Hightech-Frage, Folge 26

„H wie Hightech – buchstabieren Sie bitte Handwerk, Herr Rauch!“

Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben. Foto: HWK Schwaben
Technik und Handwerk sind kein Widerspruch sondern ergänzen sich vielfältig. Wie digital die Branche bereits ist und welches bundesweite Pionier-Projekt gestartet wurde, erzählt der Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, Hans-Peter Rauch.

„Buchstabieren Sie doch bitte Handwerk, beginnend mit ‚H wie Hightech‘, Herr Rauch!“

H – Hightech

A – Ausbildung

N – Netzwerke

D – Digitalisierung

W – Wissen

E – Energie

R – Ressourcen

K – Können

So buchstabiert sich Handwerk! Alle wichtigen Themen der Zukunft sind durch das Handwerk besetzt und abgedeckt. Denn das Handwerk zählt zu den zentralen Gestaltern der kommenden Jahre. Wir vernetzen modernste Techniken mit individueller Arbeit und sind in unserer Region, in Schwaben, ein bedeutender Wirtschaftsbereich.

Die Handwerkskammer für Schwaben (HWK) unterstützt dabei die schwäbischen Handwerksunternehmen bei der Umsetzung. Speziell die Einführung der Digitalisierung stellt die Betriebe vor neue Herausforderungen. Deshalb arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Technikern, Betriebswirtschaftlern, Marketing-Fachleuten und Juristen der Kammer mit den Firmen zusammen, um digitale Anwendungen im Handwerk erfolgreich zu platzieren. Die Angebote erstrecken sich über digitales Prozessmanagement, digitales Marketing, IT-Sicherheit und Datenschutz bis zu IT- und Internet-Recht. Darüber hinaus sind die HWK-Experten eng mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen vernetzt, um bei Bedarf externe Forschungs- und Entwicklungskompetenz einzubinden. Ebenso zeigen die HWK-Berater, welche Fördermöglichkeiten es gibt und unterstützen die Firmen bei der Antragsstellung.

Um jedoch genau zu wissen, welche Digitalisierungspotenziale (ganzheitlich und prozessorientiert) es im Handwerk gibt, welche F&E-Vorhaben aus dem Industrie-4.0-Umfeld für das Handwerk nutzbar gemacht werden können und wie die digitale Zukunft des Handwerks aussehen kann, hat die HWK Schwaben das bundesweit erste Forschungsprojekt „Handwerk digital“ auf den Weg gebracht und die Gesamtprojektleitung übernommen. Wissenschaftlicher Partner ist dabei das Fraunhofer IGCV, die HWK Unterfranken für den Bereich Robotik sowie als assoziierter Partner das SHK-Unternehmen Erich Schulz aus Augsburg. Das Projekt ist am 1.6.2017 gestartet und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Der finanzielle Rahmen beträgt 2,1 Millionen Euro, die vom Bayerischen Wirtschaftsministerium zu 75 Prozent gefördert werden. Die restlichen 25 Prozent bringen die Projektpartner auf. Für die HWK Schwaben sind dies 175.000 Euro.

Im Profil: Die Handwerkskammer für Schwaben (HWK) vertritt in der Region 29.000 Handwerksunternehmen mit rund 141.000 Beschäftigten. Die HWK Schwaben versteht sich als zentraler Vordenker, Dienstleister und Interessensvertreter für ein starkes Handwerk. Rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen sich diesem Auftrag verpflichtet.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN nimmt die Zukunft von Wirtschaft und Region ins Visier: Neben Herrn Rauch haben weitere Persönlichkeiten aus der Region für das Frühjahrsthema 2018 von B4B WISSEN die Frage beantwortet, wodurch sich Technologie aus Bayerisch-Schwaben auszeichnet.

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