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Power2move mit Sitz in Kempten im Oberallgäu hat den Bayerischen Klimaschutzpreis 2026 erhalten. Gemeinsam mit den Busunternehmen Haslach Bus und Berchtolds Autoreisen hat das Unternehmen die Umstellung des Kemptener Stadtbusverkehrs auf Elektrobusse wissenschaftlich vorbereitet. Eine eigens entwickelte Simulationssoftware half dabei.
Wie lässt sich ein kompletter Stadtbusverkehr auf Elektromobilität umstellen? Ausgehend von dieser Frage entwickelten die beiden Busunternehmen gemeinsam mit Prof. Martin Steyer und Norbert Grotz von der Hochschule Kempten eine Simulationssoftware, die den Energiebedarf des Busbetriebs unter realen Bedingungen berechnen sollte. Dabei wurden Faktoren wie Reichweite, Ladeinfrastruktur, Energieversorgung und Wirtschaftlichkeit einbezogen. Gleichzeitig berücksichtigte das System bestehende Fahrpläne, Streckenprofile, die örtliche Topografie sowie Wetterdaten und stimmte so verschiedene Fahrzeugmodelle und Ladepunkte miteinander ab. Diese umfangreiche Simulation sollte sicherstellen, dass Fahrzeuge, Energieversorgung und Ladeinfrastruktur zum tatsächlichen Bedarf passen.
Inzwischen seien die Planungen im Kemptener Stadtverkehr umgesetzt. Dort sind aktuell 27 Elektrobusse im Einsatz, die zusammen jährlich rund 1,5 Millionen Kilometer zurücklegen. Im Vergleich zum früheren Dieselbetrieb sei der Verbrauch laut Power2Move um etwa 630.000 Liter Diesel pro Jahr gesunken. Gleichzeitig würden jährlich rund 1.700 Tonnen CO₂ eingespart werden. Für die Umstellung investierten Haslach Bus und Berchtolds Autoreisen rund 25 Millionen Euro.
Power2move-Mitgründer und Geschäftsführer Prof. Martin Steyer sieht in der Auszeichnung eine Anerkennung der Zusammenarbeit von Mittelstand und Wissenschaft. „Der Bayerische Klimaschutzpreis ist für uns eine besondere Anerkennung – nicht nur für die technische Entwicklung, sondern auch für den Weg, den wir gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen und der Hochschule Kempten gegangen sind“, erklärt Steyer.
Power2move will die in Kempten gesammelten Erfahrungen mit weiteren Betrieben teilen, da das Projekt auch Anknüpfungspunkte für andere Verkehrs- und Logistikunternehmen biete. Die Kombination aus Simulation, abgestimmter Ladeinfrastruktur und eigener Stromerzeugung soll künftig helfen, die technischen und wirtschaftlichen Anforderungen einer Flottenelektrifizierung frühzeitig zu bewerten.