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Der Automobilzulieferer ZF hat im ersten Halbjahr 2026 seine Ertragskraft verbessert und die Verschuldung weiter reduziert. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) stieg auf 964 Millionen Euro nach 853 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich von 4,3 auf 5,0 Prozent. Gleichzeitig verdoppelte sich der bereinigte Free Cashflow auf 989 Millionen Euro, während die Nettoverschuldung auf 9,8 Milliarden Euro sank.
Die Entwicklung wertet der Konzern als Bestätigung seiner Restrukturierung. „Kostendisziplin sowie die Konzentration auf eine verbesserte operative Performance und wertschöpfende Produkte beginnen zu wirken“, sagte Vorstandschef Mathias Miedreich.
Der Umsatz lag mit 19,3 Milliarden Euro zwar zwei Prozent unter dem Vorjahreswert, organisch wuchs ZF jedoch um 0,5 Prozent. Seine Jahresprognose bestätigte der Konzern. Demnach erwartet ZF weiterhin einen Umsatz von mehr als 38 Milliarden Euro, eine bereinigte EBIT-Marge zwischen vier und fünf Prozent sowie einen bereinigten Free Cashflow von mehr als einer Milliarde Euro.
Am angekündigten Abbau von 11.000 bis 14.000 Stellen hält ZF fest. Nach Angaben von Finanzvorstand Michael Frick soll der Personalabbau weiterhin vor allem über freiwillige Instrumente wie Abfindungsprogramme, Altersteilzeit und den Wechsel von Beschäftigten zu anderen Unternehmen erfolgen.
Auch die Investitionsdisziplin bleibt hoch. Die Ausgaben für Sachanlagen gingen im ersten Halbjahr um 19 Prozent zurück, die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sanken um sieben Prozent. Gleichzeitig kündigte Finanzvorstand Michael Frick weitere strukturelle Maßnahmen im Bereich der elektrifizierten Antriebe an. Auch im Bereich der elektrifizierten Antriebe setzt ZF die Restrukturierung fort. Obwohl der Konzern an der Eigenentwicklung und -fertigung von Elektromotoren und Wechselrichtern festhält, sind dort weitere strukturelle Anpassungen geplant. Nach Angaben von Finanzvorstand Michael Frick könnten davon mehrere hundert Beschäftigte betroffen sein.
Mit der verbesserten Finanzlage gewinnt ZF zugleich Handlungsspielraum für sein Portfolio. So bleibt das Sicherheitstechnikgeschäft ZF LifeTec vorerst vollständig im Konzern. Den ursprünglich angestrebten Börsengang verschiebt das Unternehmen wegen des derzeitigen Kapitalmarktumfelds. Ein Verkauf komme nur zu einem angemessenen Preis infrage. „Was wir auf keinen Fall tun, ist einen Fire Sale“, sagte Frick. Ein wichtiger Baustein für den weiteren Schuldenabbau bleibt der geplante Verkauf des ADAS-Geschäfts an Harman. Der Abschluss der Transaktion wird weiterhin im zweiten Halbjahr erwartet und soll die Verschuldung nach Angaben des Finanzvorstands nochmals deutlich reduzieren.
Auch organisatorisch setzt ZF auf Kontinuität. Nach dem Ausscheiden von Fahrwerksvorstand Peter Holdmann wird dessen Nachfolger zwar die Division übernehmen, jedoch keinen Sitz im Konzernvorstand erhalten. Die Sparte berichtet künftig direkt an Vorstandschef Mathias Miedreich. „Es bleibt bei fünf Vorständen“, sagte Frick. Am Stammsitz Friedrichshafen laufen unterdessen die Verhandlungen über die Zukunft der sogenannten Zeppelin-Zulage. Die bisherige Betriebsvereinbarung wurde gekündigt. Nach Angaben Fricks soll sie durch ein leistungsorientiertes Vergütungssystem ersetzt werden. Zu den laufenden Gesprächen äußerte sich der Finanzvorstand nicht näher.
Auch wenn sich Profitabilität und Liquidität verbessern, sieht ZF seine Transformation noch nicht abgeschlossen. Belastungen erwartet der Konzern weiterhin durch das schwierige Marktumfeld, geopolitische Unsicherheiten und die laufende Restrukturierung. Der Fokus bleibt deshalb auf einer höheren Wettbewerbsfähigkeit, einer weiteren Stärkung der Bilanz und einer konsequenten Weiterentwicklung des Portfolios.