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Seit dem 1. Oktober 2026 wird die Baustelle des neuen Klinikums Memmingen mit Fernwärme versorgt. Die Wärme kommt aus dem Heizwerk Memmingen Nord der E-con AG. Die Versorgung ist zunächst für die Heizperioden 2026/27 und 2027/28 vorgesehen.
Der Wärmebedarf der Bauheizung liegt bei etwa 4.400 Megawattstunden pro Heizperiode. Im Vergleich zu einer Versorgung mit Heizöl ergibt sich dabei ein deutlich geringerer Verbrauch fossiler Brennstoffe. Nach der projektbezogenen Berechnung können pro Heizperiode rund 600.000 Liter Heizöl eingespart werden. Gleichzeitig sollen die CO₂-Emissionen um etwa 1.240 Tonnen pro Jahr sinken. Das entspricht einer Reduktion von rund 78 Prozent gegenüber einer Heizölversorgung.
Andreas Müller ist geschäftsführender Gesellschafter der Alois-Müller-Gruppe, Mutterkonzern von E-con. „Die Besonderheit liegt für uns darin, dass wir nicht erst im späteren Klinikbetrieb, sondern schon während der Bauphase auf Fernwärme setzen können“, so Müller. „Das reduziert den Heizöleinsatz deutlich und schafft gleichzeitig einen wirtschaftlichen Vorteil.“
Die technische Grundlage bildet das bereits vollständig betriebene Fernwärmenetz entlang der Europastraße und der Dr.-Karl-Lenz-Straße. Über die Leitungen gelangt die Wärme vom Heizwerk Memmingen Nord bis zum Klinikstandort.
Damit ist für die Bauphase keine eigene zentrale Ölheizung erforderlich. Stattdessen wird schon während der Errichtung des Klinikums die Infrastruktur genutzt, die später Bestandteil des Energiekonzepts sein soll. Das erklärt auch Peter Waizenegger von der E-con AG. „Wir können die Infrastruktur, die für den späteren Klinikbetrieb vorgesehen ist, bereits heute sinnvoll nutzen. Das ist technisch effizient und vermeidet eine separate Heizöllösung für die Bauphase“, so Waizenegger. Neben den niedrigeren Emissionen wirkt sich die Lösung auch auf die Kosten der Baustellenversorgung aus. Besonders die derzeit hohen Heizölpreise spielen dabei eine Rolle.
Auch nach Abschluss der Bauphase ist der Anschluss des Klinikums an das Fernwärmenetz vorgesehen. Die vereinbarte Anschlussleistung beträgt 3.870 Kilowatt. Im regulären Betrieb wird mit einer bezogenen Leistung von rund 1.200 Kilowatt gerechnet.
Das Klinikum erhält zusätzlich eine eigene Energiezentrale. Die Fernwärme soll künftig vor allem bei Leistungsspitzen zum Einsatz kommen. Zudem dient sie als zusätzliche Absicherung.