Green Hydrogen Technology

Werden Autos in Augsburg schon bald mit Plastik angetrieben?

Fahren wir bald mit Plastik statt fossilen Energieträgern? Green Hydrogen Technology möchte dies in Augsburg möglich machen. Wie das gelingen soll, erklärt Dipl.-Kaufmann Jean Wiech, COO des Start-Ups, im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Sie haben ein Verfahren entwickelt, um aus Abfallstoffen wie Klärschlamm und Plastikmüll Grünen Wasserstoff herzustellen.  Wie entstand die Idee dazu?

Dipl.-Kfm. Jean Wiech: Die Idee entstand im Austausch zwischen den späteren Gründern: Jeder von uns bringt einen anderen Blickwinkel ins Team – als Ingenieur, Kaufmann und Unternehmer. Aber alle gemeinsam haben wir uns mit der Energiewende auseinandergesetzt und sind fest davon überzeugt, dass die nur funktioniert, wenn schnell marktfähige Ideen zur Gewinnung von sauberen Energieträgern realisiert werden. Und wir sehen, dass entsprechende Lösungen ein gewaltiges wirtschaftliches Potential haben. Wir wollen einerseits helfen, die Welt ein bisschen besser zu machen, und sehen zugleich die wirtschaftlichen Chancen der Wasserstofferzeugung, weil der Bedarf an Grünem Wasserstoff in Zukunft massiv zunehmen wird.

Ihr Verfahren klingt nach grüner Magie. Wie entsteht aus Plastikmüll ein antriebsfähiger Wasserstoff?

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Es ist keine Magie, sondern jahrzehntelange Ingenieurs-Erfahrung. Das Verfahren, das unser Mitgründer Alfred Edlinger erfunden hat, umfasst zwei Stufen: In der ersten Stufe wird Klärschlamm unter Sauerstoffatmosphäre verbrannt. Dabei entsteht Heißgas. Dieses Heißgas – man kann es statt aus Klärschlamm auch aus Biogas gewinnen, ist die Basis für Stufe zwei: Darin werden dem Heißgas Kohlenwasserstoffe in Form von Holz- oder Plastikabfällen zugeführt. Daraus erzeugen wir durch Katalysatoren ein wasserstoffreiches Synthesegas, aus dem dann hochreiner, gasförmiger Wasserstoff gewonnen wird.

Im November haben Sie mit dem Bau einer Versuchsanlage begonnen, um ihr Verfahren in der Praxis zu testen. Ist Ihre Innovation daher bislang nur ein Ansatz, welcher sich möglicherweise nicht umsetzen lässt?

Wir wissen, dass unser patentiertes Verfahren funktioniert, deshalb haben wir unser Unternehmen gegründet. Vor Baubeginn der Versuchsanlage haben wir natürlich die Umsetzbarkeit geprüft, unterstützt durch den TÜV und weitere unabhängige Experten. Mit der Versuchsanlage testen wir das Zusammenspiel aller Komponenten in der Praxis. Wir machen das Verfahren damit „anfassbar“ für potenzielle Kunden und sammeln zugleich Erfahrung mit dem Dauerbetrieb, der richtigen Einstellung und der Wartung der Anlage.

Drei Millionen Euro haben Sie bereits privat investiert. Benötigen sie für weitere Meilensteine noch Entwicklungsgelder?

Die Entwicklungsphase ist abgeschlossen, mit unserer Versuchsanlage machen wir jetzt den Schritt in die Praxis. Mitte des Jahres 2022 soll die Versuchsanlage Wasserstoff erzeugen, dessen Qualität vom TÜV zertifizieren lassen werden. Die Testalnlage dient auch dazu, die Technologie in der nächsten Phase auf industrielle Maßstäbe hochskalieren zu können.  Für diese Phase sind wir in vielversprechenden Gesprächen mit potenziellen Partnern.

Wie planen sie den grünen Wasserstoff nach einem praktischen Erfolg zu vermarkten? 

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Wir wollen ab 2023 Anlagen zur Erzeugung von Grünem Wasserstoff verkaufen und für die Kunden sozusagen „schlüsselfertig“ einrichten. Nach Inbetriebnahme erhält Green Hydrogen Technology dann eine Lizenzgebühr für die Nutzung der Patente. Der Kunde profitiert als Betreiber der Anlage doppelt: Durch die Vermarktung des von ihm erzeugten Grünen Wasserstoffs und durch die Verwertung von Abfallstoffen.

Für 2023 planen sie den Markteintritt. Gibt es bereits erste Abnehmer und wie groß ist die Nachfrage an ihrem Konzept?

Das Interesse an unserem Verfahren ist groß – wir haben bereits etliche Anfragen von Kommunen, Entsorgern und Industriebetrieben. Darüber hinaus suchen wir jetzt schon den Austausch mit Kooperationspartnern zum Beispiel aus der Energiewirtschaft, um unseren Kunden später nicht nur Anlagen zur Verfügung stellen zu können, sondern ihnen auch bei der Vermarktung des Wasserstoffs zu helfen.

Was wünschen Sie sich von der Politik, um generell die Nutzung von Wasserstoff voranzutreiben?

Die Nachfrage nach Grünem Wasserstoff für ganz unterschiedliche Einsatzzwecke kommt ganz von selbst, weil viele Unternehmen und Branchen, ihre Klimaziele gar nicht erreichen können. Etwa die Stahlindustrie, wo Grüner Wasserstoff der klimaneutrale Ersatz für Steinkohlekoks sein kann. Politik sollte unbürokratisch Forschung und Entwicklung fördern und die nötigen Voraussetzungen schaffen, damit Grüner Wasserstoff transportiert und genutzt werden kann. Das bedeutet für mich konkret zum Beispiel, dass wir eine Infrastruktur brauchen, um Grünen Wasserstoff ins Erdgasnetz einspeisen, transportieren und überall nutzen zu können. Dann wird Grüner Wasserstoff einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten! 

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Im November haben Sie mit dem Bau einer Versuchsanlage begonnen, um ihr Verfahren in der Praxis zu testen. Ist Ihre Innovation daher bislang nur ein Ansatz, welcher sich möglicherweise nicht umsetzen lässt?

Wir wissen, dass unser patentiertes Verfahren funktioniert, deshalb haben wir unser Unternehmen gegründet. Vor Baubeginn der Versuchsanlage haben wir natürlich die Umsetzbarkeit geprüft, unterstützt durch den TÜV und weitere unabhängige Experten. Mit der Versuchsanlage testen wir das Zusammenspiel aller Komponenten in der Praxis. Wir machen das Verfahren damit „anfassbar“ für potenzielle Kunden und sammeln zugleich Erfahrung mit dem Dauerbetrieb, der richtigen Einstellung und der Wartung der Anlage.

Drei Millionen Euro haben Sie bereits privat investiert. Benötigen sie für weitere Meilensteine noch Entwicklungsgelder?

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Für 2023 planen sie den Markteintritt. Gibt es bereits erste Abnehmer und wie groß ist die Nachfrage an ihrem Konzept?

Das Interesse an unserem Verfahren ist groß – wir haben bereits etliche Anfragen von Kommunen, Entsorgern und Industriebetrieben. Darüber hinaus suchen wir jetzt schon den Austausch mit Kooperationspartnern zum Beispiel aus der Energiewirtschaft, um unseren Kunden später nicht nur Anlagen zur Verfügung stellen zu können, sondern ihnen auch bei der Vermarktung des Wasserstoffs zu helfen.

Was wünschen Sie sich von der Politik, um generell die Nutzung von Wasserstoff voranzutreiben?

Die Nachfrage nach Grünem Wasserstoff für ganz unterschiedliche Einsatzzwecke kommt ganz von selbst, weil viele Unternehmen und Branchen, ihre Klimaziele gar nicht erreichen können. Etwa die Stahlindustrie, wo Grüner Wasserstoff der klimaneutrale Ersatz für Steinkohlekoks sein kann. Politik sollte unbürokratisch Forschung und Entwicklung fördern und die nötigen Voraussetzungen schaffen, damit Grüner Wasserstoff transportiert und genutzt werden kann. Das bedeutet für mich konkret zum Beispiel, dass wir eine Infrastruktur brauchen, um Grünen Wasserstoff ins Erdgasnetz einspeisen, transportieren und überall nutzen zu können. Dann wird Grüner Wasserstoff einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten! 

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