OB-Wahl 2020 in Augsburg: Folge 12

Lars Vollmar: „Thüringen war ein Schlag ins Kontor“

Am 15. März finden die Kommunalwahlen in Augsburg statt. Wir haben bei den Politikern nachgefragt, wie ihre momentane Stimmungslage im Hinblick darauf ist. Lars Vollmar, FDP, hat uns verraten, weshalb man sich täglich für Freiheit und Demokratie engagieren sollte.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was ist Ihre derzeitige Stimmungslage im Hinblick auf die Wahl am 15. März?

Lars Vollmar: Die Umstände der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen waren für uns natürlich schon ein Schlag ins Kontor. An unseren Infoständen und in Diskussionen merke ich aber, dass die Menschen zu unterscheiden wissen und sich für unsere Ideen und Lösungsvorschlägen für Augsburg interessieren. Das gibt mir Mut und macht mich zuversichtlich.

Welche Politiker aus der Vergangenheit haben Sie geprägt und vielleicht sogar beeinflusst?

Ich habe als Jugendlicher in der Zeit begonnen, politisch zu denken, als 1989 die DDR zusammengebrochen ist. Mich hat damals der Mut der Menschen sehr beeindruckt, die buchstäblich ihre Existenz aufs Spiel gesetzt haben, um trotz der Überwachung durch die DDR-Staatssicherheit für Meinungs- und Reisefreiheit zu demonstrieren. Damals wurde mir vor Augen geführt, was die Freiheit wert ist, die wir im Westen für selbstverständlich halten. Aber Freiheit und Demokratie sind etwas, für das wir uns jeden Tag engagieren sollten.

Welches Thema hat für Sie die höchste Priorität, wenn Sie Augsburgs Bürgermeister werden?

Der Mensch lebt nicht vom Geld allein. Aber alle, die Schulen sanieren oder bezahlbaren Wohnraum schaffen wollen, brauchen vor allem das: Geld. Deswegen müssen wir die Politik der schwarz-rot-grünen Rathauskoalition, alte Schulden mit neuen zu bezahlen, schnell beenden und endlich anfangen, den Haushalt in Ordnung bringen. Auch wenn es angesichts eines Rekordschuldenstands von 420 Millionen Euro schwer wird. Wir müssen uns zunächst kleinere Summen im Haushalt freischaufeln, die wir in Maßnahmen investieren, durch die in wenigen Jahren größere Summen frei werden. So schaffen wir uns Schritt für Schritt finanzielle Spielräume.

Wie stellen Sie sich Augsburg in zehn Jahren vor?

Ich möchte dazu beitragen, dass Augsburg in zehn Jahren eine Stadt ist, in der es für alle Menschen und alle Geldbeutel genügend Wohnraum und gute Arbeitsplätze gibt. Die Stadt wird ihre Finanzen in Ordnung gebracht haben und kann es sich leisten, Straßen, Schulen und Sportanlagen in Schuss zu halten. Wir werden attraktive, gut an den ÖPNV angebundene Stadtviertel haben, die nicht nur bloße Schlafstätten mit austauschbarer Architektur sind. Sie verfügen über eine ausgewogene Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Einkaufsmöglichkeiten und sind mit Grünflächen, Sport-, Bildungs- und Kultureinrichtungen ausgestattet.

Was hätten Sie sich für das erste Jahr Ihrer Amtszeit vorgenommen?

Die Planungsgrundlagen der Stadt müssen dringend aktualisiert werden. Angesichts des Mangels an bezahlbarem Wohnraum können wir es uns nicht mehr leisten, dass es veraltete Bebauungspläne verbieten, dass Wohnungsbaugesellschaften und Eigentümer ihre Häuser aufstocken oder Freiflächen bebauen. Dringend auf die heutigen Bedürfnisse angepasst werden muss auch der Gesamtverkehrsplan, der aus dem Jahr 1998 stammt. Augsburg ist seitdem um 40.000 Einwohner gewachsen. Entsprechend sind heute mehr Menschen in Pkws, Lieferwagen und auf Fahrrädern unterwegs.  

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Lars Vollmar: Die Umstände der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen waren für uns natürlich schon ein Schlag ins Kontor. An unseren Infoständen und in Diskussionen merke ich aber, dass die Menschen zu unterscheiden wissen und sich für unsere Ideen und Lösungsvorschlägen für Augsburg interessieren. Das gibt mir Mut und macht mich zuversichtlich.

Welche Politiker aus der Vergangenheit haben Sie geprägt und vielleicht sogar beeinflusst?

Ich habe als Jugendlicher in der Zeit begonnen, politisch zu denken, als 1989 die DDR zusammengebrochen ist. Mich hat damals der Mut der Menschen sehr beeindruckt, die buchstäblich ihre Existenz aufs Spiel gesetzt haben, um trotz der Überwachung durch die DDR-Staatssicherheit für Meinungs- und Reisefreiheit zu demonstrieren. Damals wurde mir vor Augen geführt, was die Freiheit wert ist, die wir im Westen für selbstverständlich halten. Aber Freiheit und Demokratie sind etwas, für das wir uns jeden Tag engagieren sollten.

Welches Thema hat für Sie die höchste Priorität, wenn Sie Augsburgs Bürgermeister werden?

Der Mensch lebt nicht vom Geld allein. Aber alle, die Schulen sanieren oder bezahlbaren Wohnraum schaffen wollen, brauchen vor allem das: Geld. Deswegen müssen wir die Politik der schwarz-rot-grünen Rathauskoalition, alte Schulden mit neuen zu bezahlen, schnell beenden und endlich anfangen, den Haushalt in Ordnung bringen. Auch wenn es angesichts eines Rekordschuldenstands von 420 Millionen Euro schwer wird. Wir müssen uns zunächst kleinere Summen im Haushalt freischaufeln, die wir in Maßnahmen investieren, durch die in wenigen Jahren größere Summen frei werden. So schaffen wir uns Schritt für Schritt finanzielle Spielräume.

Wie stellen Sie sich Augsburg in zehn Jahren vor?

Ich möchte dazu beitragen, dass Augsburg in zehn Jahren eine Stadt ist, in der es für alle Menschen und alle Geldbeutel genügend Wohnraum und gute Arbeitsplätze gibt. Die Stadt wird ihre Finanzen in Ordnung gebracht haben und kann es sich leisten, Straßen, Schulen und Sportanlagen in Schuss zu halten. Wir werden attraktive, gut an den ÖPNV angebundene Stadtviertel haben, die nicht nur bloße Schlafstätten mit austauschbarer Architektur sind. Sie verfügen über eine ausgewogene Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Einkaufsmöglichkeiten und sind mit Grünflächen, Sport-, Bildungs- und Kultureinrichtungen ausgestattet.

Was hätten Sie sich für das erste Jahr Ihrer Amtszeit vorgenommen?

Die Planungsgrundlagen der Stadt müssen dringend aktualisiert werden. Angesichts des Mangels an bezahlbarem Wohnraum können wir es uns nicht mehr leisten, dass es veraltete Bebauungspläne verbieten, dass Wohnungsbaugesellschaften und Eigentümer ihre Häuser aufstocken oder Freiflächen bebauen. Dringend auf die heutigen Bedürfnisse angepasst werden muss auch der Gesamtverkehrsplan, der aus dem Jahr 1998 stammt. Augsburg ist seitdem um 40.000 Einwohner gewachsen. Entsprechend sind heute mehr Menschen in Pkws, Lieferwagen und auf Fahrrädern unterwegs.  

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