinkt: Nachdem der Wert in den letzten fünf Jahren kontinuierlich gestiegen ist, lag er 2024 nur noch bei 18,8 Prozent.
Etwas besser ist die Lage bei den allgemeinen Existenzgründungen. Hier wurden lt. KfW-Monitor von insgesamt 585.000 Neugründungen in 2024 (Voll- & Nebenerwerb) 36 % von Frauen getätigt.
Der Zugang zu Kapital spielt eine wichtige Rolle. Statistiken zeigen, dass weibliche Gründerinnen im Vergleich zu männlichen Gründern oft weniger Finanzierungsmöglichkeiten erhalten. Venture-Capital-Geber neigen dazu, in Männer geführte Unternehmen zu investieren, was die Chancen von Frauen, ihre Projekte zu realisieren, erheblich einschränkt. Zwar ist der Trend bei Investments insgesamt positiv, dennoch fließen 91 Prozent des Kapitals in reine Männerteams
Ein weiterer Faktor ist der Mangel an passenden Netzwerken, die speziell auf die Bedürfnisse von Gründerinnen ausgerichtet sind. Diese bieten Zugang zu Ressourcen und Wissen, ebenso wie Mentoring und Unterstützung durch Gleichgesinnte.
Ein nach wie vor zentraler Aspekt ist die gesellschaftliche Wahrnehmung von Frauen in Führungspositionen. Oftmals sind Frauen in der Gesellschaft noch immer mit traditionellen Rollenbildern konfrontiert, die ihre Ambitionen und Fähigkeiten, ein Unternehmen zu leiten, in Frage stellen. Diese Wahrnehmung kann dazu führen, dass Frauen weniger ermutigt werden, unternehmerische Risiken einzugehen oder ihre Ideen in die Tat umzusetzen.
Augsburg lebt vielfältige Unterstützung für Gründerinnen vor, die von Beratung über Coaching bis zu finanzieller Förderung reicht. Verschiedene Initiativen und Netzwerke machen es möglich. Als eine allererste Anlaufstelle bietet sich die Initiative „Augsburg gründet!“ mit ihrer Gründungslandkarte an.
Die Universität Augsburg bietet mit dem Female Founder Hub ein spezielles Programm, das gründungsinteressierten Frauen hilft, ihre Ideen in einem unterstützenden Umfeld mit Workhops, Netzwerk und Beratungsangeboten weiterzuentwickeln. Beim „Funkenwerk“ der Technischen Hochschule Augsburg erhalten Frauen mit einer zukunftsweisenden Gründungsidee über das Programms „HerVenture“ individuelle Unterstützung. Auch hier werden angehende Gründerinnen in Workshops und Einzelcoachings gezielt in ihrem Projekt begleitet. So werden ambitionierte junge Frauen bereits in Rahmen des Studiums individuell in ihren Gründungsvorhaben gestärkt.
Wenn der Sprung in die Selbständigkeit entschieden ist, ermöglichen die zwei Augsburger Gründerzentren, das Digitale Zentrum Schwaben und das Umwelt-Technologische Gründerzentrum UTG einen erfolgreichen, betreuten Start.
Wie gut Gründerinnen in der Region aufgestellt sind, zeigt sich beispielsweise auch an den Erfolgen bei den jährlichen Idea Slams der Veranstaltung „Augsburg gründet!“ Bei 6 von 9 bisherigen Siegerteams waren Frauen als Mitgründer oder als reines Frauenteam dabei.
Auch für bereits etablierte Unternehmerinnen bietet die Region einiges. Ein Beispiel ist der Business Professional Women BPW Club Augsburg, in dem ebenfalls Unternehmerinnen unterstützt werden, ihnen Austausch, Mentoring und praxisnahe Workshops bietet. Über das Netzwerk „Frau + Wirtschaft“ führt die IHK Schwaben Unternehmerinnen aus der gesamten Region zusammen - im Angebot sind u.a. Veranstaltungen, Round Tables und Einblicke in Unternehmensführungen.
Eine Besonderheit in Augsburg ist der 2024 ins Leben gerufene Augusta Wirtschaftspreis für Frauen, mit dem herausragende Leistungen von Gründerinnen, Pionierinnen und Managerinnen geehrt werden.
Die Förderung weiblicher Gründerinnen stellt nicht nur eine gesellschaftliche Notwendigkeit, sondern auch eine wirtschaftliche Chance dar. Die Diversifizierung der Unternehmenslandschaft durch weibliche Perspektiven führt zu innovativeren Lösungen und einem insgesamt dynamischeren Wirtschaftswachstum. Es bedarf jedoch des gesamten Engagements von Bildungseinrichtungen, Unternehmen und der Gesellschaft, um die notwendigen Veränderungen herbeizuführen und die Anzahl der weiblichen Gründerinnen deutlich zu erhöhen. Letztendlich profitieren wir alle von einer vielfältigen Gründerlandschaft.
Augsburg hat jedenfalls einige der Hausaufgaben erledigt und bietet ein starkes Ökosystem mit vielen Anlaufstellen, die sich speziell an Frauen richten – sowohl an (angehende) Gründerinnen als auch an etablierte Unternehmerinnen.