101 Köpfe, Folge 128

Ernst Prost: „Geldgeilheit macht mich zornig”

Ernst Prost hat den Ulmer Motorenölhersteller Liqui Moly zu einem global agierenden Unternehmen geführt. Bekannt geworden ist er durch seine klaren Ansagen. Im 101-Köpfe Interview verrät er, wieso seine Mitarbeiter seine Familie sind und wieso ihn sein Zuhause, das Schloss Leipheim, inspiriert.

Name: Ernst Prost

Alter: 63

Position: Geschäftsführer  

Unternehmen: Liqui Moly

Hobbies: Liqui Moly


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Sie wurden durch Ihre TV-Werbespots und Ihre zahlreichen Auftritte bei TV-Talkrunden einem großen Publikum bekannt. Es haben Sie daraufhin viele Bittbriefe und Hilferufe erreicht. Gab es einen Brief, der Sie besonders berührt hat?  

Jeder einzelne Brief berührt mich. Jedes einzelne Schicksal ergreift mich. Uns erreichen Hunderte von Hilferufen – jeden Monat. Immer dann, wenn es um Leben oder Tod geht, wenn Menschen aufgrund von Krankheiten keine Chance auf ein Leben haben, wird es brutal. Ganz brutal wird es, wenn es um das Schicksal von Kindern, zum Beispiel im Kinderhospiz, geht. Ich bin froh, dass meine Frau Kerstin Thiele die Stabilität aufgrund ihrer langjährigen Arbeit im Krankenhaus in Eisenhüttenstadt mitbringt, um diese Arbeit erledigen zu können. Alleine würde ich daran zerbrechen. 

Über Sie gibt es unzählige Berichte. Was ist Ihre Lieblingsschlagzeile?  

Liqui Moly Chef zahlt 11.000 Euro Prämie für jeden seiner Kolleginnen und Kollegen. 

Seit einigen Jahren ist es ruhiger um Sie geworden. Wieso? Und welche Ihrer Lebensbereiche werden immer ganz privat bleiben? 

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Wenn der Laden läuft und die Firma in ruhigen Fahrwassern, erfolgreich wie ein Segelschiff auf spiegelglattem Meer dahingleitet, muss ich mich nicht in der gleichen Form exponieren wie in Krisenzeiten, wenn Führung und öffentliche Präsenz notwendig ist – so wie jetzt in diesen Monaten – um zu retten, was zu retten ist. Privat bleibt da nicht mehr viel unbeleuchtet. Das ist aber auch okay. 

Sie nehmen kein Blatt vor den Mund und haben in der Vergangenheit des Öfteren deutlich gemacht, was Sie von der Mentalität anderer Wirtschaftsmanager halten. Welche Werte sollte ein Unternehmer Ihrer Meinung nach leben und was macht Sie zurzeit besonders wütend?  

Es gibt immer solche und solche. Es gibt hervorragende und ehrbare Wirtschaftsführer genauso wie Egoisten, Schlingel und Schlaumeier. Das trifft sicherlich für jede Berufsgruppe und für die gesamte Gesellschaft zu. Nur sollten, meiner Meinung nach, Wirtschaftsführer ein besonders hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein leben, da von ihrer Arbeit und ihren Entscheidungen Arbeitsplätze abhängen, von denen wiederum Familien abhängig sind. Wenn ich sehe, dass dem reinen Gewinnstreben – oder noch härter formuliert – der Geld-Geilheit Arbeitsplätze und damit menschliche Schicksale geopfert werden, werde ich besonders zornig. 

Sie nennen Ihre Mitarbeiter „Mitunternehmer“ und Ihr Unternehmen bezeichnen sie als „Familie“. Was steckt hinter dieser ganz besonderen Unternehmenskultur?

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Dahinter steckt der ganz normale Umgang, den Menschen miteinander pflegen sollten. Und da für mich Familie mit das höchste Werte-System und auch eine der stabilsten und hilfreichsten Formen des Zusammenlebens ist, bezeichne ich uns und unsere Kunden als die Liqui Moly Family Worldwide. Wir unterstützen und helfen uns, wie eine richtige Familie. Das geht weit über eine normale Geschäftsbeziehung zwischen Kunden und Lieferanten hinaus. Warum mir Mitunternehmer tausendmal lieber sind als Mitarbeiter, ist doch auch klar: Mitarbeiten ist ja schön und gut, aber etwas gemeinsam unternehmen ist doch viel effizienter und effektiver für eine Firma. Wenn alle in einem Unternehmen, anstatt nur mitzuarbeiten etwas mitunternehmen, kommen auch tausendmal bessere Ergebnisse raus. Mich wundert immer wieder, dass ich diese – für mich so selbstverständliche – Unternehmens-Philosophie auch nach 20 Jahren immer wieder erklären muss. 

Sie haben Ihr Unternehmen verkauft, sind aber noch als Geschäftsführer tätig. Denken Sie über einen Rückzug nach?  

Rückzug kommt in meinem Instrumentenkasten nicht vor. Ich habe die Firma an Würth verkauft, damit ich in Ruhe sterben kann. Klingt extrem, ist aber nichts anderes als die Nachhaltigkeit, die Sicherheit – vor allem für mittlerweile 1.000 Arbeitsplätze und noch mal ein paar 10.000 Arbeitsplätze bei unseren Kunden – über meinen Tod hinaus abzusichern. Damit der Firma nichts passiert, wenn mir was passiert und damit weder Familie noch Kolleginnen und Kollegen am Grab stehen und dumm dreinschauen, weil sie nicht wissen, wie es weitergeht. 

Liqui Moly ist Namenssponsor der Handball-Bundesliga, unterstützt die Ulmer Basketballer, den Motorsport und viele weitere Sportarten. Sind Sie selbst ein begeisterter Sportfan und wenn ja, für welchen Verein schlägt Ihr Herz?  

Einspruch, euer Ehren, wir unterstützen als Sponsor keine Vereine und auch keine Sportveranstaltungen. Das ist reines Business. Wir geben Geld, das der Verein gut brauchen kann – logisch – und dafür bekommen wir als Gegenleistung Werbeflächen und Medien-Präsenz. Das hilft uns wiederum, den Bekanntheitsgrad unserer Marke zu stärken, auf dass wir mehr Umsatz machen und neue Kunden gewinnen. Das ist ‚the name of the game‘ im Sponsoring. Mein Herz schlug für den TSV Lauterbach. Dort habe ich als junger Kerl in der C-Klasse Fußball gespielt. Den Fußball-Verein gibt es nicht mehr und ich bin mittlerweile froh, wenn ich eine Halbzeit, also 45 Minuten fehlerfrei spazieren gehen kann, ohne aus der Puste zu kommen (lacht). 

Sie haben drei Stiftungen gegründet und großzügig mit Kapital ausgestattet. Wo liegt Ihr  tieferer Antrieb für Ihr soziales Engagement?  

Der Herrgott hat es gut mit mir gemeint. Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt und in Verbindung mit Fleiß und Ehrgeiz auch gutes Geld verdient. Der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein, ist für mich nicht erstrebenswert. Deshalb setze ich mein Geld dort ein, wo es Nutzen stiftet. Und das ist in einer meiner drei Stiftungen. Ich helfe gerne, wo Not gelindert werden kann, wo wir Menschen durch Kerstin oder meinen Sohn, der in der Stiftung mitarbeitet, helfen können. Ich denke, es zeichnet uns Menschen aus, dass wir nicht kaltherzig oder egoistisch die Not anderer Menschen ausblenden, sondern tatkräftig und mit Nächstenliebe helfen, wo Hilfe gebraucht wird. 

Sie haben das baufällige Schloss Leipheim vor 15 Jahren ersteigert und umfangreich renoviert. Was gefällt Ihnen an Ihrem Zuhause besonders? Was ist Ihr Lieblingsstück im Schloss und welche Geschichte verbirgt sich dahinter?  

Das ganze Schloss ist ein einziges Museum geworden, eine Art Installation, wie die Künstler sagen würden. Ich habe Amethyst Drusen, die 200 Millionen Jahre alt sind, mit modernen Werken komponiert. Und in allem sehe ich die Schöpfung, das Werk Gottes. Ich erkenne sehr demütig und dankbar, dass unser Leben ein Geschenk ist, obgleich unser Leben auch nur ein Wimpernschlag in der Erdgeschichte darstellt. Schloss Leipheim inspiriert mich. Bei Tag und Nacht. Für meine Arbeit, für mein Leben und auch für die Zeit nach meinem Leben.  

Sie sind ein Valentinskind. Würden Sie sich als romantisch beschreiben?  

Klar bin ich romantisch. Und liebevoll. Aber ich kann auch zornig und wütend sein, wie ein Rumpelstilzchen. Schließlich bin ich ein Mensch. Und Menschen haben vielerlei Facetten. Mir ist nur wichtig, dass ich mir selbst treu bleibe und ich mich nicht verbiege, weil es opportun ist. Ich habe meine Werte, ich habe meine Weltanschauungen und ich habe natürlich auch meine Erfahrungen auf dieser Welt und mit den Menschen gesammelt. Emotionen sind ein Teil unserer Natur. Und wenn wir es jetzt schaffen die Liebe mehr zu betonen als den Hass, hat die Menschheit auch eine Zukunft. 

Sie waren schon in einigen Sternerestaurants auf der ganzen Welt essen. Was ist Ihr absolutes Lieblingsgericht?  

Spätzle mit Soße.  

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Ernst Prost: „Geldgeilheit macht mich zornig”

Ernst Prost hat den Ulmer Motorenölhersteller Liqui Moly zu einem global agierenden Unternehmen geführt. Bekannt geworden ist er durch seine klaren Ansagen. Im 101-Köpfe Interview verrät er, wieso seine Mitarbeiter seine Familie sind und wieso ihn sein Zuhause, das Schloss Leipheim, inspiriert.

Name: Ernst Prost

Alter: 63

Position: Geschäftsführer  

Unternehmen: Liqui Moly

Hobbies: Liqui Moly


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Sie wurden durch Ihre TV-Werbespots und Ihre zahlreichen Auftritte bei TV-Talkrunden einem großen Publikum bekannt. Es haben Sie daraufhin viele Bittbriefe und Hilferufe erreicht. Gab es einen Brief, der Sie besonders berührt hat?  

Jeder einzelne Brief berührt mich. Jedes einzelne Schicksal ergreift mich. Uns erreichen Hunderte von Hilferufen – jeden Monat. Immer dann, wenn es um Leben oder Tod geht, wenn Menschen aufgrund von Krankheiten keine Chance auf ein Leben haben, wird es brutal. Ganz brutal wird es, wenn es um das Schicksal von Kindern, zum Beispiel im Kinderhospiz, geht. Ich bin froh, dass meine Frau Kerstin Thiele die Stabilität aufgrund ihrer langjährigen Arbeit im Krankenhaus in Eisenhüttenstadt mitbringt, um diese Arbeit erledigen zu können. Alleine würde ich daran zerbrechen. 

Über Sie gibt es unzählige Berichte. Was ist Ihre Lieblingsschlagzeile?  

Liqui Moly Chef zahlt 11.000 Euro Prämie für jeden seiner Kolleginnen und Kollegen. 

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Sie nehmen kein Blatt vor den Mund und haben in der Vergangenheit des Öfteren deutlich gemacht, was Sie von der Mentalität anderer Wirtschaftsmanager halten. Welche Werte sollte ein Unternehmer Ihrer Meinung nach leben und was macht Sie zurzeit besonders wütend?  

Es gibt immer solche und solche. Es gibt hervorragende und ehrbare Wirtschaftsführer genauso wie Egoisten, Schlingel und Schlaumeier. Das trifft sicherlich für jede Berufsgruppe und für die gesamte Gesellschaft zu. Nur sollten, meiner Meinung nach, Wirtschaftsführer ein besonders hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein leben, da von ihrer Arbeit und ihren Entscheidungen Arbeitsplätze abhängen, von denen wiederum Familien abhängig sind. Wenn ich sehe, dass dem reinen Gewinnstreben – oder noch härter formuliert – der Geld-Geilheit Arbeitsplätze und damit menschliche Schicksale geopfert werden, werde ich besonders zornig. 

Sie nennen Ihre Mitarbeiter „Mitunternehmer“ und Ihr Unternehmen bezeichnen sie als „Familie“. Was steckt hinter dieser ganz besonderen Unternehmenskultur?

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Sie haben Ihr Unternehmen verkauft, sind aber noch als Geschäftsführer tätig. Denken Sie über einen Rückzug nach?  

Rückzug kommt in meinem Instrumentenkasten nicht vor. Ich habe die Firma an Würth verkauft, damit ich in Ruhe sterben kann. Klingt extrem, ist aber nichts anderes als die Nachhaltigkeit, die Sicherheit – vor allem für mittlerweile 1.000 Arbeitsplätze und noch mal ein paar 10.000 Arbeitsplätze bei unseren Kunden – über meinen Tod hinaus abzusichern. Damit der Firma nichts passiert, wenn mir was passiert und damit weder Familie noch Kolleginnen und Kollegen am Grab stehen und dumm dreinschauen, weil sie nicht wissen, wie es weitergeht. 

Liqui Moly ist Namenssponsor der Handball-Bundesliga, unterstützt die Ulmer Basketballer, den Motorsport und viele weitere Sportarten. Sind Sie selbst ein begeisterter Sportfan und wenn ja, für welchen Verein schlägt Ihr Herz?  

Einspruch, euer Ehren, wir unterstützen als Sponsor keine Vereine und auch keine Sportveranstaltungen. Das ist reines Business. Wir geben Geld, das der Verein gut brauchen kann – logisch – und dafür bekommen wir als Gegenleistung Werbeflächen und Medien-Präsenz. Das hilft uns wiederum, den Bekanntheitsgrad unserer Marke zu stärken, auf dass wir mehr Umsatz machen und neue Kunden gewinnen. Das ist ‚the name of the game‘ im Sponsoring. Mein Herz schlug für den TSV Lauterbach. Dort habe ich als junger Kerl in der C-Klasse Fußball gespielt. Den Fußball-Verein gibt es nicht mehr und ich bin mittlerweile froh, wenn ich eine Halbzeit, also 45 Minuten fehlerfrei spazieren gehen kann, ohne aus der Puste zu kommen (lacht). 

Sie haben drei Stiftungen gegründet und großzügig mit Kapital ausgestattet. Wo liegt Ihr  tieferer Antrieb für Ihr soziales Engagement?  

Der Herrgott hat es gut mit mir gemeint. Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt und in Verbindung mit Fleiß und Ehrgeiz auch gutes Geld verdient. Der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein, ist für mich nicht erstrebenswert. Deshalb setze ich mein Geld dort ein, wo es Nutzen stiftet. Und das ist in einer meiner drei Stiftungen. Ich helfe gerne, wo Not gelindert werden kann, wo wir Menschen durch Kerstin oder meinen Sohn, der in der Stiftung mitarbeitet, helfen können. Ich denke, es zeichnet uns Menschen aus, dass wir nicht kaltherzig oder egoistisch die Not anderer Menschen ausblenden, sondern tatkräftig und mit Nächstenliebe helfen, wo Hilfe gebraucht wird. 

Sie haben das baufällige Schloss Leipheim vor 15 Jahren ersteigert und umfangreich renoviert. Was gefällt Ihnen an Ihrem Zuhause besonders? Was ist Ihr Lieblingsstück im Schloss und welche Geschichte verbirgt sich dahinter?  

Das ganze Schloss ist ein einziges Museum geworden, eine Art Installation, wie die Künstler sagen würden. Ich habe Amethyst Drusen, die 200 Millionen Jahre alt sind, mit modernen Werken komponiert. Und in allem sehe ich die Schöpfung, das Werk Gottes. Ich erkenne sehr demütig und dankbar, dass unser Leben ein Geschenk ist, obgleich unser Leben auch nur ein Wimpernschlag in der Erdgeschichte darstellt. Schloss Leipheim inspiriert mich. Bei Tag und Nacht. Für meine Arbeit, für mein Leben und auch für die Zeit nach meinem Leben.  

Sie sind ein Valentinskind. Würden Sie sich als romantisch beschreiben?  

Klar bin ich romantisch. Und liebevoll. Aber ich kann auch zornig und wütend sein, wie ein Rumpelstilzchen. Schließlich bin ich ein Mensch. Und Menschen haben vielerlei Facetten. Mir ist nur wichtig, dass ich mir selbst treu bleibe und ich mich nicht verbiege, weil es opportun ist. Ich habe meine Werte, ich habe meine Weltanschauungen und ich habe natürlich auch meine Erfahrungen auf dieser Welt und mit den Menschen gesammelt. Emotionen sind ein Teil unserer Natur. Und wenn wir es jetzt schaffen die Liebe mehr zu betonen als den Hass, hat die Menschheit auch eine Zukunft. 

Sie waren schon in einigen Sternerestaurants auf der ganzen Welt essen. Was ist Ihr absolutes Lieblingsgericht?  

Spätzle mit Soße.  

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