101 Köpfe, Folge 125

Christian Gebler: „Gründer sein ist kein Talent“

Weshalb es im Leben wichtig ist, der gewohnten Umgebung auch einmal zu entfliehen, verrät Christian Gebler, Gründer von „Talente für die Region“ und „The Giants Walk“, im 101 Köpfe-Interview.

Name: Christian Gebler 

Alter: 50

Position: Gründer

Unternehmen: Talente für die Region & The Giants Walk 

Hobbies: viel Sport, Schach und lange Spaziergänge mit der Familie


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Christian Gebler, Sie sind Gründer von „Talente für die Region“ und „The Giants Walk“. Ist Netzwerke gründen Ihr Talent?

Christian Gebler: Gründer zu sein ist kein Talent. Ich habe gelernt fokussiert nach vorne zu blicken, nicht zu viel rechts und links. Man muss seine Ziele mit gesundem Egoismus und Durchhaltevermögen verfolgen.

Wenn Sie sich ein Talent aussuchen könnten, welches wäre das?

Ich meine es ernst, wenn ich sage, dass ich gerne ein noch besserer Netzwerker wäre.

Sie haben bereits in Italien, im Oman und in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelebt. Wieso haben Sie sich dazu entschieden, nach Bayerisch-Schwaben zurückzukehren?

In diesen Ländern gemeinsam mit der Familie zu leben und zu arbeiten war eine fantastische Erfahrung. Wir sprechen immerhin von elf Jahren, die wir nicht in unserer sogenannten Heimat verbracht haben. Das hat uns alle nachhaltig geprägt. Die Rückkehr nach Bayerisch-Schwaben hatte private Gründe.

Neben Deutsch und Englisch haben Sie auch Grundkenntnisse in Italienisch. Welche weitere Sprache würden Sie gerne beherrschen?

Arabisch ist sehr spannend. Mein Sohn beispielsweise hatte täglich eine Schulstunde in dieser Sprache, während wir als Eltern Englisch und Deutsch gesprochen haben. Mit Arabisch hat man jedoch die Möglichkeit, rund 250 Millionen Menschen auf diesem Globus zu erreichen. 

Welche Erfahrungen haben Sie in den verschiedenen Ländern gemacht, die Sie geprägt haben?

Wenn ich an meine Zeit in Italien zurückdenke, kommt mir gleich in den Sinn, dass die sozialen Kontakte, das Ausgehen und Freunde treffen dort sehr ausgeprägt sind. Außerdem waren die Italiener sehr hilfsbereit, als es darum ging, die Sprache zu lernen – selbstverständlich waren die Schimpfwörter oben auf der Rangliste.

Im Oman sind wir bei den Locals, wie auch bei den Expat-Familien, klasse aufgenommen worden. Dort haben wir gemerkt, dass wir „Ausländer“ sind und uns anpassen mussten, was aufgrund der Hitze, die teilweise über 50 Grad betrug, und der ganz anderen Kultur, etwas gedauert hat. Es tut jedoch auch mal gut, selbst ein „Ausländer“ zu sein. Middle East ist nochmal etwas anderes als ins Nachbarland zu ziehen.

In Dubai haben wir vier Jahre verbracht und uns gleich anfangs sehr wohl gefühlt, da wir bereits zwei Jahre in Muscat (Oman) gelebt hatten und dadurch eine gewisse „Erfahrung“ mitgebracht haben. Es treffen dort rund 180 Nationalitäten aufeinander und es klappt ziemlich gut, ohne sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Davon können andere Länder und Städte lernen. 

Sie waren knapp zwei Jahre Lehrbeauftragter an der Hochschule Augsburg. Welchen Geheimtipp hatten Sie für Ihre Studenten bereit?

Koffer packen und rausgehen aus der gewohnten Umgebung. So weh das auch manchmal tut, so gut ist die Erfahrung. Ich habe viele Menschen in meinem Leben kennengelernt, die diesen Schritt verpasst haben. Das ist etwas, dass dann irgendwie doch für immer fehlt. 

Als Gründer muss man kreativ sein. Was inspiriert Sie persönlich dazu?

Genau der Fakt, dass ich kreativ sein darf, inspiriert mich auch zur Kreativität. Ich kann verschiedene Dinge probieren, dennoch immer im Risiko weitestgehend kalkuliert. Es ist wahr, dass wenn man etwas tun darf, das man gerne oder im besten Fall sogar leidenschaftlich macht, die Stunden wie im Flug vergehen. 

Netzwerken gehört zu Ihrem Beruf. Wie fängt man am besten ein Gespräch an?

Mit einem Lächeln.

Ganz spontan in dreißig Sekunden: drei tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben?

Ich habe das riesige Glück, durch unser Netzwerk, viele starke Persönlichkeiten als Partner an meiner Seite zu wissen. 

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Name: Christian Gebler 

Alter: 50

Position: Gründer

Unternehmen: Talente für die Region & The Giants Walk 

Hobbies: viel Sport, Schach und lange Spaziergänge mit der Familie


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Wenn Sie sich ein Talent aussuchen könnten, welches wäre das?

Ich meine es ernst, wenn ich sage, dass ich gerne ein noch besserer Netzwerker wäre.

Sie haben bereits in Italien, im Oman und in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelebt. Wieso haben Sie sich dazu entschieden, nach Bayerisch-Schwaben zurückzukehren?

In diesen Ländern gemeinsam mit der Familie zu leben und zu arbeiten war eine fantastische Erfahrung. Wir sprechen immerhin von elf Jahren, die wir nicht in unserer sogenannten Heimat verbracht haben. Das hat uns alle nachhaltig geprägt. Die Rückkehr nach Bayerisch-Schwaben hatte private Gründe.

Neben Deutsch und Englisch haben Sie auch Grundkenntnisse in Italienisch. Welche weitere Sprache würden Sie gerne beherrschen?

Arabisch ist sehr spannend. Mein Sohn beispielsweise hatte täglich eine Schulstunde in dieser Sprache, während wir als Eltern Englisch und Deutsch gesprochen haben. Mit Arabisch hat man jedoch die Möglichkeit, rund 250 Millionen Menschen auf diesem Globus zu erreichen. 

Welche Erfahrungen haben Sie in den verschiedenen Ländern gemacht, die Sie geprägt haben?

Wenn ich an meine Zeit in Italien zurückdenke, kommt mir gleich in den Sinn, dass die sozialen Kontakte, das Ausgehen und Freunde treffen dort sehr ausgeprägt sind. Außerdem waren die Italiener sehr hilfsbereit, als es darum ging, die Sprache zu lernen – selbstverständlich waren die Schimpfwörter oben auf der Rangliste.

Im Oman sind wir bei den Locals, wie auch bei den Expat-Familien, klasse aufgenommen worden. Dort haben wir gemerkt, dass wir „Ausländer“ sind und uns anpassen mussten, was aufgrund der Hitze, die teilweise über 50 Grad betrug, und der ganz anderen Kultur, etwas gedauert hat. Es tut jedoch auch mal gut, selbst ein „Ausländer“ zu sein. Middle East ist nochmal etwas anderes als ins Nachbarland zu ziehen.

In Dubai haben wir vier Jahre verbracht und uns gleich anfangs sehr wohl gefühlt, da wir bereits zwei Jahre in Muscat (Oman) gelebt hatten und dadurch eine gewisse „Erfahrung“ mitgebracht haben. Es treffen dort rund 180 Nationalitäten aufeinander und es klappt ziemlich gut, ohne sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Davon können andere Länder und Städte lernen. 

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Koffer packen und rausgehen aus der gewohnten Umgebung. So weh das auch manchmal tut, so gut ist die Erfahrung. Ich habe viele Menschen in meinem Leben kennengelernt, die diesen Schritt verpasst haben. Das ist etwas, dass dann irgendwie doch für immer fehlt. 

Als Gründer muss man kreativ sein. Was inspiriert Sie persönlich dazu?

Genau der Fakt, dass ich kreativ sein darf, inspiriert mich auch zur Kreativität. Ich kann verschiedene Dinge probieren, dennoch immer im Risiko weitestgehend kalkuliert. Es ist wahr, dass wenn man etwas tun darf, das man gerne oder im besten Fall sogar leidenschaftlich macht, die Stunden wie im Flug vergehen. 

Netzwerken gehört zu Ihrem Beruf. Wie fängt man am besten ein Gespräch an?

Mit einem Lächeln.

Ganz spontan in dreißig Sekunden: drei tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben?

Ich habe das riesige Glück, durch unser Netzwerk, viele starke Persönlichkeiten als Partner an meiner Seite zu wissen. 

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