Entwicklung im ländlichen Raum

Fünf Unterallgäuer Projekte erhalten 450.000 Euro Fördergelder

Symbolbild. Das Ufer der Iller soll im Unterallgäu umgestaltet werden. Foto: camera work / stock.adobe.com
Auf seiner jüngsten Sitzung im Kloster Ottobeuren hat das Entscheidungsgremium der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Kneippland Unterallgäu über insgesamt fünf Projekte beraten. Alle Vorhaben wurden positiv beurteilt und einstimmig für eine LEADER-Förderung befürwortet.

LEADER ist ein Programm der Europäischen Union, mit dem modellhaft innovative Aktionen und Projekte im ländlichen Raum gefördert werden. Arbeitsgruppen wie die LAG Kneippland Unterallgäu erarbeiten vor Ort Entwicklungskonzepte. Ziel ist es, die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen.

Untere Iller wird für Bevölkerung und Gäste umgestaltet

Grünes Licht für eine LEADER-Förderung bekam die BEW GmbH. Speziell wird das Kooperationsprojekt „Kulturlandschaften Untere Iller erleben“ gefördert, am dem sich die LAG Regionalentwicklung Landkreis Neu-Ulm mit beteiligt. Dabei wird der Bereich der Unteren Iller zwischen Buxheim und Vöhringen mit Hilfe verschiedener Themenrunden und verschiedener Maßnahmen, wie beispielsweise naturnahen Ufern für Bevölkerung und Gäste umgestaltet.

Klostermuseum wird als „überregional touristisches Highlight etabliert“

Auch für die Benediktinerabtei Ottobeuren gibt es eine Förderung: Für die innovative Neugestaltung des bestehenden Klostermuseums gab die LAG Kneippland Unterallgäu rund 250.000 Euro an Fördergeldern frei. Gefördert werden im Rahmen des LEADER-Projekts, das nur einen Teil des Gesamtprojekts darstellt, barrierefreie Medienstationen sowie einen Audioguide. Michael Stoiber, Geschäftsführer der Unterallgäu Aktiv GmbH, zeigte sich über den einstimmigen Beschluss des Gremiums erfreut: „Mit der Neugestaltung des Klostermuseums wird ein überregional touristisches Highlight etabliert, das die Attraktivität der gesamten Region stärkt.“

Rollstuhlgerechte Ferienwohnung im Unterallgäu

Großen Anklang im Entscheidungsgremium fand das Projekt „R-lebbare Ferienwohnung – rollstuhlgerecht und barrierefrei von Markus Schneider aus Oberschönegg. Das Projekt hat die Errichtung einer rollstuhlgerechten und komplett barrierefreien Ferienwohnung (genannt R-Wohnung) zum Ziel. Diese wird nicht nur als Ferienwohnung vermietet, sondern steht auf Anfrage auch Besuchern für Besichtigungszwecke kostenlos zur Verfügung, um für das Thema Inklusion zu sensibilisieren. Polina Bubnova, Inklusionsbeauftragte am Landratsamt Unterallgäu zufolge, ist ein derartiges Gebäude im Landkreis Unterallgäu bisher einzigartig, weshalb die Ferienwohnung einen ganz besonderen Mehrwert für die Region aufweist.

Mitfahrzentrale im Nahbereich Ottobeuren

Fördergelder in Höhe von rund 15.000 Euro stehen Helmut Scharpf für sein Projekt „Ottobeuren-macht-mobil – ein ökologisch soziales Verkehrsprojekt“ zur Verfügung. Hierbei wird eine auf den Nahbereich Ottobeuren zugeschnittene Mitfahrzentrale geschaffen. Über eine Internetplattform werden in erster Linie Fahrten von Bürgern aus Ottobeuren und der näheren Umgebung (beispielsweise vom Wohn- zum Arbeitsort oder zu Veranstaltungen)  angeboten oder gesucht. Besonderheit der Plattform ist, dass die Erlöse, die der Fahrer erhält, am Jahresende an Vereine oder karitative Einrichtungen gespendet werden. Dadurch wird nicht nur der Individualverkehr entlastet, sondern zeitgleich auch ein Fokus auf die lokale Vereinsarbeit und weitere gemeinnützige Zwecke gelegt.

Ottobeuren plant neue Freizeitangebote

Ein neues Freizeitangebot im Outdoorbereich plant die Marktgemeinde Ottobeuren mit einer Adventuregolfanlage. Die Minigolfanlage, die mit normalen Golfbällen und Golfschlägern gespielt wird, soll individuell auf den Landkreis zugeschnitten werden. Mit ihrer Lage westlich des Campingplatzes und am Glücksweg „Mit Kneipp ins Hundsmoor“ können wertvolle Synergieeffekte und so wichtige Impulse für den Außenbereich geschaffen werden.

450.000 Euro Fördergelder für Projekte

Insgesamt stehen den Projekten rund 450.000 Euro LEADER-Fördergelder für die Umsetzung zur Verfügung – damit sind die zur Verfügung stehenden Fördermittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro fast vollständig in innovativen Projekten gebunden. Die LAG Kneippland Unterallgäu rechnet jedoch im Laufe des nächsten Jahres fest mit neuen Mitteln für das Förderprogramm LEADER, mit deren Hilfe weitere Maßnahmen umgesetzt werden können. Deshalb können sich Interessenten mit innovativen Projektideen jederzeit an die Geschäftsstelle der LAG Kneippland® Unterallgäu wenden.

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