/ 
B4B Nachrichten  / 
Augsburg  / 
Ukraine-Krieg: Das fordert Landrat Sailer von der Landespolitik
Anzeige

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform
Hilfe für Geflüchtete

Ukraine-Krieg: Das fordert Landrat Sailer von der Landespolitik

 294244_1_org_Bezirk_Schwaben
Archivbild. Augsburgs Landrat Martin Sailer. Foto: Landratsamt Augsburg
Von Ellen Köhler

Der Augsburger Landrat Sailer richtet einen dringen Appell an die Politik bezüglich der Aufnahme Geflüchteter: „Die Landespolitik muss dringend handeln“. Wie die zahlreichen privaten Hilfsinitiativen die Ankerzentren vor Probleme stellen und wie tragfähige Hilfsstrukturen geschaffen werden können.

In den vergangenen Tagen sind die ersten ukrainischen Staatsbürger, die vor dem Krieg in ihrer Heimat geflohen sind, im Landkreis Augsburg angekommen. Noch bewegt sich die Zahl der Personen, die den Landkreis Augsburg erreichen, auf niedrigem Niveau. „Wir haben den schuldlos in Not geratenen Mitmenschen unsere Hilfe zugesagt und stehen fest zu unserem Versprechen“, sagt der Augsburger Landrat Martin Sailer.


 Unterbringungssituation wird sich zusehends verschärfen
Anzeige

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Doch schon jetzt zeichne sich ein erhebliches Problem ab: „Wir stehen nach meiner Einschätzung ganz am Anfang einer erheblichen Flüchtlingsbewegung und schon jetzt lässt sich in ganz Schwaben beobachten, dass unsere bestehenden Strukturen nicht ausreichen werden, um die Geflüchteten adäquat beherbergen zu können“, mahnt Sailer. Sowohl hinsichtlich der Unterbringungskapazitäten, als auch in Bezug auf Organisation und Koordination müsse jetzt frühzeitig gehandelt werden, da sich die Situation zusehends verschärfen werde.


 Private Hilfsinitiativen stellen Ankerzentren vor Probleme

Die Erstaufnahme aller Geflüchteten im Landkreis erfolgt über die Ankerzentren der Regierung von Schwaben, von wo aus die Zuweisung in die Anschlussunterkünfte organisiert wird. Als Notunterkunft hat das Landratsamt im Schullandheim Dinkelscherben eine Unterbringungsmöglichkeit für bis zu 50 Personen geschaffen, die als Zwischenlösung im Falle überlasteter Ankerzentren zur Verfügung steht. „Dieser Puffer wird höchstwahrscheinlich sehr früh erschöpft sein“, fürchtet der Landrat. Denn: „Nach unserem Kenntnisstand wird die Zuwanderung fliehender Ukrainer derzeit weniger durch den Staat, sondern vielmehr durch Privatinitiativen organisiert.


 Busunternehmen und Fluggesellschaften organisieren Transit
Anzeige

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Mehrere Busunternehmen initiieren Fahrten ins europäische Umland und holen von dort auf eigene Faust Geflüchtete nach Bayern, ohne dass die Unterbringung dieser Menschen im Vorfeld auf die Beine gestellt werden konnte. Die Ankerzentren werden diesem Zustrom bald nicht mehr Stand halten und wir als Landkreis mit provisorischen Unterbringungen nicht mehr nachkommen“, befürchtet Sailer. Eine zusätzliche Verschärfung der Lage vor allem in Schwaben sei dadurch zu erwarten, wenn eine ungarische Fluggesellschaft– wie gerade kommuniziert wird – tatsächlich insgesamt 100.000 kostenfreie Flüge für ukrainische Staatsbürger aus dem EU-Ausland auch mit Ziel Memmingen in Aussicht stellt. Auch dort sei in Kürze mit einer schwer abschätzbar hohen Anzahl an Zuwanderern zu rechnen, deren Unterbringung geregelt werden müsse.


 Quotengerechte Verteilung bald nicht mehr möglich

Die quotengerechte Verteilung auf die Regierungsbezirke und damit die Kernvoraussetzung für eine wirklich bedarfsgerechte Unterbringung könne nur dann dauerhaft funktionieren, wenn eine sinnvolle Koordination der Zuwanderung gegeben ist. Hier sieht Sailer die Landespolitik in der Pflicht: „Die Landespolitik muss dringend handeln, das Ruder übernehmen und die unkoordinierte Zuwanderung reglementieren. Niemandem ist geholfen, wenn er aus Polen oder Tschechien abgeholt und in Deutschland vor einem überlasteten Ankerzentrum abgestellt wird."


 Der Appell des Landrats an die Bürger
Anzeige

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Daher bitte ich alle hilfsbereiten Bürger eindringlich, für deren Engagement ich mich ausdrücklich bedanken mag, jede Abholung geflüchteter Menschen aus unseren Nachbarländern im Vorfeld mit den Ankerzentren zu koordinieren und sich zu vergewissern, dass für die Abgeholten auch eine geeignete Unterbringungsmöglichkeit bereitsteht“, fährt der Landrat fort. „Mein deutlicher Appell lautet: Bitte beachten Sie, dass die Aufnahme, Registrierung, Unterbringung und Versorgung weiterer, privat zu uns gebrachter Flüchtlinge so nicht leistbar ist. Initiativen, die jetzt trotzdem Geflüchtete zu uns in den Landkreis bringen, müssten aktuell bis zum Freiwerden von Kapazitäten unter Umständen eigenverantwortlich für deren Unterbringung, Versorgung und Registrierung sorgen.“


 „Wir brauchen tragfähige Strukturen“


Bei allem Respekt für die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung bittet Sailer um Verständnis und Unterstützung dafür, dass eine – im Interesse der Menschen – geordnete Aufnahme nur möglich ist, wenn diese koordiniert und unter Abstimmung mit den Behörden erfolgt. Sonst verursache man ein Chaos, das den Menschen nicht zumutbar ist. „Der Einsatz und die Solidarität in unserer Gesellschaft sind einfach großartig und niemand, der tatkräftig hilft, soll sich durch diesen Appell verletzt fühlen. Aber wir brauchen tragfähige Strukturen und Zusammenarbeit auf allen Ebenen, um den in Not geratenen Ukrainerinnen und Ukrainern wirklich sinnvoll helfen zu können“, betont Sailer.


 Unterstützungsangebote aus der Bevölkerung weiterhin willkommen

Alle Bürger, die Wohnmöglichkeiten im Landkreisgebiet zur dauerhaften Anmietung für die Unterbringung von geflüchteten Menschen aus der Ukraine oder anderen Krisengebieten anbieten möchten, können sich diesbezüglich an das Gebäudemanagement des Landkreises Augsburg wenden. Wer private Räumlichkeiten zur Unterbringung von geflüchteten Menschen aus der Ukraine kostenfrei zur Verfügung stellen will, wird gebeten, diese über diverse Plattformen Verfügung zu stellen. Zudem können sich Landkreisbürger auch an die Gemeindeverwaltung in ihrer Wohnsitzkommune wenden. Hier werden ebenfalls Wohnangebote und Kontaktdaten für den Bedarfsfall gesammelt und an das Landratsamt weitergegeben.

 

 

 

Artikel zum gleichen Thema