101 Köpfe, Folge 124

Dr. Marc Lucassen: Aus der Welt nach Schwaben

Dr. Marc Lucassen ist ein echter Weltenbummler und neuer Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben. Wieso er zurückgekehrt ist und was er hier besonders schätzt, verrät er im 101 Köpfe-Interview .

Name: Dr. Marc Lucassen

Alter: 47

Position: Hauptgeschäftsführer

Unternehmen: Industrie- und Handelskammer Schwaben

Hobbies: Radfahren, Bergwandern, Fußball


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was zieht einen Weltenbummler wieder zurück nach Schwaben? 

Dr. Lucassen: Nach vielen Jahren im Ausland wollten meine Frau und ich wieder zurück nach Deutschland. Wir haben schon vor längerer Zeit gemeinsam entschieden, dass der Großraum Augsburg unsere „neue alte Heimat“ werden soll. Für uns ist klar: Wir wollen hier ankommen und wieder Wurzeln schlagen.

Was ist das außergewöhnlichste Erlebnis, was sie je beim Reisen hatten? 

Dr. Lucassen: Da fällt mir eine Situation ein während der Regenzeit in Lagos (Nigeria), als uns freischwimmende Krokodile in der Innenstadt beim Einkaufsbummel begegneten.

Welche Kultur hat Sie auf Ihren Reisen am meisten beeindruckt?

Dr. Lucassen: Jede Station hat mich persönlich bereichert. Der Geschäftssinn in Nigeria war genauso beeindruckend wie die Start-up-Kultur in Israel oder die mediterrane Lebensweise in Italien. Aber auch Großbritannien und Rumänien hatten ihre Reize. 

Wie viele Sprachen sprechen Sie?

Dr. Lucassen: Englisch spreche ich fließend und Französisch ganz brauchbar. Auf Hebräisch und Hausa (Anmerkung der Redaktion: Handelssprache in West- und Zentralafrika) reicht es lediglich zum kurzen Small Talk.

Außerhalb von Deutschland, wo wohnt Ihr Herz? 

Dr. Lucassen: In Nigeria und in Israel. Dort hatte ich meine persönlich prägendsten Erfahrungen im Ausland. 

Was schätzen Sie besonders an unserer Region?

Dr. Lucassen: Wenn man wie ich lange im Ausland war und nun den Blick von außen auf die Region richtet, dann sieht man sehr viel Positives: Wir haben einen hohen Lebensstandard, sozialen Frieden, Sicherheit – Dinge, die in anderen Ländern nicht selbstverständlich sind. Wir sind ein wirtschaftlich starker Produktionsstandort mit vielen vitalen Branchen vom Handel, der Kultur- und Kreativwirtschaft, dem Finanz- und Versicherungswesen über die Logistik bis hin zum Tourismus. Die Waren und Dienstleistungen unserer Unternehmen, meist familiengeführt, sind auf der ganzen Welt gefragt. Mitten in Europa gelegen, ist unsere geographische Lage auch ein Standortvorteil. Dank der Verzahnung mit der Wissenschaft können die hoch qualifizierten Mitarbeiter neue Erkenntnisse schnell in die unternehmerische Praxis überführen. Innovationsfreude haben unsere Unternehmen in der Vergangenheit oft bewiesen. Darin liegt auch die Chance für künftige Herausforderungen. Als Privatperson schätze ich natürlich unsere lebenswerte Heimat mit toller Landschaft und hoher Lebensqualität.

Die IHK soll wenn möglich Ihre letzte berufliche Station sein – Karrierehöhepunkt. Haben Sie auch Ihr persönliches höchstes Ziel schon erreicht?

Dr. Lucassen: Ich bin im Moment zufrieden mit dem, was ich persönlich bisher erreicht habe. Aber natürlich habe ich auch privat viele Ziele. Wir sind beispielsweise gerade dabei, ein Haus zu bauen. Es gibt also einiges zu tun.

Was steht alles auf Ihrem neuen Schreibtisch?

Dr. Lucassen: Noch nicht viel. Bislang sind es vor allem Büromaterialien. Ich bin noch in der Einrichtungsphase.

Dr. Andreas Kopton verwendet gern Akronyme. Mit welchem Akronym würden Sie sich selbst beschreiben?

Dr. Lucassen: Dann nehme ich wie unsere IHK Schwaben auch die drei Bs. Bilden: Bildung ist auch für mich das Fundament. Nicht nur meines Berufs, sondern auch meines Lebens. Bildung macht mich zu einem interessierten und weltoffenen Menschen. Bündeln: Bündeln steht beruflich und privat für den Austausch mit anderen. Indem ich meine Interessen und Kräfte mit meiner Familie, Freunden und Bekannten teile, gehe ich bestärkt durchs Leben. Beraten: Jeden Tag aufs Neue notwendig. Ich kann zuhören, ich will lernen. In der IHK Schwaben genauso wie zu Hause. Und ich will auch andere unterstützen mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen.

Sie sind Diplom-Chemiker. Was hat Sie dazu bewegt, auch noch Betriebswirtschaftslehre zu studieren?

Dr. Lucassen: Es war vor allem die jugendliche Neugier und der Wunsch, sich für die spätere Berufswahl eine breitere akademische Basis zuzulegen. Das hat mich nach dem naturwissenschaftlichen Studium auch noch zu den Wirtschaftswissenschaften gebracht.

Wann und wo können Sie vom Arbeitsalltag abschalten?

Dr. Lucassen: Ich bin gerne an der frischen Luft. Meistens lade ich mit Radfahren in den Westlichen Wäldern oder Bergwandern im Allgäu meine Batterien wieder auf.

Sie sind Fußball-Fan: Was war Ihr schönstes Stadion-Erlebnis?

Dr. Lucassen: Ich erinnere mich gerne an meinen ersten Stadionbesuch zurück. Das war am 20. Dezember 1978 zusammen mit meinem Vater. Wir waren beim Freundschaftsspiel Deutschland gegen Holland im Düsseldorfer Rhein-Stadion. Die Partie ging 3:1 für uns aus.

Haben Sie ein Lebensmotto, wenn ja, welches? 

Dr. Lucassen: Leben und leben lassen.

Ganz spontan in 30 Sekunden: Tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben? 

Dr. Lucassen: Carl Hirnbein, Rudolf Diesel, Bertholt Brecht, die Fugger und viele mehr.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
101 Köpfe, Folge 124

Dr. Marc Lucassen: Aus der Welt nach Schwaben

Dr. Marc Lucassen ist ein echter Weltenbummler und neuer Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben. Wieso er zurückgekehrt ist und was er hier besonders schätzt, verrät er im 101 Köpfe-Interview .

Name: Dr. Marc Lucassen

Alter: 47

Position: Hauptgeschäftsführer

Unternehmen: Industrie- und Handelskammer Schwaben

Hobbies: Radfahren, Bergwandern, Fußball


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was zieht einen Weltenbummler wieder zurück nach Schwaben? 

Dr. Lucassen: Nach vielen Jahren im Ausland wollten meine Frau und ich wieder zurück nach Deutschland. Wir haben schon vor längerer Zeit gemeinsam entschieden, dass der Großraum Augsburg unsere „neue alte Heimat“ werden soll. Für uns ist klar: Wir wollen hier ankommen und wieder Wurzeln schlagen.

Was ist das außergewöhnlichste Erlebnis, was sie je beim Reisen hatten? 

Dr. Lucassen: Da fällt mir eine Situation ein während der Regenzeit in Lagos (Nigeria), als uns freischwimmende Krokodile in der Innenstadt beim Einkaufsbummel begegneten.

Welche Kultur hat Sie auf Ihren Reisen am meisten beeindruckt?

Dr. Lucassen: Jede Station hat mich persönlich bereichert. Der Geschäftssinn in Nigeria war genauso beeindruckend wie die Start-up-Kultur in Israel oder die mediterrane Lebensweise in Italien. Aber auch Großbritannien und Rumänien hatten ihre Reize. 

Wie viele Sprachen sprechen Sie?

Dr. Lucassen: Englisch spreche ich fließend und Französisch ganz brauchbar. Auf Hebräisch und Hausa (Anmerkung der Redaktion: Handelssprache in West- und Zentralafrika) reicht es lediglich zum kurzen Small Talk.

Außerhalb von Deutschland, wo wohnt Ihr Herz? 

Dr. Lucassen: In Nigeria und in Israel. Dort hatte ich meine persönlich prägendsten Erfahrungen im Ausland. 

Was schätzen Sie besonders an unserer Region?

Dr. Lucassen: Wenn man wie ich lange im Ausland war und nun den Blick von außen auf die Region richtet, dann sieht man sehr viel Positives: Wir haben einen hohen Lebensstandard, sozialen Frieden, Sicherheit – Dinge, die in anderen Ländern nicht selbstverständlich sind. Wir sind ein wirtschaftlich starker Produktionsstandort mit vielen vitalen Branchen vom Handel, der Kultur- und Kreativwirtschaft, dem Finanz- und Versicherungswesen über die Logistik bis hin zum Tourismus. Die Waren und Dienstleistungen unserer Unternehmen, meist familiengeführt, sind auf der ganzen Welt gefragt. Mitten in Europa gelegen, ist unsere geographische Lage auch ein Standortvorteil. Dank der Verzahnung mit der Wissenschaft können die hoch qualifizierten Mitarbeiter neue Erkenntnisse schnell in die unternehmerische Praxis überführen. Innovationsfreude haben unsere Unternehmen in der Vergangenheit oft bewiesen. Darin liegt auch die Chance für künftige Herausforderungen. Als Privatperson schätze ich natürlich unsere lebenswerte Heimat mit toller Landschaft und hoher Lebensqualität.

Die IHK soll wenn möglich Ihre letzte berufliche Station sein – Karrierehöhepunkt. Haben Sie auch Ihr persönliches höchstes Ziel schon erreicht?

Dr. Lucassen: Ich bin im Moment zufrieden mit dem, was ich persönlich bisher erreicht habe. Aber natürlich habe ich auch privat viele Ziele. Wir sind beispielsweise gerade dabei, ein Haus zu bauen. Es gibt also einiges zu tun.

Was steht alles auf Ihrem neuen Schreibtisch?

Dr. Lucassen: Noch nicht viel. Bislang sind es vor allem Büromaterialien. Ich bin noch in der Einrichtungsphase.

Dr. Andreas Kopton verwendet gern Akronyme. Mit welchem Akronym würden Sie sich selbst beschreiben?

Dr. Lucassen: Dann nehme ich wie unsere IHK Schwaben auch die drei Bs. Bilden: Bildung ist auch für mich das Fundament. Nicht nur meines Berufs, sondern auch meines Lebens. Bildung macht mich zu einem interessierten und weltoffenen Menschen. Bündeln: Bündeln steht beruflich und privat für den Austausch mit anderen. Indem ich meine Interessen und Kräfte mit meiner Familie, Freunden und Bekannten teile, gehe ich bestärkt durchs Leben. Beraten: Jeden Tag aufs Neue notwendig. Ich kann zuhören, ich will lernen. In der IHK Schwaben genauso wie zu Hause. Und ich will auch andere unterstützen mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen.

Sie sind Diplom-Chemiker. Was hat Sie dazu bewegt, auch noch Betriebswirtschaftslehre zu studieren?

Dr. Lucassen: Es war vor allem die jugendliche Neugier und der Wunsch, sich für die spätere Berufswahl eine breitere akademische Basis zuzulegen. Das hat mich nach dem naturwissenschaftlichen Studium auch noch zu den Wirtschaftswissenschaften gebracht.

Wann und wo können Sie vom Arbeitsalltag abschalten?

Dr. Lucassen: Ich bin gerne an der frischen Luft. Meistens lade ich mit Radfahren in den Westlichen Wäldern oder Bergwandern im Allgäu meine Batterien wieder auf.

Sie sind Fußball-Fan: Was war Ihr schönstes Stadion-Erlebnis?

Dr. Lucassen: Ich erinnere mich gerne an meinen ersten Stadionbesuch zurück. Das war am 20. Dezember 1978 zusammen mit meinem Vater. Wir waren beim Freundschaftsspiel Deutschland gegen Holland im Düsseldorfer Rhein-Stadion. Die Partie ging 3:1 für uns aus.

Haben Sie ein Lebensmotto, wenn ja, welches? 

Dr. Lucassen: Leben und leben lassen.

Ganz spontan in 30 Sekunden: Tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben? 

Dr. Lucassen: Carl Hirnbein, Rudolf Diesel, Bertholt Brecht, die Fugger und viele mehr.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben