Betondrucktechnologie

Peri aus Weißenhorn druckt erstes Wohnhaus in Deutschland

Die Peri GmbH aus dem bayerisch-schwäbischen Weißenhorn druckt in Beckum das erste Wohnhaus Deutschlands. Wie das funktioniert.

Die Peri GmbH druckt im nordrhein-westfälischen Beckum das erste Wohnhaus Deutschlands. Das zweigeschossige Einfamilienhaus mit rund 80 Quadratmeter Wohnfläche pro Geschoss entsteht nicht in herkömmlicher Bauweise, sondern wird von einem 3D-Betondrucker gedruckt.

Erstmals ausgeführte Bautechnik in Deutschland

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Diese in Deutschland erstmals ausgeführte Bautechnik hat in den letzten Wochen die behördlichen Genehmigungsprozesse durchgestanden. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das 3D-Betondruck Projekt in Beckum im Rahmen seines Förderprogrammes „Innovatives Bauen“. Ende September informierte sich Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, auf der Baustelle in Beckum über den Stand der Dinge. 

Meilenstein für 3D-Betondrucktechnologie

„Der Druck des Wohnhauses in Beckum ist ein Meilenstein für die 3D-Betondrucktechnologie“, betont Thomas Imbacher, Geschäftsführer Innovation & Marketing der Peri GmbH. „Wir sind davon überzeugt, dass das Drucken mit Beton in den nächsten Jahren in bestimmten Marktsegmenten an Bedeutung gewinnen wird und erhebliches Potenzial hat. Weitere Wohnhaus-Druckprojekte in Deutschland sind bereits in der Vorbereitung. Wir sind stolz, dass wir bei Peri mit dem Projekt in Beckum Vorreiter und Wegbereiter für diese neue Form des Bauens sind.“

Peri als Innovationsführer

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„Wir bei Peri verstehen uns als Innovationsführer in unseren Märkten“, erklärt Dr. Fabian Kracht, Geschäftsführer Finanzen & Organisation und Sprecher der Geschäftsführung der Peri Gruppe. „Dazu gehört auch, dass wir uns gezielt an Start-ups beteiligen, die in unseren Branchen mit neuen Lösungen unterwegs sind. 3D-Druck ist ein Geschäftsfeld, das sich aus diesem Beteiligungsportfolio heraus entwickelt hat und nun im Markt angekommen ist. Der Erfolg in Beckum bestätigt uns in unserem Ansatz“. 

Drucktechnik und Material des 3D-Betondruckers

Peri setzt zum Druck 3D-Drucker vom Typ BOD2 ein. Diese Drucktechnologie stammt vom dänischen Hersteller COBOD, an dem Peri bereits seit 2018 beteiligt ist. „Der in Beckum verwendete Drucker vom Typ BOD2 ist ein Portaldrucker, das heißt der Druckkopf bewegt sich über drei Achsen auf einem fest installierten Metallrahmen“, erläutert Fabian Meyer-Brötz, Leiter 3D Construction Printing bei Peri. „Der Vorteil: Der Drucker kann sich in seinem Rahmen an jede Position innerhalb der Konstruktion bewegen und muss nur einmal kalibriert werden.“ 

Das zum Druck eingesetzte Material „i.tech 3D“ wurde von HeidelbergCement speziell für den 3D-Druck entwickelt. Seine Eigenschaften seien angepasst auf die Anforderungen des 3D-Drucks mit Beton. So werde ein reibungsloser Baufortschritt gewährleistet. Die Konstruktion besteht aus dreischaligen Wänden, die mit Isoliermasse verfüllt werden. Während des Druckvorganges berücksichtigt der Drucker bereits die später zu verlegenden Leitungen und Anschlüsse für Wasser oder beispielsweise Strom. Der BOD2 ist so zertifiziert, dass auch während des Druckvorgangs im Druckraum gearbeitet werden kann. Manuelle Arbeiten, wie beispielsweise das Verlegen von Leerrohren und Anschlüssen, können auf diese Weise in den Druckprozess integriert werden.

Bedient wird der Drucker von zwei Personen. Der Druckkopf und die Druckergebnisse werden per Kamera überwacht. Für eine doppelschalige Wand von einem Quadratmeter benötigt der BOD2 rund fünf Minuten.

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