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Der Flughafen Memmingen zählt zu den wenigen deutschen Standorten, an denen Ryanair im kommenden Winter wachsen will. Nach Angaben der irischen Fluggesellschaft soll die Kapazität am Allgäu Airport im Winterflugplan 2026/27 um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigen. Das steht im deutlichen Gegensatz zur Entwicklung an mehreren großen deutschen Flughäfen. Ryanair plant, deutschlandweit etwa 700.000 Sitzplätze weniger anzubieten. Das entspricht laut Unternehmen einem Rückgang von zehn Prozent. Besonders betroffen ist Berlin: Dort schließt die Airline ihre Basis mit sieben Flugzeugen und halbiert ihr Angebot.
Für den Flughafen Memmingen ist die Ankündigung ein positives Signal. Ryanair zählt zu den wichtigsten Fluggesellschaften am Allgäu Airport und verbindet die Region mit zahlreichen europäischen Urlaubszielen und Städten. Welche zusätzlichen Flüge, Strecken oder Sitzplatzkapazitäten konkret geplant sind, hat Ryanair bislang nicht mitgeteilt. Mit dem angekündigten Wachstum setzt die Fluggesellschaft jedoch ein Zeichen für den Standort in Bayerisch-Schwaben. Der Flughafen Memmingen profitiert nach Einschätzung von Ryanair von wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen. Die Airline verweist darauf, dass Flughäfen, die ihre Gebühren senken oder stabil halten, für Investitionen und zusätzliche Verbindungen attraktiver seien.
Parallel zum Ausbau in Memmingen reduziert Ryanair ihr Angebot an anderen deutschen Flughäfen deutlich. Am Flughafen Berlin Brandenburg soll die Kapazität im Winter 2026/27 um rund 50 Prozent sinken. Die Basis am BER wird zum 24. Oktober geschlossen, sieben Flugzeuge werden in andere europäische Länder verlagert. Auch Hamburg ist von Einschnitten betroffen: Dort will Ryanair die Kapazität um fünf Prozent reduzieren. Neben Memmingen soll dagegen auch Köln/Bonn wachsen. Dort kündigt die Fluggesellschaft ein Plus von zehn Prozent an. In Friedrichshafen und Saarbrücken will Ryanair erstmals auch im Winter fliegen.
Ryanair macht für die deutschlandweiten Kürzungen vor allem die Luftverkehrsteuer sowie Kosten für Flughäfen, Sicherheitskontrollen und Flugsicherung verantwortlich. Deutschland habe aus Sicht der Airline im europäischen Vergleich zu hohe Zugangskosten. Ryanair-Chef Eddie Wilson fordert deshalb die Abschaffung der Luftverkehrsteuer und niedrigere Gebühren. Die Fluggesellschaft erklärt, sie könne bei günstigeren Rahmenbedingungen weitere Flugzeuge, Verbindungen und Arbeitsplätze nach Deutschland bringen. Ob und in welchem Umfang der Flughafen Memmingen von zusätzlichen Ryanair-Verbindungen profitiert, wird sich mit der Veröffentlichung des detaillierten Winterflugplans zeigen. Fest steht: Während Ryanair ihr Deutschland-Angebot insgesamt reduziert, soll der Allgäu Airport an Bedeutung gewinnen.