IKEA Deutschland GmbH & Co. KG | Stadt Memmingen

Siebenstellige Steuereinnahmen? So profitiert Memmingen als neuer IKEA-Standort

Symbolbild. Foto: IKEA

IKEA investiert in den kommenden Jahren rund 100 Millionen Euro in den Standort Memmingen. Die Freude im Unterallgäu ist groß – doch auch kritische Stimmen werden immer lauter. Vor allem die Sorge, dass die Innenstadt ausbluten könnte, ist groß.

IKEA will bis Ende 2019 ein Möbelhaus in Memmingen errichten. Die Stadt Memmingen unterstützt diese Pläne. Zuvor wird das Projekt noch von der Regierung von Schwaben geprüft. Denn die IKEA-Ansiedlung spielt auch überörtliche eine große Rolle für die Wirtschaft. Jetzt wird unter anderem geklärt, inwieweit die Memminger Innenstadt durch IKEA geschwächt werden könnte.

Einzugsgebiet wird durch IKEA-Ansiedlung vervielfacht

IKEA investiert in den Standort Memmingen rund 100 Millionen Euro. Bei den Bauleistungen haben auch regionale Firmen eine Chance auf den Zuschlag. 350 neue Arbeitsplätze sollen vor Ort geschaffen werden. Hinzu kommen weitere Arbeitsplätze für Dienstleistungen vor Ort. Aktuell leben rund 270.000 Einwohner im Einzugsgebiet von Memmingen. IKEA-Berechnungen haben ergeben, dass das Einzugsgebiet durch den neuen Standort auf 1,2 Millionen Einwohner anwachsen wird. Weiterer Pluspunkt für die Stadt Memmingen sind die zusätzlichen Steuereinnahmen: Nach Aussagen von IKEA liegen diese im Bundesschnitt im siebenstelligen Bereich pro Standort.

IKEA hat Grundstücke an A7 und A96 bereits erworben

IKEA profitiert in Memmingen vor allem von der zentralen Lage und der Infrastruktur. Der neue Standort liegt direkt an den Autobahnen A7 und A96. Die Kaufverträge sind mit Rücktrittklauseln versehen. Diese kommen zum Tragen, falls das Verfahren scheitert. Der IKEA-Standort wird ausschließlich über die Europastraße erschlossen. Auch Lärmschutzmaßnahmen für das angrenzende Wohngebiet sind geplant. Dass Memminger Autobahnkreuz soll nicht zusätzlich belastet werden. Die Verkehrsspitzen am Autobahnkreuz sind unterschiedlich gelagert: So ist der Hauptreiseverkehr zu einem anderen Zeitpunkt am Kreuz als der typische IKEA Kunde.

Umsiedlung der Rinderbesamungsgenossenschaft als städtebauliche Chance

Am geplanten IKEA-Standort befindet sicher derzeit eine Rinderbesamungsgenossenschaft. Diese würde vor der IKEA-Ansiedlung an einen neuen Standort umziehen. Der landwirtschaftliche Teil soll nach Volkratshofen/Priemen verlagert werden. Die IKEA-Ansiedlung schafft aus Sicht der Stadt die einmalige Chance, die Rinderbesamungsgenossenschaft zu verlagern. Die einstmals isoliert liegende Genossenschaft ist mittlerweile von Bebauung umgeben. Sie verhindert bislang den Lückenschluss zwischen Gewerbegebiet und Innenstadt. Die Stadt Memmingen sieht einen Umzug als zukunftsorientierte städtebauliche Maßnahme.

IKEA will Einzelhandel im Fachmarktzentrum sinnvoll bündeln

Die Gesamtfläche des neuen IKEA-Standorts soll rund 56.600 Quadratmeter betragen. 25.500 Quadratmeter entfallen davon auf das IKEA Einrichtungshaus, die restlichen Flächen auf den Fachmarkt. Zum Vergleich: Memmingen hat bisher eine Verkaufsfläche von 176.000 Quadratmetern. Davon befinden sich rund 50.000 in der Innenstadt. Das Fachmarktzentrum soll die langfristig wirtschaftliche Ansiedlung von IKEA in Memmingen ermöglichen. An anderen IKEA-Standorten ohne Fachmarktzentrum hat sich gezeigt: In der Regel siedel sich weiterer Einzelhandel rund um das Einrichtungshaus an.

Fachmarktzentrum sollen bestehende Angebotslücken schließen

Im Fachmarktzentrum sollen vor allem die Bereiche Möbel, Einrichtung, Baumarkt und Heimwerken angesiedelt werden. Gleichzeitig könnte auch die Innenstadt Memmingens davon profitieren – zum Beispiel dadurch, dass das Einzugsgebiet vergrößert wird. In einem Verfahren soll festgelegt werden, welche Produkte auf welcher Verkaufsfläche angeboten werden dürfen. Schützenswerte Innenstadtsortimente sind zum Beispiel Sportartikel, Textilwaren oder Schuhe.

750.000 neue Kunden für Altstadt dank IKEA-Ansiedlung?

IKEA-Studien zeigen, dass bis zu 30 Prozent der IKEA Kunden den Möbelhausbesuch mit einem Besuch der Innenstadt verbinden. Für Memmingen würde das zusätzliche 750.000 Altstadtbesucher pro Jahr bedeuten. IKEA rechnet für den Standort Memmingen mit jährlich 2,5 Millionen Kunden. Zudem plant IKEA, 2016 einen Bürger- und einen Handelsdialog durchzuführen. Außerdem will sich der Konzern am Stadtmarketing beteiligen.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
IKEA Deutschland GmbH & Co. KG | Stadt Memmingen

Siebenstellige Steuereinnahmen? So profitiert Memmingen als neuer IKEA-Standort

Symbolbild. Foto: IKEA

IKEA investiert in den kommenden Jahren rund 100 Millionen Euro in den Standort Memmingen. Die Freude im Unterallgäu ist groß – doch auch kritische Stimmen werden immer lauter. Vor allem die Sorge, dass die Innenstadt ausbluten könnte, ist groß.

IKEA will bis Ende 2019 ein Möbelhaus in Memmingen errichten. Die Stadt Memmingen unterstützt diese Pläne. Zuvor wird das Projekt noch von der Regierung von Schwaben geprüft. Denn die IKEA-Ansiedlung spielt auch überörtliche eine große Rolle für die Wirtschaft. Jetzt wird unter anderem geklärt, inwieweit die Memminger Innenstadt durch IKEA geschwächt werden könnte.

Einzugsgebiet wird durch IKEA-Ansiedlung vervielfacht

IKEA investiert in den Standort Memmingen rund 100 Millionen Euro. Bei den Bauleistungen haben auch regionale Firmen eine Chance auf den Zuschlag. 350 neue Arbeitsplätze sollen vor Ort geschaffen werden. Hinzu kommen weitere Arbeitsplätze für Dienstleistungen vor Ort. Aktuell leben rund 270.000 Einwohner im Einzugsgebiet von Memmingen. IKEA-Berechnungen haben ergeben, dass das Einzugsgebiet durch den neuen Standort auf 1,2 Millionen Einwohner anwachsen wird. Weiterer Pluspunkt für die Stadt Memmingen sind die zusätzlichen Steuereinnahmen: Nach Aussagen von IKEA liegen diese im Bundesschnitt im siebenstelligen Bereich pro Standort.

IKEA hat Grundstücke an A7 und A96 bereits erworben

IKEA profitiert in Memmingen vor allem von der zentralen Lage und der Infrastruktur. Der neue Standort liegt direkt an den Autobahnen A7 und A96. Die Kaufverträge sind mit Rücktrittklauseln versehen. Diese kommen zum Tragen, falls das Verfahren scheitert. Der IKEA-Standort wird ausschließlich über die Europastraße erschlossen. Auch Lärmschutzmaßnahmen für das angrenzende Wohngebiet sind geplant. Dass Memminger Autobahnkreuz soll nicht zusätzlich belastet werden. Die Verkehrsspitzen am Autobahnkreuz sind unterschiedlich gelagert: So ist der Hauptreiseverkehr zu einem anderen Zeitpunkt am Kreuz als der typische IKEA Kunde.

Umsiedlung der Rinderbesamungsgenossenschaft als städtebauliche Chance

Am geplanten IKEA-Standort befindet sicher derzeit eine Rinderbesamungsgenossenschaft. Diese würde vor der IKEA-Ansiedlung an einen neuen Standort umziehen. Der landwirtschaftliche Teil soll nach Volkratshofen/Priemen verlagert werden. Die IKEA-Ansiedlung schafft aus Sicht der Stadt die einmalige Chance, die Rinderbesamungsgenossenschaft zu verlagern. Die einstmals isoliert liegende Genossenschaft ist mittlerweile von Bebauung umgeben. Sie verhindert bislang den Lückenschluss zwischen Gewerbegebiet und Innenstadt. Die Stadt Memmingen sieht einen Umzug als zukunftsorientierte städtebauliche Maßnahme.

IKEA will Einzelhandel im Fachmarktzentrum sinnvoll bündeln

Die Gesamtfläche des neuen IKEA-Standorts soll rund 56.600 Quadratmeter betragen. 25.500 Quadratmeter entfallen davon auf das IKEA Einrichtungshaus, die restlichen Flächen auf den Fachmarkt. Zum Vergleich: Memmingen hat bisher eine Verkaufsfläche von 176.000 Quadratmetern. Davon befinden sich rund 50.000 in der Innenstadt. Das Fachmarktzentrum soll die langfristig wirtschaftliche Ansiedlung von IKEA in Memmingen ermöglichen. An anderen IKEA-Standorten ohne Fachmarktzentrum hat sich gezeigt: In der Regel siedel sich weiterer Einzelhandel rund um das Einrichtungshaus an.

Fachmarktzentrum sollen bestehende Angebotslücken schließen

Im Fachmarktzentrum sollen vor allem die Bereiche Möbel, Einrichtung, Baumarkt und Heimwerken angesiedelt werden. Gleichzeitig könnte auch die Innenstadt Memmingens davon profitieren – zum Beispiel dadurch, dass das Einzugsgebiet vergrößert wird. In einem Verfahren soll festgelegt werden, welche Produkte auf welcher Verkaufsfläche angeboten werden dürfen. Schützenswerte Innenstadtsortimente sind zum Beispiel Sportartikel, Textilwaren oder Schuhe.

750.000 neue Kunden für Altstadt dank IKEA-Ansiedlung?

IKEA-Studien zeigen, dass bis zu 30 Prozent der IKEA Kunden den Möbelhausbesuch mit einem Besuch der Innenstadt verbinden. Für Memmingen würde das zusätzliche 750.000 Altstadtbesucher pro Jahr bedeuten. IKEA rechnet für den Standort Memmingen mit jährlich 2,5 Millionen Kunden. Zudem plant IKEA, 2016 einen Bürger- und einen Handelsdialog durchzuführen. Außerdem will sich der Konzern am Stadtmarketing beteiligen.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben