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15 Pflegekräfte aus Rumänien absolvieren ein Praktikum am Therapiezentrum Burgau
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Fachkräftemangel

15 Pflegekräfte aus Rumänien absolvieren ein Praktikum am Therapiezentrum Burgau

 Das Therapiezentrum Burgau hofft, einige der rumänischen Pflegekräfte, die gerade ein Praktikum in der Klinik machen, fest an si
Das Therapiezentrum Burgau hofft, einige der rumänischen Pflegekräfte, die gerade ein Praktikum in der Klinik machen, fest an sich binden zu können. Bild: Bezirkskliniken Schwaben, Georg Schalk.

Am Therapiezentrum Burgau absolvieren 15 Pflegeschüler aus Rumänien ein 14-tägiges Praktikum. Möglichst vielen von ihnen soll ab Herbst 2022 ein Arbeitsplatz mit festem Arbeitsvertrag in der Fachklinik für Neurologische Rehabilitation angeboten werden. Wie genau das Praktikum abläuft und welche Chancen dies für die Fachkräfte mit sich bringt.

„Wenn wir so sieben bis acht Fachkräfte für die Pflege gewinnen, wäre das super“, setzt sich Pflegedienstleister Peter Miller als ehrgeiziges Ziel. Das Therapiezentrum will seine Zahl der Mitarbeitenden von derzeit 500 mittelfristig auf 550 erhöhen.

Neue Pflegekräfte aus Drittländern  
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Zum einen, so Geschäftsführer Stefan Graf, will die Klinik Kapazitäten erweitern, zum anderen offene Stellen wieder besetzen. Aus diesem Grund wurde schon vor der Corona-Pandemie eine relativ große Joborder von bis zu 75 neuen Pflegekräften aus Drittländern auf den Weg gebracht. Dazu wurden mehrere Agenturen eingeschaltet.  Einige Frauen und Männer, insbesondere von den Philippinen, arbeiten schon auf den Stationen der neurologischen Fachklinik – manche von ihnen bereits seit einem Jahr. Die Erfahrungen, die man mit ihnen bisher gemacht hat, seien sehr gut, informiert Miller. Nun hat das Therapiezentrum seine Fühler nach Rumänien ausgestreckt. 

Das Projekt „EUMatching“

Mit Hilfe von „EUContact – at home in Europa“, einem nach eigenen Angaben nicht-kommerziellen Sozial- und Bildungsunternehmen mit Sitz in Irland, wurde eine Kooperation mit einer Schule in der Pflegeausbildung aus einer strukturschwachen Region in Rumänien koordiniert und umgesetzt. Das EU-Programm Erasmus+ fördert dieses Projekt, das den Namen „EUMatching“ trägt und von „EUContact“ entwickelt wurde. Es unterstützt die berufliche Mobilität und die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen mit einer beruflichen Ausbildung. 

In Rumänien gibt es nicht genug Arbeitsplätze 
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„Die Frauen und Männer kommen aus dem Gebiet um Baia Mare im Norden Rumäniens. Sie studieren alle Krankenpflege. Dort gibt es allerdings nicht genügend Arbeitsplätze für sie, weswegen sie sich in Richtung Deutschland orientieren“, berichtet der Leiter des Pflegedienstes. Er betreut gemeinsam mit Gabriela Fischer, Integrationsbeauftragte für Pflegekräfte am Therapiezentrum, die Neuankömmlinge.

Die neuen Fachkräfte sollen sich wohlfühlen 

Miller und Fischer kümmern sich darum, dass sie genauso wie jene Fachkräften, die schon vor einigen Monaten aus dem Ausland nach Burgau gekommen sind, sich in der Mindelstadt wohlfühlen und gerne am Therapiezentrum arbeiten - auch wenn sie zum Teil monatelang von ihren Lebenspartnern und Kindern getrennt sind. Dazu werden nach Dienstschluss zum Beispiel Grillabende, ein Stadtrundgang  oder Stand-up-Paddeln auf dem Silbersee angeboten. „Wir haben allen ein Neun-Euro-Ticket gekauft, mit dem sie auch mal mit der Bahn nach Günzburg, Ulm oder Augsburg fahren können“, erzählt Miller.

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Praktikum als Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens

Ziel des 14-tägigen Praktikums der rumänischen Gäste in der Fachklinik ist es, sich gegenseitig zu beschnuppern: Passt der Kandidat zur Klinik und umgekehrt? Begleitet werden sie von zwei Lehrkräften. Am ersten Tag waren auch Michael Zehner und Rita Taran von „EUContact“ dabei. Die Organisation übernimmt das Verwaltungsverfahren und organisiert die Sprachkurse. „Wir haben die Delegation vom Memminger Flughafen abgeholt und sie nach Burgau gebracht. In unmittelbarer Nachbarschaft zu unserer Klinik haben wir ein Haus angemietet, wo wir die Gäste untergebracht haben“, informiert Miller. Das Therapiezentrum übernimmt Kost und Logis.

Das müssen die Pflegekräfte noch lernen 

Bis Ende August wollen alle rumänischen Pflegeschüler ihr Examen abgeschlossen haben. Die Ausbildung in Rumänien hat einen stark medizinischen Schwerpunkt. „Bei uns in Deutschland müssen sie vor allem noch den Bereich der allgemeinen Grundpflege bei den Patienten erlernen.“ Die 15 Frauen und Männer stammen von zwei Klassen aus rumänischen Pflegeschulen. Einige von ihnen sind verheiratet und haben Kinder, das Altersspektrum bewegt sich von Anfang 20 bis Mitte 40. Die Klinik wird mit allen Interessenten nach dem Praktikum in Kontakt bleiben. 

 Die Voraussetzungen für eine Einstellung

Sind alle Voraussetzungen erfüllt – Abschluss des Examens, gute Deutschkenntnisse (B2-Niveau), vollständig geimpft – können diejenigen, die sich bereiterklärt haben, ihr Land zu verlassen, um in Deutschland zu arbeiten, als examinierte Fachpflegekräfte eingestellt werden. Bis dahin werden sie als Pflegehelfer eingestuft. Das „EUMatching Projekt“ ist auf zwei Jahre ausgelegt. Das bedeutet: Im Sommer nächsten Jahres wird ein zweites 14-tägiges Bewerbungspraktikum von Nachwuchs-Pflegekräften aus Rumänien am Therapiezentrum stattfinden.  

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