Nadja Henrich Beratung und Coaching

Warum Bewerbungen oft nicht zum Erfolg führen

Bevor man den ersten Buchstaben einer Bewerbung tippt, ist es wichtig zu wissen, was Unternehmen erwarten, Foto: Fotolia DL

Viele scheitern mit ihrer Bewerbung schon bei der Länge des Lebenslaufes. Was wichtig beim schreiben einer Bewerbung ist und auf was die Unternehmen besonders achten hat Dipl. Betriebswirtin Nadja Henrich für Sie zusammengefasst.

Die Gründe für Bewerbungsabsagen können sehr unterschiedlich sein. Manchmal wird zum Beispiel eine Person mit einem ganz bestimmten Profil gesucht, das nur wenige vorweisen oder die Zahl an Bewerbern ist so groß, dass man die erste Hürde, die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, knapp verpasst. Vorausgesetzt der Bewerber bringt die gewünschten Anforderungen mit, liegt es jedoch wiederholt daran, dass die Bewerbung zu wenig auf die ausgeschriebene Stelle zugeschnitten ist oder der Bewerber zu wenig Profil zeigt. Was macht nun eine überzeugende Bewerbung aus?

Werbung in eigener Sache

Der Lebenslauf sollte keineswegs nur über eine Seite gehen, denn ein einseitiger Lebenslauf ist einseitig. Neben den persönlichen Daten sind Bildungsweg, beruflicher Werdegang, weitere Qualifikationen wie Fremdsprachen und EDV-Kenntnisse in der jeweiligen Ausprägung sowie die Hobbys aufzuführen. Die Hobbys sind deshalb von Interesse, weil das Unternehmen auch etwas von der privaten Seite erfahren möchte. Wichtig ist es, die beruflichen Stationen mit den wesentlichen Tätigkeiten zu beschreiben. Der Gedanke, der Personaler kann dies dem Zeugnis entnehmen, ist zu wenig. Anschreiben und Lebenslauf dienen dazu, Werbung in eigener Sache zu machen. Wenn man mit diesen beiden Schriftstücken den Leser neugierig macht, ist gewährleistet, dass die weiteren Unterlagen näher angesehen werden. Angaben zu den Eltern, Geschwistern und der Konfession sind nicht mehr üblich. Die Konfession nimmt man nur auf, wenn man sich beispielsweise bei einer kirchlichen Einrichtung bewirbt. Der Lebenslauf sollte retrograd aufgebaut sein. Das heißt am Beispiel der beruflichen Tätigkeit wird die derzeitige Funktion zuerst genannt, anschließend folgen chronologisch die weiteren Stationen bis zum Berufseinstieg. Diese Darstellung bietet den Vorteil, der Leser kann aussteigen bzw. zum nächsten Punkt übergehen, wenn es für ihn in dem Moment nicht mehr von Bedeutung ist. Weiterhin ist der Lebenslauf unter Angabe von Ort, Datum und Unterschrift abzuschließen.

Vorstellen und Stellung beziehen

Für die meisten stellt das Anschreiben die größte Herausforderung dar. Detailliert auf die eigene Person einzugehen und zu begründen, warum man genau für dieses Unternehmen arbeiten will. Das Anschreiben umfasst in der Regel eine Seite und gibt Auskunft darüber, was die Person fachlich, methodisch und persönlich, sozial für diese Stelle qualifiziert. Dabei soll der Bewerber anhand von Beispielen beschreiben und belegen, wo er diese Qualifikationen in der Vergangenheit erfolgreich unter Beweis gestellt. Mit der bloßen Nennung von Eigenschaften wie teamfähig und belastbar macht man keinesfalls auf sich aufmerksam, diese werden inzwischen inflationär verwendet. Der Vorteil einer guten Argumentation, der Leser kann die Ausführungen nachvollziehen und sie sich anhand von Beispielen besser merken. Die Unternehmen erwarten sich ebenso ein Statement zum eigenen Haus. Viele Bewerber nehmen dies zwar auf, sie schreiben aber zu oberflächlich, so dass diese Aussagen leicht austauschbar sind. Das Internet und die Unternehmenswebsite bieten eine Fülle an Informationen, die den Bewerbern ausreichend Stoff für ihr Argumentarium liefern. Dabei sind die Vorteile aus Sicht des Unternehmens hervorzuheben, nicht die eigenen, wie gute Karriereaussichten und Entwicklungsmöglichkeiten.

Gut belichtet ist halb gewonnen

Gut macht sich ebenso ein Deckblatt mit einem professionellen Foto, bei dem nicht gespart werden sollte. Es ist sozusagen die Einladung an den Leser, sich neugierig und interessiert der Bewerbung zu zuwenden.

Bewerbung im Aufstieg des Internets

Die Online-Bewerbungen haben sich durchgesetzt und bieten für Bewerber und Unternehmen viele Vorteile. Sie sollten nicht mehr als 4-5 Megabyte umfassen beziehungsweise sich an die Vorgabe des Unternehmens halten. Auch das Zusammenfassen zu einer einzigen Datei wird von vielen Unternehmen bevorzugt. Fehlerteufel sind immer wieder zu sehen, aufgrund dessen kann die Bewerbung nicht oft genug Korrektur gelesen werden, bevor sie versandt wird.

Gelingt es Bewerbern ein klares Bild von sich und seinen Qualifikationen zu vermitteln und individuell auf das Unternehmen einzugehen, stehen die Chancen für den ersten Schritt einer überzeugenden Bewerbung schon mal gut.

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Die Gründe für Bewerbungsabsagen können sehr unterschiedlich sein. Manchmal wird zum Beispiel eine Person mit einem ganz bestimmten Profil gesucht, das nur wenige vorweisen oder die Zahl an Bewerbern ist so groß, dass man die erste Hürde, die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, knapp verpasst. Vorausgesetzt der Bewerber bringt die gewünschten Anforderungen mit, liegt es jedoch wiederholt daran, dass die Bewerbung zu wenig auf die ausgeschriebene Stelle zugeschnitten ist oder der Bewerber zu wenig Profil zeigt. Was macht nun eine überzeugende Bewerbung aus?

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Der Lebenslauf sollte keineswegs nur über eine Seite gehen, denn ein einseitiger Lebenslauf ist einseitig. Neben den persönlichen Daten sind Bildungsweg, beruflicher Werdegang, weitere Qualifikationen wie Fremdsprachen und EDV-Kenntnisse in der jeweiligen Ausprägung sowie die Hobbys aufzuführen. Die Hobbys sind deshalb von Interesse, weil das Unternehmen auch etwas von der privaten Seite erfahren möchte. Wichtig ist es, die beruflichen Stationen mit den wesentlichen Tätigkeiten zu beschreiben. Der Gedanke, der Personaler kann dies dem Zeugnis entnehmen, ist zu wenig. Anschreiben und Lebenslauf dienen dazu, Werbung in eigener Sache zu machen. Wenn man mit diesen beiden Schriftstücken den Leser neugierig macht, ist gewährleistet, dass die weiteren Unterlagen näher angesehen werden. Angaben zu den Eltern, Geschwistern und der Konfession sind nicht mehr üblich. Die Konfession nimmt man nur auf, wenn man sich beispielsweise bei einer kirchlichen Einrichtung bewirbt. Der Lebenslauf sollte retrograd aufgebaut sein. Das heißt am Beispiel der beruflichen Tätigkeit wird die derzeitige Funktion zuerst genannt, anschließend folgen chronologisch die weiteren Stationen bis zum Berufseinstieg. Diese Darstellung bietet den Vorteil, der Leser kann aussteigen bzw. zum nächsten Punkt übergehen, wenn es für ihn in dem Moment nicht mehr von Bedeutung ist. Weiterhin ist der Lebenslauf unter Angabe von Ort, Datum und Unterschrift abzuschließen.

Vorstellen und Stellung beziehen

Für die meisten stellt das Anschreiben die größte Herausforderung dar. Detailliert auf die eigene Person einzugehen und zu begründen, warum man genau für dieses Unternehmen arbeiten will. Das Anschreiben umfasst in der Regel eine Seite und gibt Auskunft darüber, was die Person fachlich, methodisch und persönlich, sozial für diese Stelle qualifiziert. Dabei soll der Bewerber anhand von Beispielen beschreiben und belegen, wo er diese Qualifikationen in der Vergangenheit erfolgreich unter Beweis gestellt. Mit der bloßen Nennung von Eigenschaften wie teamfähig und belastbar macht man keinesfalls auf sich aufmerksam, diese werden inzwischen inflationär verwendet. Der Vorteil einer guten Argumentation, der Leser kann die Ausführungen nachvollziehen und sie sich anhand von Beispielen besser merken. Die Unternehmen erwarten sich ebenso ein Statement zum eigenen Haus. Viele Bewerber nehmen dies zwar auf, sie schreiben aber zu oberflächlich, so dass diese Aussagen leicht austauschbar sind. Das Internet und die Unternehmenswebsite bieten eine Fülle an Informationen, die den Bewerbern ausreichend Stoff für ihr Argumentarium liefern. Dabei sind die Vorteile aus Sicht des Unternehmens hervorzuheben, nicht die eigenen, wie gute Karriereaussichten und Entwicklungsmöglichkeiten.

Gut belichtet ist halb gewonnen

Gut macht sich ebenso ein Deckblatt mit einem professionellen Foto, bei dem nicht gespart werden sollte. Es ist sozusagen die Einladung an den Leser, sich neugierig und interessiert der Bewerbung zu zuwenden.

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