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Viele Pläne, kaum finanzieller Spielraum: Augsburgs Stadtspitze zieht Bilanz
100 Tage im Amt

Viele Pläne, kaum finanzieller Spielraum: Augsburgs Stadtspitze zieht Bilanz

<p>Der Augsburger Oberbürgermeister Dr. Florian Freund wurde einstimmig in den Vorstand des Bayerischen Städtetags gewählt. Foto: B4B/ Katharina Seeburger<br></p>

Der Augsburger Oberbürgermeister Dr. Florian Freund wurde einstimmig in den Vorstand des Bayerischen Städtetags gewählt. Foto: B4B/ Katharina Seeburger

Unter dem Motto „Puls und Plan“ blickte Oberbürgermeister Florian Freund auf seine ersten 100 Tage im Amt zurück. Vieles wurde angestoßen, wirklich neue Ergebnisse gab es bei diesem Termin aber kaum.

Viele Gespräche, neue Zuständigkeiten und einige Projekte, die nun schneller vorankommen sollen: Bei seiner 100-Tage-Bilanz verwies Florian Freund vor allem auf laufende Vorhaben. Die Wirtschaftsförderung ist seit dem Umbau der Verwaltung direkt beim Oberbürgermeister angesiedelt. Damit soll dieses Thema innerhalb der Stadtpolitik mehr Gewicht bekommen.

Die Augsburger Stadtregierung unter Oberbürgermeister Florian Freund (v.l.n.r.): Roland Barth, 2. Bürgermeister Dirk Wurm, Oberbürgermeister Dr. Florian Freund, Tatjana Dörfler, Steffen Kercher, Martin Schenkelberg, Frank Pitsch. Foto: Angelina Märkl/B4B Schwaben
Die Augsburger Stadtregierung unter Oberbürgermeister Florian Freund (v.l.n.r.): Roland Barth, 2. Bürgermeister Dirk Wurm, Oberbürgermeister Dr. Florian Freund, Tatjana Dörfler, Steffen Kercher, Martin Schenkelberg, Frank Pitsch. Foto: Angelina Märkl/B4B Schwaben

Konkrete neue Maßnahmen für Unternehmen oder den Wirtschaftsstandort stellte die Stadtspitze bei dem Termin allerdings nicht vor.

Steigende Bezirksumlage belastet den Haushalt

Besonders deutlich wurde die schwierige Finanzlage. Finanzreferent Roland Barth kündigte für 2026 einen umfangreichen zweiten Nachtragshaushalt an. Die Bezirksumlage ist nach seinen Angaben von 110 Millionen Euro im Jahr 2024 auf inzwischen mehr als 150 Millionen Euro gestiegen.

Um die Mehrkosten in diesem Jahr etwas aufzufangen, greift die Stadt auf ihre Rücklagen zurück. Insgesamt 37,1 Millionen Euro sollen deshalb entnommen werden. Hinzu kommen weitere Risiken, etwa steigende Energieausgaben, höhere Kosten in der Jugendhilfe und notwendige Sanierungen an städtischen Brücken.

Auch in der Vergangenheit habe Augsburg regelmäßig sparen müssen, erklärte Barth: „Wir waren immer schon knapp bei Kasse, das hat Tradition.“ Bislang sei es der Stadt jedoch gelungen, ausgeglichene Haushalte und gute Jahresabschlüsse vorzulegen.

Noch schwieriger dürfte der Doppelhaushalt für 2027 und 2028 werden. Barth rechnet damit, dass die Bezirksumlage auf bis zu 180 Millionen Euro pro Jahr steigen könnte. Im Vergleich zu 2024 wären das rund 70 Millionen Euro mehr.

Freund brachte deshalb ins Spiel, manche Projekte künftig nur noch in einer abgespeckten „80/20-Version“ umzusetzen. Statt der größtmöglichen Lösung könnte die Stadt also häufiger auf günstigere, aber trotzdem ordentliche Varianten setzen.

Ein konkretes Ergebnis des im Wahlkampf angekündigten Kassensturzes legte die Stadtspitze bei ihrer Bilanz jedoch nicht vor.

Neuer Ansatz für stockende Bauprojekte

Etwas konkreter wurde Zweiter Bürgermeister Dirk Wurm beim Thema Wohnungsbau. Weil die staatlichen Mittel für die einkommensorientierte Förderung nicht ausreichen, stehen derzeit auch frei finanzierte Wohnungen auf der Kippe.

Die Stadt arbeitet deshalb mit der Immobilienwirtschaft und den Stadtratsfraktionen an einem sogenannten „Bypass“. Dadurch sollen Wohnungen gebaut werden können, deren Mieten unter dem ortsüblichen Niveau liegen, aber höher als bei regulär gefördertem Wohnraum.

Ein entsprechender Vorschlag soll möglichst im September oder Oktober in den Stadtrat eingebracht werden.

Austausch zum Uniklinikum

Als wichtiges Projekt für den Wirtschafts- und Gesundheitsstandort nannte Freund erneut den Neubau des Universitätsklinikums Augsburg. Die Stadt habe den Austausch mit den Nachbarkommunen, dem Landkreis, der IHK, dem Staatlichen Bauamt und den Umweltverbänden verstärkt.

Mehr Betreuung für Grundschulkinder

Bildungsreferentin Tatjana Dörfler verwies außerdem auf 100 zusätzliche Ganztagsplätze an der Drei-Auen-Grundschule in Oberhausen. Dort entstehen 75 Plätze im Hort, und weitere 25 in einer gebundenen Ganztagsklasse.

Für Dörfler ist das auch ein wirtschaftliches Thema: Eine verlässliche Betreuung ermögliche es Eltern, in dem Umfang zu arbeiten, den sie sich wünschen.

Trotz der angespannten Finanzlage sollen die Investitionen in die Schulen möglichst unangetastet bleiben. Freund erklärte, die jährlich vorgesehenen 50 Millionen Euro für Schulgebäude gehörten zu den letzten Bereichen, bei denen gespart werden solle. Zusätzlich sind drei Millionen Euro pro Jahr für die Sanierung der Schultoiletten eingeplant.

Weitere Themen waren der Umbau der Fuggerpromenade und der öffentliche Nahverkehr. Beim angekündigten Fünf-Minuten-Takt räumte Freund ein, dass es langsamer vorangehe als erhofft. Zunächst soll bei den Bussen wieder ein 15-Minuten-Takt erreicht werden.

Nach den ersten 100 Tagen bleibt damit vor allem eine Bilanz der begonnenen Gespräche und Planungen. Auch Freund ordnete den Termin entsprechend ein: „100 Tage sind nicht 2.200 Tage. Es ist der Beginn von etwas, was in den nächsten sechs Jahren in Augsburg in die Umsetzung gehen soll.“

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