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Der Insolvenzantrag kommt nur wenige Wochen nach dem Eigentümerwechsel beim Speicherhersteller aus dem Oberallgäu. Kunden, Fachpartner und Lieferanten in der Region fragen sich nun vor allem eines: Wie belastbar sind bestehende Verträge und Geschäftsbeziehungen? Darauf gibt die Sonnen GmbH bislang keine Antwort. Auf Anfrage von B4BSCHWABEN.de bestätigte sie lediglich den Antrag und die Grundzüge des Verfahrens.
Die Sonnen GmbH hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Bei dieser Verfahrensform führt das bisherige Management das Unternehmen weiter, statt die Kontrolle an einen Insolvenzverwalter abzugeben. Laut Unternehmen ist das hier der Fall: Die bisherige Geschäftsführung leite die sonnen GmbH weiter. Bei welchem Gericht der Antrag gestellt wurde, teilte das Unternehmen nicht mit.
Der Antrag fällt in eine Phase des Umbruchs. Im August hatte Shell die Sonnen Group an den Investor Tiven verkauft, wie B4BSCHWABEN.de berichtete. Shell hatte das Unternehmen 2019 übernommen. Tiven ist ein Vermögensverwalter und Family Office, gegründet von Gert Purkert. Purkert ist zugleich Gründungspartner des Private-Equity-Investors Aurelius, den Tiven mit der Sanierung von Sonnen beauftragt hatte.
Was der Verkauf für Belegschaft und Hauptsitz bedeutet, war schon damals offen. Denkbar waren Investitionen ebenso wie Kostensenkungen. Grundsätzlich zielte Tiven darauf ab, die sanierte Sonnen Group später wieder zu verkaufen. Den Kaufpreis nannte Shell nicht. Das Handelsblatt berichtete unter Berufung auf Insider von einem Betrag im niedrigen dreistelligen Millionenbereich. Ob der Insolvenzantrag Teil der Sanierungsstrategie ist, bleibt offen.
Der Antrag gelte nur für die Sonnen GmbH, betont das Unternehmen. Die anderen Sonnen-Gesellschaften seien nicht Teil des Verfahrens. Welche Gesellschaften das sind und wie eng sie mit der Sonnen GmbH verbunden sind, bleibt unklar. Kunden und Partner habe man über den Schritt informiert, teilt das Unternehmen mit. Was diese Information konkret enthielt, ist nicht bekannt. Zu zentralen Punkten äußert sich die Sonnen GmbH derzeit nicht. Dazu zählen die Folgen für den laufenden Geschäftsbetrieb, für Kundenverträge, Serviceleistungen und Garantien. Unbeantwortet bleibt auch, was das Verfahren für Mitarbeitende, Fachpartner und Lieferanten bedeutet. Die Sonnen GmbH kündigte an, sich zu melden, sobald sie mehr sagen könne. Einen Zeitpunkt nannte das Unternehmen nicht.
Die Sonnen GmbH hat ihren Sitz in Wildpoldsried im Oberallgäu und stellt Batteriespeicher her. Sie gehört zur Sonnen Group, zu der mehrere Gesellschaften zählen. Von 2019 an gehörte die Gruppe dem Mineralölkonzern Shell. Im August 2026 kaufte sie der Investor Tiven, ein von Gert Purkert gegründetes Family Office. Inzwischen hat die Sonnen GmbH ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, die bisherige Geschäftsführung bleibt im Amt.