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Geschäftsführer Ernst Prost verlässt Ulmer Liqui Moly
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Personalie

Geschäftsführer Ernst Prost verlässt Ulmer Liqui Moly

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Der Geschäftsführer Ernst Prost. Bild: Liqui Moly.
Von Louis Exenberger

Nach über drei Jahrzehnten ist Schluss. Für Macher Ernst Prost beginnt nach seiner Zeit als Geschäftsführer ein neues Kapitel mit dem Renteneintritt. Ein Rückblick auf sein Lebenswerk bei Liqui Moly in Ulm.

„Das Feld ist bestellt. Aber in den vergangenen 31 Jahren haben wir die Firma und die Branche kräftig umgepflügt“, blickt er zufrieden zurück. „Wir“, das sind Ernst Prost und Günter Hiermaier. Am 01.10.1990 wechselten sie gemeinsam von einem an der Donau gelegenen Autopflegemittelhersteller flussaufwärts zum damals noch kleinen Unternehmen in Ulm. Ernst Prost begann als Leiter Marketing und Vertrieb und Günter Hiermaier war als Verkaufsleiter Fachhandel Deutschland angestellt. „Vor über 30 Jahren war er mein Lehrling, so hießen Auszubildende damals“, sagt Prost. „Uns gab es nur im Zweierpack“, erinnert sich der scheidende Geschäftsführer.


Abschied von langjährigem Weggefährten
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Nun gehen beide beruflich getrennte Wege. Günter Hiermaier, seit 2018 zweiter Geschäftsführer, wird die Geschicke von Liqui Moly fortan alleine leiten. „Die Perlenhochzeit haben wir noch mitgenommen. Aber nun ist definitiv Schluss für mich“, scherzt Ernst Prost mit einem Augenzwinkern. „Die vergangenen 30 Jahre sind wie Perlen auf einer Kette aneinandergereiht. Jedes für sich ist ein kostbarer Schatz meines Lebensweges“, lässt der nun ehemalige Geschäftsführer des Ulmer Unternehmens tief blicken.


So wurde er zum Unternehmensgesicht

Ernst Prost krempelte mit seiner Mannschaft Liqui Moly um und formte aus dem kleinen Additivunternehmen eine der größten Motorölmarken Deutschlands, die in 150 Ländern aktiv ist. Umgerechnet rund 15 Millionen Euro Umsatz verbuchte das Unternehmen 1990 mit 118 Beschäftigten. Ende 2021 waren es 733 Millionen Euro und 1008 Mitunternehmer. Bis 1998 kaufte der gelernte Mechanikergeselle Ernst Prost schrittweise Unternehmensanteile von der Gründerfamilie und wurde geschäftsführender Gesellschafter. Das Ulmer Unternehmen rettete er so vor dem Aus und sicherte zahlreiche Arbeitsplätze. Der Einstieg ins Motorölgeschäft brachte dann den entscheidenden Wachstumsschub.


So blickt er persönlich zurück
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„Eigentlich war es Wahnsinn in dieses Business einzusteigen. Plötzlich bist du als kleiner Fisch im Haifischbecken. In Konkurrenz mit den größten Unternehmen der Welt“, berichtet Prost von seiner damaligen Entscheidung, das reine Additivgeschäft auf breitere Beine zu stellen. 2006 wurden die Mineralölwerke Meguin in Saarlouis zur einhundertprozentigen Tochter. Das markierte den endgültigen Schritt zum unabhängigen Motorölhersteller aus Ulm. 2017 verkaufte Ernst Prost seine Anteile an die Würth-Gruppe, blieb aber angestellter Geschäftsführer.


Mehrfach prämiertes Lebenswerk

Ernst Prost war das Gesicht der Marke. Anfangs war die Popularität des Geschäftsführers auf die Branche beschränkt. Aber auch das sollte sich ändern: Auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise 2010 entschloss Ernst Prost sich für die erste TV-Werbung in der Unternehmensgeschichte. Mit dem selbst konzipierten Spot, gewann er nicht nur die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit über die Grenzen Deutschlands hinaus, sondern auch den Werbepreis EFFIE in Silber in der Kategorie Automotive. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen unter anderem für seine soziale Verantwortung und seine Art der Unternehmensführung folgten. Bis zum Schluss blieb er seiner Linie treu und verzichtete auch während der harten Coronazeit auf staatliche Zuschüsse und Kurzarbeit. Er stellte sogar Leute ein und steuerte mit Millionenschweren Investitionen - aus Bordmitteln, wie er sagt - gegen die Krise.


Freude auf den neuen Lebensabschnitt
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Nicht nur für „seine Liqui Moly“ und die Mitunternehmer bezog Prost Stellung, sondern beispielsweise auch gegen die Dominanz der Finanzindustrie sowie für höhere Steuern für Reiche und für Mindestlöhne. Das Interesse der Medien war geweckt und ist bis heute geblieben. Interviews in Printpublikationen, Hörfunk und Fernsehen. Laut Spiegel war Ernst Prost 2011 sogar „der Unternehmer mit den meisten Auftritten in deutschen Talkshows“. Jetzt sehnt er sich seiner verdienten Rente entgegen: „Es waren harte, aber erfüllende Jahre. Arbeit ist mein Lebenselixier und Liqui Moly mein Lebenswerk. Das weiß ich bei meinem Freund Günter Hiermaier und dessen Mannschaft in den besten Händen. Das Leben ist endlich. Und deshalb sehe ich endlich einem Lebensabschnitt entgegen, der nicht mehr minutiös durchgetaktet und fremdbestimmt ist, sondern Freiheit bietet.“

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