Interview

Gianluca Crestani im Interview: Das hat er bei der Noerpel-Gruppe vor

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Gianluca Crestani, ehemaliger Vorstand der Andreas Schmid Logistik, an die Spitze der Noerpel-Gruppe treten wird. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert er die Hintergründe des Wechsels und was er beim Ulmer Logistiker vorhat.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie kam es zu dem Schritt, die Geschäftsführung der Noerpel-Gruppe zu übernehmen?

Gianluca Crestani: Den Inhaber Stefan Noerpel-Schneider und mich verbindet schon seit vielen Jahren eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit als Beiratsvorsitzende der größten deutschen Speditionskooperation. Insofern wissen wir sehr genau, was wir an einander haben. Sein persönliches Wertesystem, das sehr stark vom Respekt gegenüber anderen geprägt ist, gepaart mit der Philosophie, für Kunden und Mitarbeiter ein verlässlicher Partner zu sein, entspricht exakt meinen Vorstellungen eines verantwortungsvollen Unternehmers. Es war daher eine logische Konsequenz, die Noerpel-Gruppe zu meiner neuen beruflichen Heimat zu machen.

Was sind Ihre Ziele für die neue Position?

Die Art und Weise, wie sich die Noerpel-Gruppe in den letzten Jahren erfolgreich  entwickelt hat, ist mehr als bemerkenswert. Es sind nachhaltige Strukturen geschaffen worden, mit denen wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern die großen Herausforderungen, vor denen wir im Transportsektor und in der Logistik stehen, erfolgreich meistern können.

Trotz dieser Erfolge richten wir aber auch weiterhin sehr fokussiert den Blick nach vorne. Bedingt durch unser starkes Wachstum und dem gleichzeitig zunehmenden Wettbewerb am Fachkräftemarkt, werden wir einen noch deutlicheren Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung unserer eigenen Talente legen. Dazu möchten wir ein ganzheitliches Arbeitsumfeld schaffen, in dem Spezialisten aus Transport und Logistik regelrecht „Lust haben“, ein wichtiger Teil unserer Gruppe zu werden. Insofern liegt mein wesentliches Ziel darin, einen wichtigen Beitrag zu leisten, die Noerpel-Gruppe sowohl als Partner der Industrie, aber auch als Arbeitgeber auf ein noch höheres Niveau zu bringen. 

Gibt es bei der Inbetriebnahme eines neuen Standorts besondere Herausforderungen?

Einen neuen Standort in Betrieb zu nehmen bringt grundsätzlich immer zwei Arten von Aufgabenstellungen mit sich. Zum einen die rein technische, bei der es um das Abbilden einer stabilen Prozesslandschaft geht. Hierfür sind wir mit einem erfahrenen Kernteam aus unserer Zentrale in Ulm und einer hochmotivierten Mannschaft in der Niederlassung München bestens aufgestellt. Die zweite Hauptaufgabe besteht in der Rekrutierung von neuen Kollegen für nahezu alle Funktionen und Hierarchieebenen. Wir platzen in München schon lange aus allen Nähten, so dass wir den Mitarbeiterstamm in Odelzhausen signifikant ausbauen werden. Dabei erweist sich der neue Standort Im Rahmen dieser Rekrutierungen schon jetzt als wahrer Glücksgriff, da wir von einem sehr großen Einzugsgebiet entlang der Achse Augsburg-München und dem entsprechendem Umland profitieren.

Wohin soll sich die Noerpel-Gruppe in den nächsten Jahren entwickeln?

Wir haben sehr ambitionierte Ziele. Die Akquisitionen der letzten Jahre, wie zum Beispiel die Übernahme der Lebert-Gruppe im Allgäu, haben gezeigt, dass wir mit den richtigen Zukäufen unsere Unternehmensgruppe in vielen Bereichen noch robuster machen können. Gleichzeitig können wir unseren Anspruch, in den wesentlichen Kerngeschäftsfeldern „best in class“ zu werden, durch das Akkumulieren von Know-how noch schneller erreichen. Um es deutlich auszusprechen: wir werden auch in Zukunft unser Wachstum nicht nur organisch generieren.

Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit bei einem Familienunternehmen von der bei einem nicht familiengeführten Logistiker?

Die Arbeitsinhalte sind in der Regel identisch und auch sonst gibt es zunächst nur marginale Unterschiede. Vielmehr kommt es auf das spezifische Unternehmen selbst und auf dessen Identität an. Ich kenne Konzernunternehmen, die durchaus auch eine familiäre Atmosphäre bieten können. Der tatsächliche Unterschied besteht eher im emotionalen Bereich. Ein Unternehmer, der sein eigenes Kapital in die Firma steckt, ist 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr aktiv. Er ist in der Regel „positiv verrückt“. Diese besondere Emotion begleitet und begeistert mich seit dem ersten Tag, so dass es für mich klar war, meine neue Aufgabe wieder in einem Familienunternehmen anzutreten.

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Gianluca Crestani: Den Inhaber Stefan Noerpel-Schneider und mich verbindet schon seit vielen Jahren eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit als Beiratsvorsitzende der größten deutschen Speditionskooperation. Insofern wissen wir sehr genau, was wir an einander haben. Sein persönliches Wertesystem, das sehr stark vom Respekt gegenüber anderen geprägt ist, gepaart mit der Philosophie, für Kunden und Mitarbeiter ein verlässlicher Partner zu sein, entspricht exakt meinen Vorstellungen eines verantwortungsvollen Unternehmers. Es war daher eine logische Konsequenz, die Noerpel-Gruppe zu meiner neuen beruflichen Heimat zu machen.

Was sind Ihre Ziele für die neue Position?

Die Art und Weise, wie sich die Noerpel-Gruppe in den letzten Jahren erfolgreich  entwickelt hat, ist mehr als bemerkenswert. Es sind nachhaltige Strukturen geschaffen worden, mit denen wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern die großen Herausforderungen, vor denen wir im Transportsektor und in der Logistik stehen, erfolgreich meistern können.

Trotz dieser Erfolge richten wir aber auch weiterhin sehr fokussiert den Blick nach vorne. Bedingt durch unser starkes Wachstum und dem gleichzeitig zunehmenden Wettbewerb am Fachkräftemarkt, werden wir einen noch deutlicheren Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung unserer eigenen Talente legen. Dazu möchten wir ein ganzheitliches Arbeitsumfeld schaffen, in dem Spezialisten aus Transport und Logistik regelrecht „Lust haben“, ein wichtiger Teil unserer Gruppe zu werden. Insofern liegt mein wesentliches Ziel darin, einen wichtigen Beitrag zu leisten, die Noerpel-Gruppe sowohl als Partner der Industrie, aber auch als Arbeitgeber auf ein noch höheres Niveau zu bringen. 

Gibt es bei der Inbetriebnahme eines neuen Standorts besondere Herausforderungen?

Einen neuen Standort in Betrieb zu nehmen bringt grundsätzlich immer zwei Arten von Aufgabenstellungen mit sich. Zum einen die rein technische, bei der es um das Abbilden einer stabilen Prozesslandschaft geht. Hierfür sind wir mit einem erfahrenen Kernteam aus unserer Zentrale in Ulm und einer hochmotivierten Mannschaft in der Niederlassung München bestens aufgestellt. Die zweite Hauptaufgabe besteht in der Rekrutierung von neuen Kollegen für nahezu alle Funktionen und Hierarchieebenen. Wir platzen in München schon lange aus allen Nähten, so dass wir den Mitarbeiterstamm in Odelzhausen signifikant ausbauen werden. Dabei erweist sich der neue Standort Im Rahmen dieser Rekrutierungen schon jetzt als wahrer Glücksgriff, da wir von einem sehr großen Einzugsgebiet entlang der Achse Augsburg-München und dem entsprechendem Umland profitieren.

Wohin soll sich die Noerpel-Gruppe in den nächsten Jahren entwickeln?

Wir haben sehr ambitionierte Ziele. Die Akquisitionen der letzten Jahre, wie zum Beispiel die Übernahme der Lebert-Gruppe im Allgäu, haben gezeigt, dass wir mit den richtigen Zukäufen unsere Unternehmensgruppe in vielen Bereichen noch robuster machen können. Gleichzeitig können wir unseren Anspruch, in den wesentlichen Kerngeschäftsfeldern „best in class“ zu werden, durch das Akkumulieren von Know-how noch schneller erreichen. Um es deutlich auszusprechen: wir werden auch in Zukunft unser Wachstum nicht nur organisch generieren.

Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit bei einem Familienunternehmen von der bei einem nicht familiengeführten Logistiker?

Die Arbeitsinhalte sind in der Regel identisch und auch sonst gibt es zunächst nur marginale Unterschiede. Vielmehr kommt es auf das spezifische Unternehmen selbst und auf dessen Identität an. Ich kenne Konzernunternehmen, die durchaus auch eine familiäre Atmosphäre bieten können. Der tatsächliche Unterschied besteht eher im emotionalen Bereich. Ein Unternehmer, der sein eigenes Kapital in die Firma steckt, ist 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr aktiv. Er ist in der Regel „positiv verrückt“. Diese besondere Emotion begleitet und begeistert mich seit dem ersten Tag, so dass es für mich klar war, meine neue Aufgabe wieder in einem Familienunternehmen anzutreten.

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