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Liqui Moly verzeichnet trotz Pandemie Ertragssteigerung
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Rekordzahlen

Liqui Moly verzeichnet trotz Pandemie Ertragssteigerung

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Ernst Prost stellt seine letzte Bilanz mit Rekordergebnissen vor. Am 22. Februar übergibt er Günter Hiermaier die alleinige Verantwortung über die Geschäfte. Bild: Liqui Moly.

Das Jahr 2021 hat Liqui Moly nicht nur mit einem Rekordumsatz von 733 Millionen abgeschlossen. Auch der Ertrag vor Steuern machte einen Satz nach oben: auf 38 Millionen Euro – ein Plus von gut 40 Prozent. Ein genauerer Einblick in die Zahlen und in die antizyklische Investitionsstrategie des Unternehmens.

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LIQUI MOLY GmbH

„Das ist ein tolles Ergebnis für ein schwieriges Jahr, aber noch ein ganzes Stück entfernt von dem Niveau, das wir vor der Pandemie hatten“, sagt Geschäftsführer Ernst Prost bei der Vorstellung seiner letzten Bilanz.


 Enorme Erhöhung der Investitionen in der Krise
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Der Gewinnsprung ist Ergebnis der antizyklischen Investitionsstrategie 2020. Damals, mitten in der um sich greifenden Pandemie, als viele Unternehmen ihre Ausgaben massiv kürzten, entschied sich Liqui Moly für das Gegenteil. Die Investitionen, insbesondere im Marketing, wurden stark erhöht. Das schlug sich auf den Ertrag nieder, brachte aber einen starken Schub für die Markenbekanntheit auf der ganzen Welt. Durch die gleichzeitige Zurückhaltung vieler Wettbewerber wurde dieser Effekt noch verstärkt. Das führte zu einer stark anziehenden Nachfrage.


Mitarbeiterzahl erreichte Rekordhoch

2021 stieg der Umsatz von Liqui Moly um 20 Prozent auf 733 Millionen Euro, mit 105 000 Tonnen wurden so viele Schmierstoffe produziert wie noch nie und die Zahl der Mitunternehmer, wie Mitarbeiter bei Liqui Moly genannt werden, erreichte mit 1008 einen Rekordstand. „Wo viele in Kurzarbeit gingen, stockten wir ordentlich auf und schafften Arbeitsplätze“, berichtet Ernst Prost.


In diesen Ländern verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzplus

Das Umsatzplus fiel im Exportgeschäft (plus 30 Prozent) wie in den Jahren zuvor größer aus als im gesättigten Heimatmarkt Deutschland (plus 13 Prozent). Dabei half auch das starke Plus von 50 Prozent im wichtigsten Exportmarkt USA. Auch in anderen Ländern, in denen Liqui Moly eigene Tochtergesellschaften hat, war das Wachstum überproportional, so etwa in Portugal und Spanien (plus 46 Prozent), Italien (plus 101 Prozent) oder auch Australien (plus 47 Prozent).


Gute Marktdurchdringung in Deutschland

Rund zwei Drittel seines Umsatzes erzielt Liqui Moly inzwischen im Export. In Deutschland legten besonders das neu strukturierte Tankstellengeschäft und der Autozubehörfachhandel zu. „In Deutschland wird es für uns natürlich immer schwieriger zu wachsen, weil wir hier schon eine sehr gute Marktdurchdringung erreicht haben. Aber wir legen auch in der Heimat immer weiter zu, was zeigt, dass wir vieles richtig machen“, ist sich Ernst Prost sicher.


 Massive Preissteigerungen beeinflussen den Gewinn
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Der Aufwand für Material, wie Rohstoffe oder auch Verpackungen sei in die Höhe geschnellt, so der Geschäftsführer: „Unser Gewinn wäre noch höher ausgefallen, wenn die Preise für Rohstoffe und Vorprodukte nicht so durch die Decke geschossen wären“, erklärt Ernst Prost. „Da haben Lieferanten teilweise im Wochentakt an der Preisschraube gedreht. So schnell können wir das gar nicht an unsere Kunden weiterreichen.“ Den Gewinn benötigt Liqui Moly für zukünftige Investitionen, insbesondere für den Ausbau der Produktionskapazitäten und für die Verbesserung der komplexen Logistik mit den rund 4000 Artikeln.


„Wachstum muss man sich leisten können“

Auch jenseits dieser Investitionen muss das Wachstum finanziert werden, beispielsweise für größere Warenbestände (plus 43 Prozent) und höhere Forderungen (plus 18 Prozent). Ernst Prost sagt dazu: „Das ist der Preis für Wachstum. Wachstum muss man sich leisten können.“ Der Geschäftsführer ist stolz darauf, dieses Wachstum aus Bordmitteln stemmen zu können: „Keine Kredite, keine Subventionen, keine staatlichen Zuschüsse. Wir haben unsere Gewinne stets thesauriert und hüten unsere Eigenkapitalquote von circa 80 Prozent wie einen Augapfel. Ohne die gefüllte Kriegskasse hätten wir die Krise nicht so einfach wegstecken können. Und natürlich zahlen wir auf unseren Gewinn ganz normal Steuern.“


 Der Geschäftsführer verabschiedet sich in den Ruhestand {rectangle_right3}

Mit der Vorstellung der Bilanz für 2021 verabschiedet sich Ernst Prost am 22. Februar, im Alter von 65 Jahren, in den Ruhestand. Damit verlässt der Mann Liqui Moly, der das Unternehmen über Jahrzehnte geprägt und zu dem gemacht hat, was es heute ist. Ernst Prost kam 1990 als Leiter Marketing und Vertrieb zu Liqui Moly. In den folgenden Jahren kaufte er sukzessive das Unternehmen den Vorbesitzern ab. Unter seiner Führung entwickelte sich Liqui Moly zu einem „Global Player“: Die Internationalisierung wurde vorangetrieben, die Diversifizierung hin zu Bereichen wie Motorrad, Boote und Industrie entwickelt.


Ernst Prost dankt seinen Kollegen

Allein seit der letzten Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 hat der Umsatz sich von 232 Millionen Euro verdreifacht und die Anzahl der Mitunternehmer von damals 438 mehr als verdoppelt. Ende 2017 verkaufte er seine Unternehmensanteile an die Würth-Gruppe, blieb aber als Geschäftsführer weiterhin in der Verantwortung. Damit ist nun Schluss. Ernst Prost betont: „Ich weiß ‚meine Liqui Moly‘ in guten Händen – nicht nur in denen von Günter Hiermaier, der nun alleine die Verantwortung der Unternehmensführung trägt, sondern auch in denen meiner über 1000 Kolleginnen und Kollegen. Ihnen gilt mein Dank für die tollen Jahre und Jahrzehnte gemeinsamen Kampfes für den Erfolg.“

 

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