Klinikum Memmingen

Klinikum Memmingen: Ist die medizinische Versorgung Bayerns in Gefahr?

Prof. Dr. Axel Focke mit Thomas Munding. Foto: Häfele / Pressestelle Klinikum Memmingen

„Sind die Krankenhäuser noch zu retten?“ Diese provokante Frage stellte Gesundheitsökonom Professor Dr. Axel Focke bei einem Vortragsabend des Vereins der Freunde und Förderer Klinikum Memmingen e.V. Dabei schilderte er auch die prekäre Lage der Kliniken in Zeiten des Fachkräftemangels und leerer Kassen.

Der Neu-Ulmer Hochschulprofessor Focke beantwortete seine provokative Frage nicht eindeutig mit „ja“ oder „nein“. Er zeichnete aber eine eher düstere Prognose für die Krankenhauslandschaft. Immer mehr Kliniken stünden vor der Schließung.

Investieren Bayerns Krankenhäuser zu wenig?

Laut Prof. Dr. Axel Focke sei es auch Ziel der Politik, die Zahl der Krankenhäuser weiter zu reduzieren. „In Bayern ist bereits die Hälfte aller Häuser in den roten Zahlen.“ Und die Situation werde immer prekärer. Denn „immer kürzer, immer schneller“ sei mit der heutigen Generation Y nicht zu machen. „Diese Generation lehnt Überstunden kategorisch ab, will sich nicht verheizen lassen und stellt den Beruf zugunsten des Privatlebens zurück“, behauptete Focke, auch wenn er sich dabei selbst schwarz-weiß malerisch nannte. Zudem gebe es in Zeiten des Fachkräftemangels kaum noch Bewerbungen auf vakante Stellen. Aufgrund klammer Kassen sei auch die Investitionsquote in den Krankenhäusern niedrig. „Und das in einem Bereich, der sich angesichts des medizinischen Fortschritts sehr schnell verändert“, so Prof. Focke.

Klinikum Memmingen baut vielfach auf Spendengelder

Auch im Klinikum Memmingen könnten nicht alle Dinge, die wünschenswert wären, aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Dies betonte der Vorsitzende des Vereins, Thomas Munding. Ein leistungsfähiges und attraktives Krankenhaus wie das Klinikum Memmingen sei jedoch enorm wichtig für die heimatnahe medizinische Versorgung. Durch Spendengelder konnte bereits die kindgerechte Ausstattung der Kinderklinik mit rund 25.000 Euro vorangetrieben werden. Auch die Tagesklinik der Kinderklinik sowie die wohnliche Einrichtung der Palliativstation für unheilbar kranke Menschen wurden ausgebaut. Die Spendengelder kamen zudem der Anschub- und Zwischenfinanzierung für moderne medizinische Geräte zugute: So konnten ein Biopsiegerät für Brustuntersuchungen, ein Gerät zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns für die Neurologie und ein Videomikroskop für die klinisch-pathologische Fallbesprechung angeschafft werden.

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