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Magnet-Schultz schließt Memminger Hauptsitz an Fernwärme an
Energieprojekt

Magnet-Schultz schließt Memminger Hauptsitz an Fernwärme an

Dr. Albert Schultz, Geschäftsführer von Magnet-Schultz (links), und Andreas Müller, geschäftsführender Gesellschafter der Alois-Müller-Gruppe, nehmen den Fernwärmeanschluss am Memminger Hauptstandort symbolisch in Betrieb. Foto: e-con AG
Dr. Albert Schultz, Geschäftsführer von Magnet-Schultz (links), und Andreas Müller, geschäftsführender Gesellschafter der Alois-Müller-Gruppe, nehmen den Fernwärmeanschluss am Memminger Hauptstandort symbolisch in Betrieb. Foto: e-con AG

Das Allgäuer Unternehmen bezieht am Hauptstandort jetzt Fernwärme aus dem Wärmenetz Memmingen Süd der e-con AG. Ab 2027 soll Magnet-Schultz außerdem bis zu 1.000 Kilowatt Abwärme aus seiner Produktion in das Netz einspeisen.

Seit September 2026 bezieht die Magnet-Schultz GmbH & Co. KG an ihrem Hauptstandort in der Allgäuer Straße Fernwärme. Das Unternehmen ist an das Wärmenetz Memmingen Süd der e-con AG, Teil der Alois Müller-Gruppe, angeschlossen. Die installierte Leistung liegt bei 2.000 Kilowatt. Die Entscheidung für den Anschluss hatte Magnet-Schultz Ende 2024 getroffen. Mit dem neu in Betrieb genommenen Übergabecontainer ist das Projekt jetzt umgesetzt. Die Technik darin verteilt die Fernwärme auf zwei getrennte Heizungsanlagen auf dem Gelände.

Andreas Müller, Geschäftsführender Gesellschafter der Alois-Müller-Gruppe, spricht von einem wichtigen Schritt für das Netz: „Mit Magnet-Schultz schließen wir einen bedeutenden Industriestandort an das Wärmenetz Memmingen Süd an.“ Wichtig sei vor allem, was als Nächstes komme: „Im nächsten Schritt wollen wir auch vorhandene industrielle Abwärme in das regionale Wärmesystem integrieren. Damit können Energiepotenziale vor Ort künftig noch besser genutzt werden.“

Mehrere Energiequellen für mehr Sicherheit

Für Magnet-Schultz gehört der Fernwärmeanschluss zur langfristigen Energie- und Standortstrategie. Das Unternehmen nutzt schon heute verschiedene Energieträger, etwa Photovoltaikstrom aus der Region. Am Standort Memmingerberg bezieht es bereits Fernwärme, nun auch am Hauptsitz.

„Für die Zukunftssicherheit eines Industriestandorts sind eine witterungsunabhängig verlässliche Energieversorgung und wirtschaftlich tragfähige Energiepreise im internationalen Wettbewerb entscheidend“, sagt Geschäftsführer Dr. Albert Schultz. Die Kombination verschiedener Energieträger mache das Unternehmen widerstandsfähiger. Außerdem könne es so je nach Lage die wirtschaftlich und technisch passende Lösung wählen. „Für uns ist das ein wichtiger Baustein, um den Standort auch langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen.“

2027: Abwärme aus der Produktion für die Region

Der nächste Schritt ist für 2027 geplant. Dann soll auch die Abwärme aus der Produktion von Magnet-Schultz in das Wärmenetz Memmingen Süd eingespeist werden, und zwar bis zu 1.000 Kilowatt. Gleichzeitig will der Betreiber das Heizwerk Memmingen-Benningen um eine Großwärmepumpe erweitern. Möglich ist das, weil das Wärmenetz als sogenanntes 4-Leiter-System gebaut ist. Neben der klassischen Fernwärme gibt es einen eigenen Kreislauf für industrielle Abwärme.

So funktioniert das 4-Leiter-System

Über eine Leitung fließt Wasser mit rund zehn Grad Celsius zu den angeschlossenen Unternehmen. Dort nimmt es die Abwärme aus der Produktion auf, egal auf welchem Temperaturniveau die jeweiligen Prozesse laufen. So wird Energie genutzt, die sonst ungenutzt an die Umgebung abgegeben würde. Die Betriebe müssen dadurch weniger kühlen und arbeiten effizienter. Über eine zweite Leitung fließt das erwärmte Wasser zurück zum Heizwerk Memmingen-Benningen. Dort bringt die geplante Großwärmepumpe es auf die Temperatur, die für die Fernwärme nötig ist.

„Das Besondere an diesem System ist der doppelte Nutzen“, sagt Peter Waizenegger von der e-con AG. Magnet-Schultz könne über den Niedertemperaturkreislauf Wärme aus der Produktion abführen, zum Beispiel aus der modernen Galvanikanlage, und damit gleichzeitig den Standort kühlen. „Diese Abwärme geht nicht verloren, sondern wird zum Heizwerk zurückgeführt und dort für die regionale Wärmeversorgung genutzt.“ Weil das Wasser schon vorgewärmt im Heizwerk ankommt, muss die Wärmepumpe die Temperatur weniger stark anheben.

Pilotkunde für weitere Unternehmen

Mit der geplanten Abwärmeanbindung wird Magnet-Schultz der erste Kunde im Wärmenetz Memmingen Süd, der Fernwärme bezieht und zugleich Abwärme einspeist. Später sollen weitere Unternehmen folgen.

Für Dr. Albert Schultz profitieren beide Seiten: „Wir freuen uns, dass unsere bislang ungenutzte Abwärme künftig für die regionale Wärmeversorgung eingesetzt werden kann und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit beider Unternehmen verbessert.“ Er fügt hinzu: „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sie auch marktwirtschaftlich im internationalen Wettbewerb trägt.“

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