Nadja Henrich, NH Beratung und Coaching

Fehlerkultur: „Wie kann man so etwas entwickeln und aufbauen?“

B4B-Leser fragen, unsere Branchenexperten aus der Region antworten: „Wir denken über das Einführen einer Fehlerkultur nach. Wie kann man so etwas entwickeln und aufbauen?“ Die Antwort kennt unsere Expertin für Führungskräfte-Entwicklung Nadja Henrich, NH Beratung und Coaching.

Eine Fehlerkultur meint, dass es okay ist, wenn Fehler passieren und diese auch wieder behoben werden. Sie werden als eine Weiterentwicklung und Verbesserung gesehen.

Wie sieht Ihre Unternehmenskultur aus?

Wenn Sie an das Einführen einer Fehlerkultur denken, dann hängt einiges von Ihrer Unternehmenskultur ab. Wie ist diese geprägt? Wie viel Vertrauen schenken Sie sich untereinander? Wie kommunizieren Sie miteinander? Wie viel Raum geben Sie Wertschätzung und Anerkennung? Begegnen Sie sich auf Augenhöhe? Wie viel Bedeutung erfährt Verlässlichkeit? All dies beeinflusst Ihre Unternehmenskultur und die wiederum Ihre Fehlerkultur. 

Was unterstützt eine Fehlerkultur und was nicht?

Konkret sollten Sie sich zunächst mit Ihrer Unternehmenskultur auseinandersetzen. Es gibt unterschiedliche Wege, wie Sie vorgehen können. Einer könnte toolgestützt erfolgen, ein anderer auf Basis eines gut aufbereiteten Workshops. Sie sollten sich damit beschäftigen, was unterstützt eine positive Fehlerkultur und was nicht. Wenn zum Beispiel in Betriebsversammlungen Fragende relativ schnell von Führungskräften oder Kollegen abgekanzelt werden, dann werden Mitarbeitende sich bald nicht mehr trauen etwas zu fragen, zu sagen. In weiterer Folge werden sie auch Angst haben, Fehler zu machen. Es entsteht Misstrauen.

Arbeiten Sie daher bitte all die Aspekte heraus, die die Einführung einer Fehlerkultur begünstigen und die, die sie behindern oder schädigen. Essentiell ist es, dass Sie Ihre Führungsmannschaft hinter sich haben. Wenn es hier Einzelne gibt, die die Notwendigkeit und Vorteile der Fehlerkultur nicht erkennen, dann ist Ihr Projekt nahezu zum Scheitern verurteilt.

Wie soll die Fehlerkultur aussehen?

Haben Sie die Grundlagen geschaffen, dann können Sie herausarbeiten, wie diese Fehlerkultur aussehen soll. Beispielsweise Fehler sind erlaubt, wir sehen Fehler als Chance und Möglichkeit sich zu verbessern. Stellen Sie sich Fragen wie: Was war die Ursache für den Fehler? Was lernen wir daraus? Was können wir in Zukunft besser machen? Fördern Sie das aktive Ansprechen von Fehlern, in dem der Mitarbeitende sagt, dass ihm der Fehler unterlaufen ist und er dafür keinesfalls sanktioniert wird, sondern Sie auf die Sache und Lösungen schauen und Sie das aktive Ansprechen positiv hervorheben. Wenn Ihnen das gelingt, dann werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versuchen, sich einzubringen und ihr Bestes zu geben, dass dies in Zukunft nicht mehr passiert.

Führungskräften kommt entscheidende Rolle zu

Eine entscheidende Rolle kommt dabei den Unternehmenslenkern zu: Welche Bedeutung geben Sie der Unternehmens- und Fehlerkultur. Dieses Thema muss ganz oben aufgehängt sein und in einem Verantwortungsbereich wie beispielsweise HR verankert sein. Sie können an diesem Thema nicht mit einmaligen Maßnahmen oder Events arbeiten, Sie brauchen ein nachhaltiges und konsequentes Agieren, das von Ihrer inneren Haltung zu diesem Thema bestimmt wird.

Mitarbeiter einbinden

Ein weiterer Aspekt, ich würde nicht nur Ihre Führungskräfte, sondern auch Ihre Mitarbeiter einbinden. Ab einer bestimmten Unternehmensgröße könnte es Sinn machen, Pilotbereiche oder Pilotteams zu schaffen, die eine grundlegende Offenheit dafür einbringen und gerne bereit sind, erste Erfahrungen zu sammeln. Diese könnten Sie im Nachgang teilen und in der Organisation ausrollen.

Fehlerkultur lohnt sich

Gefördert wird das Implementieren einer Fehlerkultur durch eine offene und wertschätzende Kommunikation, die es erlaubt wertfrei über Fehler zu sprechen. Zudem sollten die Mitarbeiter, aber auch die Führungskräfte im Vorfeld lernen, wie sie sich gegenseitig Feedback geben.

Das Einführen Ihrer Fehlerkultur bedarf auch der Bewusstheit, dass dies ein längerer Prozess ist, der seitens aller Protagonisten entsprechend Aufmerksamkeit und Ausdauer erfordert. Und sich in Summe für alle lohnt, denn Sie werden mit einer Fehlerkultur Ihr Miteinander, Ihre Produktivität und Arbeitgeberattraktivität steigern.

Sie haben Rückfragen an Nadja Henrich, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Eine Fehlerkultur meint, dass es okay ist, wenn Fehler passieren und diese auch wieder behoben werden. Sie werden als eine Weiterentwicklung und Verbesserung gesehen.

Wie sieht Ihre Unternehmenskultur aus?

Wenn Sie an das Einführen einer Fehlerkultur denken, dann hängt einiges von Ihrer Unternehmenskultur ab. Wie ist diese geprägt? Wie viel Vertrauen schenken Sie sich untereinander? Wie kommunizieren Sie miteinander? Wie viel Raum geben Sie Wertschätzung und Anerkennung? Begegnen Sie sich auf Augenhöhe? Wie viel Bedeutung erfährt Verlässlichkeit? All dies beeinflusst Ihre Unternehmenskultur und die wiederum Ihre Fehlerkultur. 

Was unterstützt eine Fehlerkultur und was nicht?

Konkret sollten Sie sich zunächst mit Ihrer Unternehmenskultur auseinandersetzen. Es gibt unterschiedliche Wege, wie Sie vorgehen können. Einer könnte toolgestützt erfolgen, ein anderer auf Basis eines gut aufbereiteten Workshops. Sie sollten sich damit beschäftigen, was unterstützt eine positive Fehlerkultur und was nicht. Wenn zum Beispiel in Betriebsversammlungen Fragende relativ schnell von Führungskräften oder Kollegen abgekanzelt werden, dann werden Mitarbeitende sich bald nicht mehr trauen etwas zu fragen, zu sagen. In weiterer Folge werden sie auch Angst haben, Fehler zu machen. Es entsteht Misstrauen.

Arbeiten Sie daher bitte all die Aspekte heraus, die die Einführung einer Fehlerkultur begünstigen und die, die sie behindern oder schädigen. Essentiell ist es, dass Sie Ihre Führungsmannschaft hinter sich haben. Wenn es hier Einzelne gibt, die die Notwendigkeit und Vorteile der Fehlerkultur nicht erkennen, dann ist Ihr Projekt nahezu zum Scheitern verurteilt.

Wie soll die Fehlerkultur aussehen?

Haben Sie die Grundlagen geschaffen, dann können Sie herausarbeiten, wie diese Fehlerkultur aussehen soll. Beispielsweise Fehler sind erlaubt, wir sehen Fehler als Chance und Möglichkeit sich zu verbessern. Stellen Sie sich Fragen wie: Was war die Ursache für den Fehler? Was lernen wir daraus? Was können wir in Zukunft besser machen? Fördern Sie das aktive Ansprechen von Fehlern, in dem der Mitarbeitende sagt, dass ihm der Fehler unterlaufen ist und er dafür keinesfalls sanktioniert wird, sondern Sie auf die Sache und Lösungen schauen und Sie das aktive Ansprechen positiv hervorheben. Wenn Ihnen das gelingt, dann werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versuchen, sich einzubringen und ihr Bestes zu geben, dass dies in Zukunft nicht mehr passiert.

Führungskräften kommt entscheidende Rolle zu

Eine entscheidende Rolle kommt dabei den Unternehmenslenkern zu: Welche Bedeutung geben Sie der Unternehmens- und Fehlerkultur. Dieses Thema muss ganz oben aufgehängt sein und in einem Verantwortungsbereich wie beispielsweise HR verankert sein. Sie können an diesem Thema nicht mit einmaligen Maßnahmen oder Events arbeiten, Sie brauchen ein nachhaltiges und konsequentes Agieren, das von Ihrer inneren Haltung zu diesem Thema bestimmt wird.

Mitarbeiter einbinden

Ein weiterer Aspekt, ich würde nicht nur Ihre Führungskräfte, sondern auch Ihre Mitarbeiter einbinden. Ab einer bestimmten Unternehmensgröße könnte es Sinn machen, Pilotbereiche oder Pilotteams zu schaffen, die eine grundlegende Offenheit dafür einbringen und gerne bereit sind, erste Erfahrungen zu sammeln. Diese könnten Sie im Nachgang teilen und in der Organisation ausrollen.

Fehlerkultur lohnt sich

Gefördert wird das Implementieren einer Fehlerkultur durch eine offene und wertschätzende Kommunikation, die es erlaubt wertfrei über Fehler zu sprechen. Zudem sollten die Mitarbeiter, aber auch die Führungskräfte im Vorfeld lernen, wie sie sich gegenseitig Feedback geben.

Das Einführen Ihrer Fehlerkultur bedarf auch der Bewusstheit, dass dies ein längerer Prozess ist, der seitens aller Protagonisten entsprechend Aufmerksamkeit und Ausdauer erfordert. Und sich in Summe für alle lohnt, denn Sie werden mit einer Fehlerkultur Ihr Miteinander, Ihre Produktivität und Arbeitgeberattraktivität steigern.

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