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Montagmorgen. Der Wecker klingelt. Während wir uns aus dem Bett schälen, hat unsere Motivation offenbar noch einmal die Snooze-Taste gedrückt. Weder die anstehenden Aufgaben noch die Kollegen, auf die wir uns sonst eigentlich freuen, vermögen es, sie aus ihrem Tiefschlaf zu wecken.
Doch wer sagt eigentlich, dass wir Dinge immer hoch motiviert angehen müssen?
Mit einem beherzten „Dann mache ich das heute eben ohne Lust!“ nehmen wir das Zepter der Selbstführung selbst in die Hand. Wir machen unser Handeln ein Stück unabhängiger von den manchmal ziemlich sprunghaften Launen unserer Motivation.
Denn Motivation ist ein unzuverlässiger Begleiter. Sie kommt und geht, hängt davon ab, wie wir geschlafen haben, wie stressig der Tag ist oder wie attraktiv uns eine Aufgabe gerade erscheint. Wer Zuverlässigkeit, Beständigkeit und Kontinuität sucht, sollte deshalb nicht allein auf Motivation bauen.
Tragfähiger ist eine starke innere Haltung – verbunden mit dem Bewusstsein dafür, welche Werte uns wirklich wichtig sind. Die entscheidende Frage lautet dann nicht mehr: „Habe ich gerade Lust darauf?“, sondern: „Was ist jetzt wirklich wichtig?“
Eine starke Haltung braucht ein Fundament. Einen wesentlichen Teil davon bilden unsere persönlichen Werte. Um ihnen auf die Spur zu kommen, hilft eine überraschend einfache Frage: „Wozu mache ich das eigentlich?“ Entscheidend ist, die Frage nicht bereits nach der ersten Antwort abzuhaken.
Ein Beispiel: Sie gehen regelmäßig spazieren, um gesund zu bleiben. Aber wozu möchten Sie gesund sein? Was möchten Sie mit Ihrer Gesundheit anfangen? Wer dieser Frage drei-, vier- oder fünfmal folgt, landet häufig bei etwas, das wesentlich tiefer liegt als die ursprüngliche Aufgabe – bei einem persönlichen Kernwert.
Genau dieser Wert kann uns den Rücken stärken, wenn die Motivation wieder einmal ein Nickerchen einlegt. Dann heißt es nicht mehr: „Habe ich Lust auf den Spaziergang?“, sondern: „Ist mir das, wofür ich den Spaziergang mache, wichtig genug, um jetzt loszugehen?“
Eine werteorientierte Haltung hilft. Gute Planung macht die Umsetzung zusätzlich leichter. Aus der psychologischen Forschung kennen wir dafür sogenannte Wenn-dann-Pläne.
Statt „Ich möchte mich diese Woche mehr bewegen“ wird daraus beispielsweise: „Wenn ich mittags meinen Laptop zuklappe, gehe ich zehn Minuten um den Block.“
Und statt „Dieses unangenehme Telefonat müsste ich wirklich einmal erledigen“ heißt es: „Wenn ich meinen ersten Kaffee getrunken habe, greife ich zum Telefon und rufe an.“
Der Vorteil: Wir müssen nicht jedes Mal aufs Neue mit uns selbst verhandeln. Die Entscheidung ist bereits gefallen. Wir haben uns im Vorfeld für das entschieden, was uns wichtig ist – anstatt der momentanen Motivation das Lenkrad zu überlassen.
Wir müssen also nicht darauf warten, bis die Motivation endlich auftaucht. Wir können ihr die Chance geben, uns unterwegs einzuholen.
Denn häufig passiert etwas Interessantes, sobald wir anfangen: Wir gehen die ersten fünf Minuten. Schreiben die ersten drei Sätze. Räumen die ersten Unterlagen weg. Und plötzlich fühlt sich die Aufgabe gar nicht mehr so unangenehm an.
Motivation muss nicht zwangsläufig vor einer Handlung stehen. Sie kann auch währenddessen entstehen und nach kurzer Zeit doch noch auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.
Und selbst wenn sie nicht auftaucht, bleibt eine wertvolle Erfahrung: Wir können handeln, auch wenn uns gerade nicht danach ist.
Unsere Motivation entscheidet schließlich nicht darüber, was für uns wichtig ist. Diese Entscheidung können wir selbst treffen.
Sie haben Rückfragen zum Thema an B4B-Expertin Bianca Widmayer oder wünschen eine persönliche Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.