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„In der Ukraine ist in den vergangenen 20 Jahren in der Psychiatrie wenig Fortschritt geschehen – wir können von so internationalen Treffen nur profitieren“. Andriy Haydabrus ist einer der Teilnehmer der Sommer-Akademie auf Schloss Reisensburg gewesen. Die Initiative dafür ging vom Bundes-Ministerium für Gesundheit aus.
Vergleichbar mit den ehemaligen deutschen „Nerven-Krankenhäusern“
Für Andriy Haydabrus, der an einer Klinik als Psychiater arbeitet und an seiner Doktorarbeit sitzt, hat sich die zehntägige „Sommerschule“ bezahlt gemacht: „Ich habe von den Vorträgen zur Methodik profitiert, aber zusätzlich geben solche Zusammentreffen auch Impulse, um vor Ort etwas umzusetzen“. Eine Einschätzung, die Arina Korniychuk von der psychiatrischen Klinik in Lviv, ebenfalls Ukraine, teilt. Sie hat nun Ideen für ein wissenschaftliches Projekt, das dazu beitragen soll, das Versorgungs-Niveau für psychisch kranke Menschen in der Ukraine dem europäischen Standard näher zu bringen. Viele Patienten in ihrer Heimat scheuten noch den Weg zum Arzt oder in das Krankenhaus, Vorurteile gegenüber der Psychiatrie seien weit verbreitet. Zudem mangele es an Spezialisten, Geld, modernen Behandlungs-Methoden und an den Strukturen. Das führt dazu, dass die Psychiatrie vergleichbar ist mit den Zuständen in deutschen „Nerven-Krankenhäusern“ vor wenigen Jahrzehnten.
Ausbildung mehr junger Fachkräfte
Weiter in der Entwicklung ist da bereits Polen, wie Patryk Piotrowski von der Medizinischen Universität in Wroclaw bestätigt. „Es hat sich viel getan und die Menschen schämen sich nicht mehr, wenn sie zum Psychiater müssen“, so der Spezialist, der vor allem am Fachwissen der Ulmer Arbeitsgruppe zu „Health Care Economics“ interessiert war. Sein Anliegen ist insbesondere die Ausbildung junger Fachkräfte in Polen: „In meiner Heimat gibt es seit Dezember 2010 neue gesetzliche Grundlagen zur psychiatrischen Versorgung. Um diese regional umsetzen zu können, brauchen wir vor allem engagiertes, junges Personal“.
Gemeinsame Projekte
„Wenn wir durch die Summer School dazu beitragen können, die Versorgungs-Situation in der Ukraine zu verändern – und dieses wissenschaftlich zu begleiten – haben wir schon ein Ziel dieser Initiative erreicht“, sagt Dr. Markus Kösters, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Ulmer/Günzburger Arbeitsgruppe die Sommerschule federführend leitete. Neben den internationalen Kontakten, die während der zehn Tage geknüpft wurden, hätten sich auch etliche gemeinsame Projekte zwischen den teilnehmenden Ländern abgezeichnet. Markus Kösters ist zuversichtlich, dass die trinationale Sommerschule eine Wiederholung findet und in entsprechende Forschungs-Kooperationen mündet.
Informationen zu den Forschungs-Projekten der Arbeitsgruppe finden sich auf den Internetseiten www.uni-ulm.de/psychiatrieII/summerschool/summerschool2011.htm und auf www.bkh-guenzburg.de.