101 Köpfe, Folge 135

Marco Trutter: Über smarte Technik und Büros auf Kreuzfahrtschiffen

Marco Trutter, Gründer und CEO der Augsburger Brand Identity Agentur trumedia, verrät im 101-Köpfe-Interview, wieso er einen Golf-Schläger auf eine einsame Insel mitnehmen würde und was er am fehlenden FCA-Stadionbesuch am meisten vermisst.

Name: Marco Trutter       

Alter: 37 Jahre

Position: CEO & Gründer

Unternehmen: trumedia GmbH

Hobbies: Spazieren gehen mit Hund Denny, Kochen, technische Gadgets, Golf und das Reisen - egal ob Adventure oder Entspannung


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN:Speziell für sie als Markenexperte gleich eine Fachfrage zum Einstieg: für welche Marke haben sie als Jugendlicher das meiste Taschengeld ausgegeben?

Marco Trutter: Sämtliches Taschen-, Geburtstags- oder Weihnachtsgeld habe ich damals schon ziemlich konstant in unterschiedlichste Technik investiert. Markenspezifisch war ich ein großer Nokia-Fan und hatte, wenn möglich, immer das neueste Handy. Mein allererstes Modell war das Nokia 5110, bei dem man die Schalen wechseln konnte. Meine war meistens Rot.

Sie haben bereits mit Anfang 20 als Marketingleiter für eine amerikanische Company gearbeitet. Was sind Ihrer Meinung nach die größten Unterschiede zu deutschen Unternehmen?

Auf der einen Seite steht da sicherlich die allgemein bekannte „deutsche Gründlichkeit“ und der Hang zum Perfektionismus. Das hat aber leider unweigerlich zur Folge, dass wir Deutschen viel mehr Zeit in Planung investieren als später in die Realisierung. Manchmal fehlt auch der Mut, sich aus der Komfortzone zu wagen und geschäftliches Neuland zu betreten. Auf der anderen Seite herrscht in den USA eine erfrischende hands-on Mentalität. Dort wird einfach ausprobiert und gemacht und nicht in epischer Breite über mögliche Schreckensszenarien gegrübelt.

Ein negativer Aspekt war jedoch die vielerorts gepflegte „hire-and-fire“-Kultur. Mich hat das damals sehr irritiert, dass Mitarbeiter bzw. Kollegen recht schnell und ohne Vorwarnung nach einem Fehler gefeuert und kurzdrauf mit dem Karton unterm Arm aus dem Gebäude geleitet wurden. Wenn man aber die Big Player wie Apple, Google und Co betrachtet und sieht, wie sie auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse wie Kinderbetreuung oder Freizeitgestaltung ihrer Mitarbeiter eingehen, sieht die Situation heute sicherlich anders aus. Bis deutsche Unternehmen diese, überspitzt formuliert, „Evolutionsstufe“ erreichen, wird es aber meiner Meinung nach noch etwas dauern. Denn der Mut zum Wandel ist hierzulande nicht sehr ausgeprägt, was sich auch in der überschaubaren Agilität sowie dem oftmals suboptimalen Change-Management widerspiegelt. Folglich wird auch antizyklisches Marketing, das in den USA an der Tagesordnung ist, in Deutschland aufgrund der mangelnden Risikobereitschaft entgegen aller Sinnhaftigkeit und trotz zahlreicher Erfolgs-Cases und Analysen viel zu wenig praktiziert.  

Sie sind ein großer Gadget-Fan: wenn sie die Wahl hätten - welche 3 Dinge würden sie mit auf eine einsame Insel nehmen?

Nachdem es auf der Insel vermutlich keine verlässliche Stromversorgung gibt, wären rein technische Gadgets sicherlich ein kurzes Vergnügen. Deshalb würde ich auf jeden Fall auch analoge Utensilien einpacken. Zuallererst mein Sand-Wedge, um meine ausbaufähigen Golf-Bunker-Schläge zu verbessern. Dazu einen Outdoor-Rucksack mit Solar-Panel, um autark etwas Strom zu erzeugen. Und da mein iPad zahlreiche Gadgets vereint, wäre das natürlich die logischste Konsequenz. Falls mein Inselaufenthalt frühestens Ende des Jahres sein sollte, steht – neben der alltäglichen Kommunikation - sogar einem gemütlichen Netflixabend nichts im Wege. Elon Musk hat dann nämlich sein Starlink-Netzwerk weitestgehend gelauncht und Highspeed-Internet via Satelliten steht an jedem Ort Welt – zu Wasser und zu Lande - zur Verfügung.

Sie sind begeisterter Tesla-Fahrer. Wenn sie aber beispielsweise im Urlaub aber mal auf ein Mietauto ausweichen müssten - für welches Modell würden sie sich entscheiden und warum?

Ich bin grundsätzlich ein großer Fan von E-Fahrzeugen und kann mir nicht vorstellen, jemals wieder ein Auto mit Verbrennungsmotor zu fahren. Vorausgesetzt natürlich, ich habe die Wahl. Deshalb achte ich auch bei Mietwagen – ganz egal ob im Urlaub oder geschäftlich – immer darauf, dass ich ein E-Mobil oder zumindest einen Plug-In-Hybrid erhalte. Bei der Modellauswahl bin ich relativ offen. Das entscheidendste ist dabei die Reichweite und die Fahrleistung.

Sie sind FCA-Fan und hatten viele Jahre auch eine Dauerkarte. Was fehlt ihnen in der aktuellen Situation ohne Stadionbesuch am meisten?

Erst einmal freu ich mich, dass der FCA sehr wahrscheinlich genug Punkte sammeln wird, um auch in der nächsten Saison weiter in der 1. Liga zu spielen. Ansonsten vermisse ich, neben der Stimmung und der Atmosphäre eines ausverkauften Stadions, vor allem die „erstklassige“ Feuerwurst in Kombination mit einem gemütlichen Bier. Auch das „sich mitreißen lassen“ und Rauslassen der Emotionen ist im Stadion natürlich viel intensiver. Dazu kommt, dass die Fan-Gesänge und -reaktionen auch wirklich zum Geschehen auf dem Platz passen und nicht von einem Sky-Mitarbeiter fälschlicherweise zu früh oder spät künstlich eingespielt werden.

Mittlerweile fehlt mir seltsamerweise sogar irgendwie das Geschiebe und Gedrücke an den Einlasskontrollen– wohl sowas wie ein fan-verbindendes Element.

In puncto Smart Home und Co sind sie ein leidenschaftlicher Early-Adopter. In welchem Teil Ihres Zuhauses könnten sie am ehesten auf Technik verzichten?

Ich liebe intelligente Technik, zum einen aufgrund der hohen Usabiltity aber auch wegen der energetischen Effizienz, die so nur über Smart Home zu realisieren ist. Das sieht man allein an der Tatsache, dass jeder Mensch in etwa 50.000 Handgriffe im Haushalt pro Jahr erledigt, die man mithilfe smarter Technik im Grunde eliminieren kann. So bliebe auch gleich mehr Zeit für die schöneren Dinge im Leben wie die Familie und/ oder Golf. Wenn ich unser Zuhause technisch „detoxen“ müsste, bliebe da tatsächlich nur noch die Toilette, wobei der Verlust eines Dusch-WCs, mit App-Steuerung und Nutzerprofilen auf dem iPhone natürlich trotzdem schmerzlich wäre.

Sie sind seit über 11 Jahren mit ihrer Brand Identity-Agentur trumedia in einem historischen Fabrikgebäude auf dem schönen Dierig-Gelände in Pfersee beheimatet. Wenn Sie die freie Auswahl hätten - wo wäre ihr 2. Standort?

Wir fühlen uns in der Tat äußerst Wohl in unserem altehrwürdigen Backsteinbüro. Eine ebenfalls sehr reizvolle Location entsteht aktuell auf dem alten Gaswerkgelände in Augsburg, inkl. einem innovativen Mix an Interaktionsflächen und Meetingräumen. Und wenn ich wirklich frei wählen dürfte und Geld keine Rolle spielt, wäre natürlich das sonnendurchflutete Oberdeck eines modernen Kreuzfahrtschiffes ein erstklassiger Ort für eine trumedia Dependance. Ist aber aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten unsinnig und führt zu hohen, unnötigen logistischen Herausforderungen, von dem ökologischen Aspekt mal ganz abgesehen. Reizvoll wäre es aber auf jeden Fall, die Internetversorgung wäre via Starlink ja dann gesichert.

Ganz spontan in dreißig Sekunden: drei tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben – und warum genau die?

Da nenne ich als Ersten Dr. Walter Eschle, den langjährigen Vorstand der Stadtsparkasse Augsburg, der ein Geschäftsmann vom „alten Schlag“ und ausgeprägten moralischem Kompass ist. Er engagiert sich privat über das normale Maß hinaus für das Gemeinwohl in der Region und das nicht für Anerkennung oder sein Ego, sondern allein aus Überzeugung. Er besitzt nicht nur einen sehr akkuraten Blick auf unternehmerische Aspekte, sondern auch ein hohes soziales Engagement und Empathie für seine Mitmenschen. Darüber hinaus ist er sportlich immer noch beeindruckend aktiv. Er absolviert unglaubliche Radtouren über hunderte von Kilometern, um sich selbst zu fordern. Dass er das alles so lange mit seiner verantwortungsvollen Vorstandstätigkeit in Einklang gebracht hat, fordert meinen ganzen Respekt ab.

Der nächste auf meiner Liste ist Bernhard Langer, den ich nicht nur als Golf-Fan sehr schätze und bewundere. Als das Spiel mit dem kleinen weißen Ball für viele in Deutschland noch „irgendeine Sportart für Reiche“ war, hat er zuerst Europa und dann die USA erobert. Und das – neben seinem außergewöhnlichen Talent – vor allem durch Fleiß und seine ruhige, höfliche und bescheidene Art. Im letzten Jahr ist er von der Vereinigung der amerikanischen Golf-Journalisten bereits zum sechsten Mal zum „Senior Player oft he Year“ gewählt worden. Und wenn ich ihn hin und wieder in Fernsehinterviews erlebe, freue ich mich, dass er sich trotz des riesigen Erfolges nicht allzu sehr verändert hat.

Last but not least Rolf Neuburger, der von Anfang an in der Marketing- und Medienbranche mitgemischt hat. Quasi ein Mann der 1. Stunde, als die großen Medienagenturen an den Start gingen, und vergleichbar mit den Jungs der bekannten US-Serie „Mad Men“. Er verfügt über eine immense Lebenserfahrung, eine riesige Technologie-Begeisterung und ist neuen und unbekannten Kommunikationskanälen, wie beispielsweise TikTok oder Clubhouse sehr aufgeschlossen. Und bei all dem Tempo und den zahlreichen Entwicklungen der Branche verliert er nie den Blick für das Wesentliche, hinterfragt immer kritisch und ist ein spannender Gesprächspartner, von dem ich mir regelmäßig gerne wertvolle Impulse mitnehme.

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Name: Marco Trutter       

Alter: 37 Jahre

Position: CEO & Gründer

Unternehmen: trumedia GmbH

Hobbies: Spazieren gehen mit Hund Denny, Kochen, technische Gadgets, Golf und das Reisen - egal ob Adventure oder Entspannung


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN:Speziell für sie als Markenexperte gleich eine Fachfrage zum Einstieg: für welche Marke haben sie als Jugendlicher das meiste Taschengeld ausgegeben?

Marco Trutter: Sämtliches Taschen-, Geburtstags- oder Weihnachtsgeld habe ich damals schon ziemlich konstant in unterschiedlichste Technik investiert. Markenspezifisch war ich ein großer Nokia-Fan und hatte, wenn möglich, immer das neueste Handy. Mein allererstes Modell war das Nokia 5110, bei dem man die Schalen wechseln konnte. Meine war meistens Rot.

Sie haben bereits mit Anfang 20 als Marketingleiter für eine amerikanische Company gearbeitet. Was sind Ihrer Meinung nach die größten Unterschiede zu deutschen Unternehmen?

Auf der einen Seite steht da sicherlich die allgemein bekannte „deutsche Gründlichkeit“ und der Hang zum Perfektionismus. Das hat aber leider unweigerlich zur Folge, dass wir Deutschen viel mehr Zeit in Planung investieren als später in die Realisierung. Manchmal fehlt auch der Mut, sich aus der Komfortzone zu wagen und geschäftliches Neuland zu betreten. Auf der anderen Seite herrscht in den USA eine erfrischende hands-on Mentalität. Dort wird einfach ausprobiert und gemacht und nicht in epischer Breite über mögliche Schreckensszenarien gegrübelt.

Ein negativer Aspekt war jedoch die vielerorts gepflegte „hire-and-fire“-Kultur. Mich hat das damals sehr irritiert, dass Mitarbeiter bzw. Kollegen recht schnell und ohne Vorwarnung nach einem Fehler gefeuert und kurzdrauf mit dem Karton unterm Arm aus dem Gebäude geleitet wurden. Wenn man aber die Big Player wie Apple, Google und Co betrachtet und sieht, wie sie auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse wie Kinderbetreuung oder Freizeitgestaltung ihrer Mitarbeiter eingehen, sieht die Situation heute sicherlich anders aus. Bis deutsche Unternehmen diese, überspitzt formuliert, „Evolutionsstufe“ erreichen, wird es aber meiner Meinung nach noch etwas dauern. Denn der Mut zum Wandel ist hierzulande nicht sehr ausgeprägt, was sich auch in der überschaubaren Agilität sowie dem oftmals suboptimalen Change-Management widerspiegelt. Folglich wird auch antizyklisches Marketing, das in den USA an der Tagesordnung ist, in Deutschland aufgrund der mangelnden Risikobereitschaft entgegen aller Sinnhaftigkeit und trotz zahlreicher Erfolgs-Cases und Analysen viel zu wenig praktiziert.  

Sie sind ein großer Gadget-Fan: wenn sie die Wahl hätten - welche 3 Dinge würden sie mit auf eine einsame Insel nehmen?

Nachdem es auf der Insel vermutlich keine verlässliche Stromversorgung gibt, wären rein technische Gadgets sicherlich ein kurzes Vergnügen. Deshalb würde ich auf jeden Fall auch analoge Utensilien einpacken. Zuallererst mein Sand-Wedge, um meine ausbaufähigen Golf-Bunker-Schläge zu verbessern. Dazu einen Outdoor-Rucksack mit Solar-Panel, um autark etwas Strom zu erzeugen. Und da mein iPad zahlreiche Gadgets vereint, wäre das natürlich die logischste Konsequenz. Falls mein Inselaufenthalt frühestens Ende des Jahres sein sollte, steht – neben der alltäglichen Kommunikation - sogar einem gemütlichen Netflixabend nichts im Wege. Elon Musk hat dann nämlich sein Starlink-Netzwerk weitestgehend gelauncht und Highspeed-Internet via Satelliten steht an jedem Ort Welt – zu Wasser und zu Lande - zur Verfügung.

Sie sind begeisterter Tesla-Fahrer. Wenn sie aber beispielsweise im Urlaub aber mal auf ein Mietauto ausweichen müssten - für welches Modell würden sie sich entscheiden und warum?

Ich bin grundsätzlich ein großer Fan von E-Fahrzeugen und kann mir nicht vorstellen, jemals wieder ein Auto mit Verbrennungsmotor zu fahren. Vorausgesetzt natürlich, ich habe die Wahl. Deshalb achte ich auch bei Mietwagen – ganz egal ob im Urlaub oder geschäftlich – immer darauf, dass ich ein E-Mobil oder zumindest einen Plug-In-Hybrid erhalte. Bei der Modellauswahl bin ich relativ offen. Das entscheidendste ist dabei die Reichweite und die Fahrleistung.

Sie sind FCA-Fan und hatten viele Jahre auch eine Dauerkarte. Was fehlt ihnen in der aktuellen Situation ohne Stadionbesuch am meisten?

Erst einmal freu ich mich, dass der FCA sehr wahrscheinlich genug Punkte sammeln wird, um auch in der nächsten Saison weiter in der 1. Liga zu spielen. Ansonsten vermisse ich, neben der Stimmung und der Atmosphäre eines ausverkauften Stadions, vor allem die „erstklassige“ Feuerwurst in Kombination mit einem gemütlichen Bier. Auch das „sich mitreißen lassen“ und Rauslassen der Emotionen ist im Stadion natürlich viel intensiver. Dazu kommt, dass die Fan-Gesänge und -reaktionen auch wirklich zum Geschehen auf dem Platz passen und nicht von einem Sky-Mitarbeiter fälschlicherweise zu früh oder spät künstlich eingespielt werden.

Mittlerweile fehlt mir seltsamerweise sogar irgendwie das Geschiebe und Gedrücke an den Einlasskontrollen– wohl sowas wie ein fan-verbindendes Element.

In puncto Smart Home und Co sind sie ein leidenschaftlicher Early-Adopter. In welchem Teil Ihres Zuhauses könnten sie am ehesten auf Technik verzichten?

Ich liebe intelligente Technik, zum einen aufgrund der hohen Usabiltity aber auch wegen der energetischen Effizienz, die so nur über Smart Home zu realisieren ist. Das sieht man allein an der Tatsache, dass jeder Mensch in etwa 50.000 Handgriffe im Haushalt pro Jahr erledigt, die man mithilfe smarter Technik im Grunde eliminieren kann. So bliebe auch gleich mehr Zeit für die schöneren Dinge im Leben wie die Familie und/ oder Golf. Wenn ich unser Zuhause technisch „detoxen“ müsste, bliebe da tatsächlich nur noch die Toilette, wobei der Verlust eines Dusch-WCs, mit App-Steuerung und Nutzerprofilen auf dem iPhone natürlich trotzdem schmerzlich wäre.

Sie sind seit über 11 Jahren mit ihrer Brand Identity-Agentur trumedia in einem historischen Fabrikgebäude auf dem schönen Dierig-Gelände in Pfersee beheimatet. Wenn Sie die freie Auswahl hätten - wo wäre ihr 2. Standort?

Wir fühlen uns in der Tat äußerst Wohl in unserem altehrwürdigen Backsteinbüro. Eine ebenfalls sehr reizvolle Location entsteht aktuell auf dem alten Gaswerkgelände in Augsburg, inkl. einem innovativen Mix an Interaktionsflächen und Meetingräumen. Und wenn ich wirklich frei wählen dürfte und Geld keine Rolle spielt, wäre natürlich das sonnendurchflutete Oberdeck eines modernen Kreuzfahrtschiffes ein erstklassiger Ort für eine trumedia Dependance. Ist aber aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten unsinnig und führt zu hohen, unnötigen logistischen Herausforderungen, von dem ökologischen Aspekt mal ganz abgesehen. Reizvoll wäre es aber auf jeden Fall, die Internetversorgung wäre via Starlink ja dann gesichert.

Ganz spontan in dreißig Sekunden: drei tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben – und warum genau die?

Da nenne ich als Ersten Dr. Walter Eschle, den langjährigen Vorstand der Stadtsparkasse Augsburg, der ein Geschäftsmann vom „alten Schlag“ und ausgeprägten moralischem Kompass ist. Er engagiert sich privat über das normale Maß hinaus für das Gemeinwohl in der Region und das nicht für Anerkennung oder sein Ego, sondern allein aus Überzeugung. Er besitzt nicht nur einen sehr akkuraten Blick auf unternehmerische Aspekte, sondern auch ein hohes soziales Engagement und Empathie für seine Mitmenschen. Darüber hinaus ist er sportlich immer noch beeindruckend aktiv. Er absolviert unglaubliche Radtouren über hunderte von Kilometern, um sich selbst zu fordern. Dass er das alles so lange mit seiner verantwortungsvollen Vorstandstätigkeit in Einklang gebracht hat, fordert meinen ganzen Respekt ab.

Der nächste auf meiner Liste ist Bernhard Langer, den ich nicht nur als Golf-Fan sehr schätze und bewundere. Als das Spiel mit dem kleinen weißen Ball für viele in Deutschland noch „irgendeine Sportart für Reiche“ war, hat er zuerst Europa und dann die USA erobert. Und das – neben seinem außergewöhnlichen Talent – vor allem durch Fleiß und seine ruhige, höfliche und bescheidene Art. Im letzten Jahr ist er von der Vereinigung der amerikanischen Golf-Journalisten bereits zum sechsten Mal zum „Senior Player oft he Year“ gewählt worden. Und wenn ich ihn hin und wieder in Fernsehinterviews erlebe, freue ich mich, dass er sich trotz des riesigen Erfolges nicht allzu sehr verändert hat.

Last but not least Rolf Neuburger, der von Anfang an in der Marketing- und Medienbranche mitgemischt hat. Quasi ein Mann der 1. Stunde, als die großen Medienagenturen an den Start gingen, und vergleichbar mit den Jungs der bekannten US-Serie „Mad Men“. Er verfügt über eine immense Lebenserfahrung, eine riesige Technologie-Begeisterung und ist neuen und unbekannten Kommunikationskanälen, wie beispielsweise TikTok oder Clubhouse sehr aufgeschlossen. Und bei all dem Tempo und den zahlreichen Entwicklungen der Branche verliert er nie den Blick für das Wesentliche, hinterfragt immer kritisch und ist ein spannender Gesprächspartner, von dem ich mir regelmäßig gerne wertvolle Impulse mitnehme.

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