Smart Business

Allgäu Digital-Veranstaltungsreihe macht Station in Lindau

Christian Dosch, Projektleiter bei Allgäu Digital. Foto: Allgäu GmbH
Der Startschuss der Veranstaltungsreihe mit dem Fokus auf Digitalisierung ist in Kempten gefallen. Nun geht es am Bodensee weiter. Was Allgäu Digital mit dem Konzept erreichen will, erklärt Christian Dosch, Projektleiter, im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was genau ist die Initiative Smart Business?

Christian Dosch: Smart Business ist eine Veranstaltungsreihe von Allgäu Digital, die in Kempten gestartet ist und jetzt ihre nächste Station am 26. Juni in Lindau macht. Mit der Veranstaltungsreihe wollen wir dem Mittelstand im Allgäu, am Bodensee beziehungsweise in Schwaben konkrete, digitale Lösungen für das eigene Unternehmen präsentieren. Unser Schwerpunkt liegt darauf, wie Produktionsprozesse durch den intelligenten Umgang mit Daten optimiert werden können. Allgäu Digital bietet gemeinsam mit dem Startup Bersabee also eine Plattform für Digitalisierungslösungen.

Was wollen Sie mit der Veranstaltungsreihe erreichen?

Unser Ziel ist es, Anwendungsbeispiele und Lösungen für Unternehmen in der Region sichtbar zu machen und den Mehrwert aufzuzeigen. Dieser kann zum Beispiel durch Automation, Datenvisualisierung oder Machine Learning bei Unternehmen entstehen. Das Ergebnis ist dann Zeit-, Kosten- und Ressourceneinsparung. Smart Business ist eine neutrale Plattform auf der sich Anbieter und Anwender kennenlernen können und Partnerschaften entstehen.

Welche Zielgruppe sprechen Sie an?

Smart Business richtet sich an Anwender-Unternehmen mit dem Fokus auf den Mittelstand, die die Digitalisierung nutzen wollen, um ihre Prozesse und Daten intelligenter zu gestalten. Dabei sprechen wir sowohl die kaufmännischen Entscheider an als auch die technischen Abteilungsleiter, die regionale Partner suchen.

Sie wollen mögliche Lösungen anhand konkreter Anwendungsbeispiele vorstellen. Welche Unternehmen werden hier aufgegriffen und was konnten diese bereits umsetzen?

Ein Beispiel ist Esera aus Kaufbeuren. Das Unternehmen zeigt, wie man mit einem offenen Automationssystem zum Beispiel Gärprozesse, Temperatur im Gewächshaus, Luftfeuchte im Serverraum oder im Getreidesilo überwacht. Glaess Software führt ein, wie man bei Verpackung, Lebensmittel, Spritzguss, Zerspanung und Automotive Komponenten mit Eigenintelligenz ausstattet, vernetzt und Daten sammelt. Flumen stellt das Konzept des digitalen Zwillings vor, mit dem ein vollständiges, virtuelles Abbild des Unternehmens inklusive der Wertschöpfungsbeziehungen von Lieferanten, Produktion und Kunden dargestellt wird. Splunk zeigt auf, wie Machine Learning eingesetzt werden kann, um zum Beispiel die Ausfallzeiten von Maschinen zu reduzieren.

Wie machen sich kleine und mittelständische Unternehmen fit für die Digitalisierung und vor welchen Herausforderungen stehen sie?

Die Diskussion um Digitalisierung wird oft rund um B2C-Beispiele oder entlang von großen Konzernen geführt. Aus meiner Sicht fehlen die Impulsgeber für den B2B-Mittelstand, das wollen wir mit Smart Business ändern. Für KMUs bewegt sich das Thema Digitalisierung zwischen Prozessoptimierung, neuen Geschäftsmodellen, neuen Kundengruppen und -beziehungen und der Frage der Digitalkompetenz von Mitarbeitern und agiler Unternehmenskultur. Es ist ein umfassender Transformations- und Change-Prozess und mit diesem Bewusstsein zu starten, wäre ein guter Anfang.

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist es oft schwierig, beim Thema digitale Transformation am Ball zu bleiben. Was raten Sie ihnen?

Um in Ihrem Bild zu bleiben: Zuerst wäre mein Rat mitzuspielen und nicht vom Spielfeldrand zuzuschauen. Es ist ein Lernprozess. Niemand spielt ab der ersten Saison in der Bundesliga. Ich stelle Unternehmen zu Beginn oft drei Fragen: Ist digitale Transformation auf Ebene der Unternehmensleitung verankert und gibt es dort eine Vereinbarung? Gibt es auf Geschäftsführer- oder Vorstandsebene eine Zuständigkeit, zum Beispiel durch einen Chief Digital Officer? Gibt es eine Digitalstrategie im Unternehmen? Ist diese mit einem Jahresbudget hinterlegt? Wenn Sie Commitment, Zuständigkeit, Strategie und Budget haben, kann das Spiel beginnen. Gewinnen können Sie nur, wenn Sie mitspielen.

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Was wollen Sie mit der Veranstaltungsreihe erreichen?

Unser Ziel ist es, Anwendungsbeispiele und Lösungen für Unternehmen in der Region sichtbar zu machen und den Mehrwert aufzuzeigen. Dieser kann zum Beispiel durch Automation, Datenvisualisierung oder Machine Learning bei Unternehmen entstehen. Das Ergebnis ist dann Zeit-, Kosten- und Ressourceneinsparung. Smart Business ist eine neutrale Plattform auf der sich Anbieter und Anwender kennenlernen können und Partnerschaften entstehen.

Welche Zielgruppe sprechen Sie an?

Smart Business richtet sich an Anwender-Unternehmen mit dem Fokus auf den Mittelstand, die die Digitalisierung nutzen wollen, um ihre Prozesse und Daten intelligenter zu gestalten. Dabei sprechen wir sowohl die kaufmännischen Entscheider an als auch die technischen Abteilungsleiter, die regionale Partner suchen.

Sie wollen mögliche Lösungen anhand konkreter Anwendungsbeispiele vorstellen. Welche Unternehmen werden hier aufgegriffen und was konnten diese bereits umsetzen?

Ein Beispiel ist Esera aus Kaufbeuren. Das Unternehmen zeigt, wie man mit einem offenen Automationssystem zum Beispiel Gärprozesse, Temperatur im Gewächshaus, Luftfeuchte im Serverraum oder im Getreidesilo überwacht. Glaess Software führt ein, wie man bei Verpackung, Lebensmittel, Spritzguss, Zerspanung und Automotive Komponenten mit Eigenintelligenz ausstattet, vernetzt und Daten sammelt. Flumen stellt das Konzept des digitalen Zwillings vor, mit dem ein vollständiges, virtuelles Abbild des Unternehmens inklusive der Wertschöpfungsbeziehungen von Lieferanten, Produktion und Kunden dargestellt wird. Splunk zeigt auf, wie Machine Learning eingesetzt werden kann, um zum Beispiel die Ausfallzeiten von Maschinen zu reduzieren.

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Die Diskussion um Digitalisierung wird oft rund um B2C-Beispiele oder entlang von großen Konzernen geführt. Aus meiner Sicht fehlen die Impulsgeber für den B2B-Mittelstand, das wollen wir mit Smart Business ändern. Für KMUs bewegt sich das Thema Digitalisierung zwischen Prozessoptimierung, neuen Geschäftsmodellen, neuen Kundengruppen und -beziehungen und der Frage der Digitalkompetenz von Mitarbeitern und agiler Unternehmenskultur. Es ist ein umfassender Transformations- und Change-Prozess und mit diesem Bewusstsein zu starten, wäre ein guter Anfang.

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist es oft schwierig, beim Thema digitale Transformation am Ball zu bleiben. Was raten Sie ihnen?

Um in Ihrem Bild zu bleiben: Zuerst wäre mein Rat mitzuspielen und nicht vom Spielfeldrand zuzuschauen. Es ist ein Lernprozess. Niemand spielt ab der ersten Saison in der Bundesliga. Ich stelle Unternehmen zu Beginn oft drei Fragen: Ist digitale Transformation auf Ebene der Unternehmensleitung verankert und gibt es dort eine Vereinbarung? Gibt es auf Geschäftsführer- oder Vorstandsebene eine Zuständigkeit, zum Beispiel durch einen Chief Digital Officer? Gibt es eine Digitalstrategie im Unternehmen? Ist diese mit einem Jahresbudget hinterlegt? Wenn Sie Commitment, Zuständigkeit, Strategie und Budget haben, kann das Spiel beginnen. Gewinnen können Sie nur, wenn Sie mitspielen.

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